Steuerfalle Depotübertrag: Es drohen fast 30 Prozent Verlust

Liebe Leserinnen, liebe Leser, aufgepasst, wenn Sie Ihr Wertpapierdepot von einer Bank zur anderen übertragen. Denn womöglich droht eine Steuerfalle. […] (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

aufgepasst, wenn Sie Ihr Wertpapierdepot von einer Bank zur anderen übertragen. Denn womöglich droht eine Steuerfalle. In diese wäre beinahe einer unserer Leser getappt, wenn er nicht so aufmerksam gewesen wäre.

Der Fall: Der betreffende Leser wechselte mit seinem Depot von der Sparda zur ING Diba. Als die neue Bank ihm das Übernahmeformular schickte, machte er folgende Entdeckung: Drei seiner Wertpapierpositionen waren nicht mit ihrem ursprünglichen Kaufdatum verbucht, sondern als Neuzugänge 2009. Auf Nachfrage bei der ING Diba bekam er heraus, dass seine alte Bank die Kaufdaten nicht korrekt übermittelt hatte. Erst als er bei der Sparda reklamierte, wurden die Daten entsprechend geändert.

Gut, dass der Betroffene die Einträge selbst sorgfältig geprüft und wegen der Fehler reklamiert hat. Denn ohne Korrektur hätte das gravierende steuerliche Konsequenzen gehabt: Die Kursgewinne aller Wertpapiere, die nach dem Jahr 2008 gekauft wurden oder werden, unterliegen bei einem Verkauf der Abgeltungssteuer. Diese beträgt 25 Prozent. Dazu kommen aber noch der Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 Prozent der Steuersumme und gegebenenfalls die Kirchensteuer von – je nach Bundesland – 8 oder 9 Prozent der Steuersumme. Kursgewinne von Wertpapieren, die bis einschließlich 31. Dezember 2008 gekauft wurden, bleiben dagegen steuerfrei. Bei Zertifikaten liegt Stichtag beim 14. März 2007. Was Sie bis zu diesem Tag gekauft haben, bleibt steuerfrei.

Insgesamt fast 30 Prozent der Kursgewinne (Abgeltungssteuer plus Soli plus Kirchensteuer) können an den Fiskus verloren gehen, wenn bei der Depotübertragung das Kaufdatum Ihrer jeweiligen Wertpapiere nicht richtig erfasst wird. Daher mein eindringlicher Appell an Sie: Es ist nicht verkehrt, das Depot zu einer günstigeren Bank zu übertragen, wenn Ihre bisherige zu hohe Gebühren verlangt. Seien Sie bei einer Übertragung aber sorgfältig und prüfen Sie genau, welches Kaufdatum das neue Institut vom alten übernimmt. Sollten dort Fehler passieren, lassen Sie diese sofort korrigieren.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

Dr. Erhard Liemen,

Chefredakteur von:

„Bankkunden – vertraulich“

„Der Deutsche Wirtschaftsbrief“

PS: Sie wissen ja: Wie Warren Buffet bin ich „Fundi“, ich bewerte Aktien also vorwiegend durch die Fundamentalanalyse, schaue mir also die Bilanz und die wichtigsten Kennzahlen eines Unternehmens an, bevor ich eine Empfehlung ausspreche. Es spricht aber auch einiges für die Charttechnik. Hier werden Aktien allein aufgrund ihrer bisherigen Kursentwicklung eingestuft. Heute lege ich Ihnen den Gastkommentar meines Kollegen Michael Kelnberger ans Herz. Er kombiniert beide Analysemethoden – was zusätzliche Gewinne verspricht.

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Von: Dr. Erhard Liemen. Über den Autor

Dr. Erhard Liemen ist Chefredakteur verschiedener, international renommierter Informationsdienste. Seit 1996 betreut er den angesehenen und erfolgreichen Dienst "Der Deutsche Wirtschaftsbrief".

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