Steuern 2012: So senken Sie die Belastung bei Erbschaft und Schenkung

Die Finanzkrise fordert Ihre Opfer. Dies wird auch 2012 so sein – 2013, 2014, 2015.

Die angekündigten Steuerreformen täuschen nicht darüber hinweg, dass Ihre Belastung eher steigen denn sinken wird. Wir meinen: Die nächsten Jahre werden teuer.

Der Fiskus wird unter dem Schleier der Gerechtigkeit Steuererhöhungen vorbereiten. Erbschaft und Schenkung stehen auf dem Plan.

Sichern Sie Ihr Vermögen für 2012 und folgende Jahre – und zwar so!

Schneller schenken

1. Grundsatz ist dabei, dass Sie sich noch zu alten Konditionen Vermögen schenken lassen oder selbst verschenken.

Zum einen wird der Staat beizeiten die Steuersätze etwas erhöhen, zum anderen mutmaßlich die Grenzen etwas senken – alles, wie geschildert, im Namen der Gerechtigkeit.

Achtung: Derzeit können Sie sich als Ehepartner noch 500.000 €, als „Kind“ noch 400.000 € schenken lassen. Diese Beträge sind beim Schenken komplett frei, ebenso beim Erben.

Der Vorteil des Verschenkens: nach 10 Jahren greifen diese alten Grenzen erneut – wenn sie dann noch existieren. Darüber hinaus gehende Beträge sind jetzt schon teuer – und werden es vermutlich erst recht werden.

Ein weiterer Vorteil des frühzeitigen Schenkens: Sie können den Streit unter sich als Erben oder den späteren Erben Ihres eigenen Vermögens vermeiden.

Schenkungen sind „Geschichte“ und wesentlich weniger kompliziert als die Erbfall-Regelung. Auch diese jedoch treffen Sie am besten frühzeitig und aktuell.

Hinweis: Einzelne Bestandteile vererben

Die Wirtschaftswoche brachte soeben einen Hinweis, der interessant ist: Sie können Erbschaften nach einzelnen Gruppierungen verteilen.

So geht dies etwa Autos, Möbel oder Immobilien separat vererben und entsprechende Ausgleichs-Zahlungen veranlassen. Spätere Streitigkeiten sind damit bereits ausgeräumt.

Achten Sie auch bei solchen Aufteilungen auf die Pflichtteile (ob Sie selbst erben oder vererben – diese Regelungen umgehen das Problem der meisten Erbgemeinschaften):

  • Unterscheiden Sie zwischen dem gesetzliche Erbteil und dem Pflichtteil.
  • Der gesetzliche Erbteil beläuft sich auf den Anteil auf einer Verwandtschafts-Klasse. Geht ein Erbe nur auf Kinder und nicht mehr einen bevorrechtigten Ehepartner, teilt sich die Erbmasse auf diese Kinder gleichermaßen auf.
  • Der Pflichtteil vom gesetzlichen Erbteil wiederum beträgt 50%. Am Rechenbeispiel: 2 Kinder erhalten zusammen 500.000 €. Der gesetzliche Erbteil also beträgt 250.000 €, der Pflichtteil 125.000 €.

Weitere Hinweise aus dem Magazin-Beitrag: „Vererben“ und „vermachen“ sind 2 unterschiedliche Paar Schuhe.

Wer nur einzelne Vermögens-Bestandteile weiter reichen will, etwa Möbel oder ein Auto, „vermacht“ es dem Begünstigten.

2. Hinweis: Bei Tod eines Erben vor dem Erbfall selbst, müssen die Vererber das Testament neu verfassen. Dies gilt nicht nur, wie im Artikel unterstellt, für Eltern/Kinder.

3. Hinweis: Bedingungen mit Zugriff auf Persönlichkeitsrechte sind sittenwidrig und damit nichtig, das Testament damit aber noch nicht.

GeVestor meint

Damit sind etwa Religions-Vorschriften verbunden.

Aber: Hier dreht sich die Sache wiederum zur Schenkung. Wer frühzeitig „Bedingungen“ weiterreichen möchte, kann dies bei Schenkungen einfach machen.

Daher: Finanzkrise und persönliche Wünsche kontern Sie am besten mit aktuell schnellstmöglichen Schenkungen.

15. November 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

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