Steico: Baustoff-Spezialist äußert sich zu Corona-Folgen

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Der Baustoff-Spezialist Steico ist meines Erachtens recht gut für die Corona-Krise gewappnet und wird danach den zuvor eingeschlagenen Wachstumspfad fortsetzen. (Foto: katjen / Shutterstock.com)

Der mittelständische Baustoff-Spezialist Steico hat sich vor wenigen Tagen zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie geäußert. So ist die Produktion im französischen Werk aufgrund der lokalen Einschränkungen vorübergehend ausgesetzt.

Die Produktion in den polnischen Werken, in denen über 90% der konzernweiten Wertschöpfung geleistet wird, war zum Zeitpunkt der Mitteilung des Unternehmens nicht beeinträchtigt. Es wurden aber Vorkehrungen für eine kurzfristige Anpassung der Produktion an aktuelle Gegebenheiten getroffen, so das Unternehmen.

Das Geschäftsmodell von Steico

Bevor ich gleich näher auf die aktuelle Situation eingehe, noch einige Worte zum Geschäftsmodell von Steico.  Das Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt ökologische Bauprodukte aus nachwachsenden Rohstoffen. Es ist europäischer Marktführer im Segment der Holzfaser-Dämmstoffe.

Steico ist als Systemanbieter für den ökologischen Hausbau positioniert und bietet als branchenweit einziger Hersteller ein integriertes Holzbausystem an, bei dem sich Dämmstoffe und konstruktive Bauelemente ergänzen.

Hierzu zählen flexible und stabile Holzfaser-Dämmplatten, Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS), Dämmplatten mit aussteifender Wirkung sowie Einblasdämmung aus Holzfasern und Zellulose. Stegträger und Furnierschichtholz bilden die konstruktiven Elemente. Daneben stellt Steico Hartfaserplatten her und ist im Holzhandel aktiv.

Zunächst keine Auftragseinbrüche

Kommen wir wieder zur aktuellen Situation: In wichtigen Märkten wie Deutschland und Großbritannien sind bislang keine Auftragseinbrüche zu verzeichnen. Dennoch sind Vertriebs- und Logistikprozesse in einigen Bereichen eingeschränkt.

Abhängig von der Art und Dauer der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus sind weitere negative Auswirkungen zu erwarten. Das Steico-Management geht daher davon aus, dass der ursprüngliche Ausblick für 2020 mit einem Umsatzwachstum oberhalb von 10% und einer operativen Gewinnmarge (EBIT-Marge) um 10% nicht realisiert werden kann.

Eine neue Prognose gibt das Unternehmen derzeit nicht heraus, da man die Auswirkungen der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie aktuell nicht genau absehen kann. Ich begrüße diesen Schritt ausdrücklich.

Gut gerüstet für die Zeit nach der Corona-Krise

Es wird aber betont, dass man alles unternehmen werde, um die wirtschaftlichen Folgen so gering wie möglich zu halten. Hierzu gehören entsprechende Vorsorgemaßnahmen und die Aufstellung von Notfallplänen zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs.

Zur Minderung der wirtschaftlichen Auswirkungen wurde beispielsweise in Frankreich Kurzarbeit eingeführt. Die aus meiner Sicht wichtigsten Punkte der Meldung des Unternehmens kommen aber jetzt: Das Unternehmen sieht sich für die Zeit nach der Corona-Krise sehr gut gerüstet.

Der vorsorgliche Aufbau von Lagerbeständen garantiert sofortige Lieferfähigkeit. Mit einer Eigenkapitalquote von über 50% (Werte ab 30% gelten bereits als sehr solide) weist das Unternehmen zudem eine gesunde Bilanzstruktur auf.

Darüber hinaus verfügt Steico im Rahmen der Unternehmensfinanzierung über ungenutzte Kreditlinien in Höhe von rund 100 Mio. Euro. Das Management des Unternehmens ist daher zuversichtlich,  den bisherigen Wachstumskurs nach der Krise fortsetzen zu können.

Was auch dafür spricht: Steico ist als Systemanbieter für den ökologischen Hausbau in einer Branche vertreten, die noch über Jahre deutlich wachsen wird. Daher bleibt die Aktie aus meiner Sicht trotz Corona-Pandemie interessant.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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