Steigende Absatzzahlen bei PCs

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Weltweit konnte der Absatzrückgang bei den PCs erstmals seit 2011 gestoppt werden. Lenovo bleibt Marktführer vor HP. (Foto: Ivan Svyatkovsky / Shutterstock.com)

Im 3. Quartal 2018 konnten die Absatzzahlen von PCs in Deutschland erstmals seit Langem wieder steigen.

Mit 2,6 Mio. PCs lagen sie 5% über dem Vorjahreswert. Getrieben wird diese Entwicklung vor allem durch eine starke Nachfrage im Geschäftskundenbereich. Vor allem in Deutschland arbeiten Behörden wie Unternehmen oft noch mit deutlich veralteter EDV-Technik. In der jüngeren Vergangenheit entwickelt sich jedoch auch hierzulande langsam ein Bewusstsein für die Sicherheitsrisiken, die damit einhergehen. Es ist davon auszugehen, dass in den kommenden Jahren das Geschäfts-Segment weiterwachsen wird, da zahlreiche Unternehmen auf Windows-10-kompatible Hardware umstellen.

Konzentration auf wenige Hersteller

Weltweit konnte der Absatzrückgang erstmals seit 2011 gestoppt werden. In den ersten 9 Monaten haben sich die Absatzzahlen klassischer PCs im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert. Was sich jedoch stark verändert hat, sind die Marktanteile. HP konnte deutlich wachsen und hat im 3. Quartal mit 14,6 Mio. PCs 6,2% mehr verkauft.

Dank einem Joint Venture mit Fujitsu ist Lenovo jedoch wieder der größte PC-Hersteller der Welt. Im 3. Quartal verkauften die Chinesen 15,9 Mio. PCs. Das sind 10,7% mehr als im Vorjahr. Bei PCs und Laptops zeigt sich damit eine Konzentration auf einige wenige große Hersteller. Langfristige Prognosen gehen jedoch weiterhin von einer Schrumpfung des Marktes aus.

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Neue Konzepte sind gefragt

Mit dem Verkauf von Hardware kann kaum noch Gewinnwachstum generiert werden. Mit diesem Fakt sind Hersteller bereits seit Jahren konfrontiert. Bei Apple sind die Verkaufszahlen für Macs und iPads bereits seit Jahren gleichbleibend. Seit 2018 wachsen jedoch auch die iPhone-Absatzzahlen nicht weiter. Der Konzern arbeitet bereits seit Jahren an Konzepten, mit denen Umsätze über den Hardwareverkauf hinaus generiert werden können. Für seine Kunden ist Apple nicht nur Hardware- und Softwarehersteller, der Konzern verdient an den Inhalten, die Kunden auf den Geräten konsumieren, für Cloud-Services und tritt selbst als Zahlungsdienstleister auf.

Mit dem auch in Deutschland gestarteten Dienst Apple Pay ermöglicht der Konzern kontaktloses Bezahlen mit dem iPhone oder der Apple Watch. Letztere ist in den USA auch als medizinisches Gerät zertifiziert. Stellt die Uhr Unregelmäßigkeiten fest, bittet sie den Träger innerhalb weniger Sekunden ein EKG aufzuzeichnen und verspricht somit Herzkrankheiten wie Vorhofflimmern frühzeitig diagnostizieren zu können.

Branche im Umbruch

Auch andere etablierte Hersteller haben den Weckruf gehört und konzentrieren sich auf neue Geschäftsfelder. So möchte HP die industrielle Fertigung durch 3D-Metalldruck revolutionieren. Lenovo will durch eine Zusammenarbeit mit NetApp im Bereich des Cloud-Computing Fuß fassen. In diesem Segment hat der traditionelle Serverhersteller Cisco Systems seit einigen Jahren Erfolg, während es dem Urgestein der Computerbranche IBM bis heute schwerfällt, sich erfolgreich zu positionieren. Diesen Rückstand versucht Big Blue durch die Übernahme von Red Hat aufzuholen.

Ob die teuerste Übernahme der 123-jährigen Unternehmensgeschichte die Zukunft sichern kann, ist ungewiss.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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