Steuer-Änderungen 2012: Diese Neuerungen kommen

Für 2012 hat die Bundesregierung mehrere Änderungen in den Regelungen für Steuern, Einkommen und Sozialabgaben angekündigt.

Wir fassen zusammen, welche davon sich wie auf Ihr Portemonnaie auswirken – und was sie beachten müssen.

Gute Nachricht: Höhere Werbungskostenpauschale

Die guten Neuigkeiten vorweg: Ab Januar 2012 können Berufstätige höhere Werbungskosten geltend machen. Der Pauschalbetrag für Arbeitnehmer steigt vom bisherigen Satz von 920 auf glatte 1000 Euro.

Aber aufgepasst: Wer längere Anfahrtswege zur Arbeit in Kauf nehmen und Ausgaben für Dienstkleidung, geschäftliche Übernachtungen und teure Fachliteratur machen muss, überschreitet auch diese Pauschale schnell.

Darum rentiert sich in den meisten Fällen der detaillierte Einzelnachweis über höhere Kosten.

Vorsicht bei ÖPNV-Pendlerpauschale

Vorsicht ist jedoch bei der Benutzung von öffentlichen Transportmitteln geboten. Ab Anfang 2012 ist die tageweise Wahl über die Art der Vergütung – also entweder Kilometergeld oder ÖPNV-Pauschale – verboten.

Nur, wenn die Ausgaben für öffentliche Verkehrsmittel die Jahres-Entfernungspauschale von 4500 Euro in der Summe überschreiten, werden sie vom Finanzamt berücksichtigt.

Betreuungskosten als Sonderausgaben absetzen

Änderungen auch bei den Kinderbetreuungskosten. Künftig sind die Ausgaben immer als Sonderausgaben absetzbar, die bis dato gültigen ’persönlichen Anspruchsvoraussetzungen’ entfallen.

Pro Kind bis zum 14. Lebensjahr können zwei Drittel aller Betreuungskosten, jedoch nicht mehr als 4000 Euro von der Steuer abgesetzt werden. Bei behinderten Kindern entfällt die Altersbegrenzung.

Neuerungen in der Altersvorsorge

Auch in der Altersvorsorge kommen Neuerungen. So sinkt der garantierte Mindestzins für neu abgeschlossenen private Lebens- und Rentenversicherungen von bislang 2,25 auf 1,75 Prozent. In der betrieblichen Altersvorsorge steigt ab Januar 2012 bundeseinheitlich die jährliche Beitragsbemessungsgrenze.

Damit können Arbeitnehmer in der gesetzlichen Rentenversicherung dann bis zu 2.688 Euro steuerfrei in einen Pensionsfond, eine Pensionskasse oder Direktversicherung einzahlen.

Wer noch vor 2012 in Schleswig-Holstein oder Rheinland-Pfalz einen Immobilienkaufvertrag unterschrieben hat, darf sich freuen: viele Bundesländer heben im kommenden Jahr die Steuer auf den Kaufvertrag um 1,5% auf insgesamt 5% an.

Gleichzeitig sinkt die Subvention für neue Photovoltaik-Installationen um durchschnittlich fünfzehn Prozent. Wenigstens der festgesetzte Vergütungssatz für Einspeisungen ist 20 Jahre lang garantiert.

Leichte Entspannung bei den Sozialversicherungsbeiträgen

Die Beitragsgrenzen zur Berechnung der gesetzlichen Renten- und Arbeitslosenversicherung bleiben 2012 zumindest in den neuen Bundesländern unverändert. In den alten Bundesländern steigen jedoch sämtliche Bezugsgrößen.

Die bundeseinheitliche Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung steigt hingegen ab Januar von derzeit  3.712,50 Euro auf 3.825 Euro monatlich, was einem Jahreseinkommen von 45.900 Euro entspricht.

Höhere Verdienstanteile bleiben von der gesetzlichen Beitragspflicht ausgenommen.

Neben der Beitragsbemessungsgrenze gibt es auch noch eine Versicherungspflichtgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung. Bis zu einem Monatseinkommen von 4237,50 Euro müssen sich Beschäftigte gesetzlich versichern, die Jahresgrenze beträgt 50.850 Euro.

Die bisherigen Sätze lagen bei 4125 Euro monatlich bzw. 49.500 Euro jährlich. Wer in diesem und im kommenden Jahr Einkünfte über der Versicherungspflichtgrenze erzielt, der kann unter gewissen Zusatzbedingungen in eine private Krankenkasse wechseln.

6. Dezember 2011

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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