Steico-Aktie: Vorstand greift bei eigenen Aktien zu

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Insiderkauf beim Dämmstoffspezialisten Steico - der Münchener Baustoffzulieferer erwartet weiteres Wachstum für 2019. (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Auch die erfolgsverwöhnten Anleger des deutschen Baustoffzulieferers Steico mussten zuletzt einen ungewohnt deutlichen Kursrückgang erleben. Immerhin sackten die Papiere von über 28 Euro auf unter 20 Euro in den Keller. Das erreichte Kursniveau nutzte der Vorstand Holger Jödecke jetzt, um seine ersten Aktienkäufe seit dem Börsengang des Konzerns (2007) zu tätigen. Zwar kaufte er „nur“ ein Aktienpaket von knapp 50.000 Euro, die Anleger feierten die Nachricht dennoch. Immerhin schossen die Papiere am Freitag um mehr als 11% in die Höhe.

Die Langfristbilanz kann sich übrigens trotz der jüngsten Konsolidierung mehr als sehen lassen. Wer seit fünf Jahren an Bord ist, kann immerhin noch auf einen ansehnlichen Wertzuwachs von 300% zurückblicken.

Steico – Spezialist für ökologische Dämmstoffe

Die Steico-Gruppe fokussiert sich auf die Entwicklung, die Produktion und den Vertrieb ökologischer Bauprodukte. Hierzu zählen Dämmstoffe aus natürlichen Holz- und Hanffasern, Stegträger als Konstruktionselemente (Balkenprodukte) sowie Natural Fibre Boards (Hartfaserplatten). Durch die Kombination von Holz- und Hanffaser-Dämmstoffen mit darauf abgestimmten Stegträgern etabliert sich das Unternehmen verstärkt als Systemanbieter.

Die Produktion erfolgt an 3 europäischen Standorten: Czarnków (Polen), Czarna Woda (Polen) und Casteljaloux (Frankreich). Weiterhin verfügt die Steico Gruppe über 2 Vertriebs-Gesellschaften in Frankreich (Brumath) und Großbritannien (St Albans).

Steicos europaweiter Kundenstamm umfasst Käufer aus den Bereichen Holz- und Baustoffhandel, Holzbaubetriebe, Fertighausindustrie, Laminatbodenhersteller sowie Baumärkte.

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Dämmstoffspezialist auf Rekordkurs

In den vergangenen Jahren legte Steico eine solide Wachstumsstory aufs Parkett. Seit 2009 kletterten die Umsätze von 109,6 auf 230,3 Millionen Euro. Gleichzeitig erhöhte sich der Nettogewinn um 243% auf 15,3 Millionen Euro. Im vergangenen Geschäftsjahr erreichte der Dämmstoffspezialist mit 6,6% die höchste Gewinnspanne seiner Firmengeschichte.

Starkes drittes Quartal

Auch im laufenden Geschäftsjahr konnten die Münchener weiteres Wachstum erzielen. Nach neun Monaten lag der Umsatz mit 187,7 Millionen Euro um 8,3% über dem Vorjahreszeitraum. Zudem konnten die Ergebnisse erneut überproportional verbessert werden. Das Vorsteuerergebnis (EBIT) erhöhte sich 19,5% auf 19,6 Millionen Euro. Der Nettogewinn erhöhte sich sogar um 28,6% auf 13,5 Millionen Euro (Vorjahr 10,5 Millionen Euro).

Positive Baukonjunktur und Trend zum Holzbau treibt die Geschäfte

Dabei sorgt vor allem die starke Baukonjunktur in den für Steico wichtigsten Ländern Deutschland, Frankreich und UK momentan für Rückenwind. Finanzchef David Meyer sieht derzeit auch keine Zeichen einer Abschwächung. Für Steico ist es wichtig, dass der Holzanteil bei Ein- bis Zweifamilienhäusern weiter ansteigt. Da der Trend zum ökologischen Bauen anhält und der Marktanteil von Steico in Deutschland erst bei 5% liegt, hat Firmenboss Meyer bislang nur geringe Wachstumssorgen.

Prognose für 2018 sollte erreicht werden

Für das Geschäftsjahr 2018 hat Steico ein Umsatzplus von 8 bis 10% auf rund 250 Millionen Euro angepeilt. Unterm Strich dürfte sich der Gewinn auf 17,5 Millionen Euro beziehungsweise 1,25 Euro je Aktie erhöht haben. Für 2019 rechnet der Konzern ebenfalls mit einem Wachstum im oberen einstelligen Prozentbereich. Bei den Margen sieht das Unternehmen allerdings keinen großen Spielraum mehr.

Analysten zeigen sich optimistisch

Unterdessen zeigen sich die Analysten optimistisch und erwarten für das kommende Jahr eine Gewinnsteigerung auf 1,47 Euro je Aktie. Damit handelt Steico basierend auf den Prognosen mit dem 12-Fachen der erwarteten Gewinne. Sollten die Kursziele der Banker (30,60 Euro) erreicht werden, könnte sich Aktienkauf des Vorstands bei unter 20 Euro als gutes Timing erweisen.


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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.