Steico legt bei Umsatz und Gewinn weiter zu

Steico legt einmal mehr gute Zahlen vor. Lesen Sie jetzt, warum die Aktie dennoch etwas unter Druck geraten ist. (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Seit ein paar Tagen läuft die aktuelle Berichts-Saison, in der die Unternehmen ihre Zahlen für das 2. Quartal und das 1. Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres vorlegen.

Ein Konzern, der zuletzt regelmäßig gute Zahlen präsentiert hat, tat dies in dieser Woche erneut. Es geht dabei um den mittelständischen deutschen Bauzulieferer Steico, den ich Ihnen noch einmal kurz vorstellen möchte, bevor ich auf das aktuelle Zahlenwerk und den Ausblick für das Gesamtjahr eingehe.

Steico im Kurzportrait

Die im Jahr 2001 gegründete Steico Gruppe entwickelt, produziert und vertreibt ökologische Bauprodukte aus nachwachsenden Rohstoffen. Dabei ist Steico europäischer Marktführer im Segment der Holzfaser-Dämmstoffe.

Das Unternehmen ist als Systemanbieter für den ökologischen Hausbau positioniert und bietet nach eigenen Angaben als branchenweit einziger Hersteller ein integriertes Holzbausystem an, bei dem sich Dämmstoffe und konstruktive Bauelemente ergänzen.

Hierzu zählen flexible und stabile Holzfaser-Dämmplatten, Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS), Dämmplatten mit aussteifender Wirkung sowie Einblasdämmung aus Holzfasern und Zellulose. Stegträger und Furnierschichtholz (LVL) bilden die konstruktiven Elemente.

Daneben stellt die STEICO Gruppe Hartfaserplatten her und ist im Holzhandel aktiv. Die Produkte des Unternehmens finden beim Neubau und bei der Sanierung von Dach, Wand, Decke, Boden und Fassade Verwendung.

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Weitere Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis

Im 1. Halbjahr 2018 konnte Steico sein Wachstum mit neuen Rekordwerten bei Umsatz und Ergebnis fortführen, teilte das Unternehmen heute mit. Der Umsatz legte um 7,2% auf 122,8 Mio. Euro zu.

Damit wuchs das Unternehmen in den ersten 6 Monaten des laufenden Jahres zwar etwas schwächer als zuvor, das ist jedoch vor allem auf die für den Bau ungünstigen Wetterbedingungen im 1. Quartal zurückzuführen, die nach Unternehmensangaben insbesondere in Großbritannien eine Abschwächung der Bautätigkeit zur Folge hatten.

Auch die Ergebniskennzahlen können sich sehen lassen: Der operative Gewinn legte im 1. Halbjahr 2018 um 17% auf 12,4 Mio. Euro zu und der Nettogewinn kletterte um 32,8% auf 8,5 Mio. Euro. Die operative Gewinnmarge (EBIT-Marge) erreichte mit 10,4% den höchsten Wert in der Unternehmensgeschichte.

Ausblick etwas verhaltener als zuvor

„Aufgrund der etwas geringeren Umsatzdynamik des ersten Halbjahres strebt die Unternehmensleitung nun für das Gesamtjahr ein Umsatzwachstum im oberen einstelligen Prozentbereich an“, teilte Steico mit. Zuvor war ein Umsatzwachstum von etwa 15% angepeilt worden.

Bei den Ergebnissen wird hingegen auch für das Gesamtjahr ein überproportionaler Zuwachs erwartet. Das bedeutet, dass sich die Prognose hier nicht ändert. Denn zuvor hatte das Steico-Management beim operativen Gewinn ein Wachstum im oberen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich erwartet.

Aufgrund der niedrigeren Umsatzerwartung für das laufende Jahr ist die Steico-Aktie heute unter Druck geraten. Wenn die Aktie noch etwas weiter abtauchen sollte, könnte dies eine attraktive Einstiegsgelegenheit für mittel- bis langfristig orientierte Anleger sein.


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Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.