Steuer-Reform: Das ändert sich im neuen Jahr

Sie halten Fonds-Anteile in Ihrem Depot oder wollen welche kaufen? Dann lesen Sie diesen Artikel zu neuen Regeln bei der Fonds-Besteuerung! (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

An der Börse lautete das Motto heute: Wir warten nicht auf den Weihnachtsmann, dafür aber auf die Steuer-Geschenke von Donald Trump.

In den nächsten Stunden und Tagen wird sich zeigen, ob der US-Präsident seine 1. große Reform durchsetzen kann.

Die US-Unternehmen müssten dann deutlich weniger Steuern zahlen – also doch eine Art Weihnachts-Geschenk…

2018: Neue Regeln bei der Fonds-Besteuerung

Auch in Deutschland ist das Thema Steuern in diesen Tagen wichtig: Ab 2018 gelten in Deutschland neue Regeln bei der Besteuerung von Fonds.

Wegen drohender europarechtlicher Konsequenzen hat die Bundesregierung die Fonds-Besteuerung ab dem Jahr 2018 komplett geändert.

Dabei wird es einen grundlegenden Systemwechsel geben: Zukünftig wird der Fiskus bereits auf Fonds-Ebene zugreifen, und beim Anleger dann erneut.

Die Doppel-Besteuerung wird allerdings durch verschiedene Teilfreistellungen größtenteils vermieden.

Aber der Fiskus wird, was Sie als Steuerzahler wenig erstaunen wird, nicht komplett auf Mehr-Einnahmen verzichten:

Bei inländischen Fonds werden auf Fondsebene 15% Steuern fällig auf deutsche Dividenden, deutsche Miet-Erträge und deutsche Immobilien-Gewinne.

Zinsen und Veräußerungs-Gewinne bleiben auf Fondse-Ebene steuerfrei und werden erst beim Anleger besteuert. Hiermit wird ein Gleichklang zwischen inländischen und ausländischen Fonds erreicht.

Den Ausgleich dieser Abgabenlast will der Fiskus beim Privat-Anleger folgendermaßen erreichen:

Ausschüttungen aus den Fonds und Veräußerungs-Gewinne werden teilweise von der Steuer freigestellt.

Bei Aktienfonds sind pauschal 30% von der Steuer freigestellt, bei Mischfonds (mit mind. 25% Aktien-Anteil) sind es 15%.

Mischfonds mit geringerem Aktien-Anteil erhalten jedoch gar keine Freistellung. Immobilienfonds werden mit 60% teilfreigestellt.

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Kleinanleger sind bei der Steuer-Reform die Verlierer

Der Haken für den Kleinanleger: Hat er Kapital-Erträge von weniger als 801 € / 1.602 € (Sparer-Freibetrag) im Jahr, so laufen die Freistellungen ins Leere.

Die Kleinanleger erhalten auf Fonds-Ebene steuerlich vorbelastete Ausschüttungen.

Die genannten Teilfreistellungen können aber bei ihm nicht berücksichtigt werden, weil nach Abzug des Sparer-Freibetrags keine zu versteuernden Kapital-Erträge übrig bleiben.

Das ändert sich bei „Alt-Fonds-Anteilen“

Mit der Umstellung ab 2018 gelten alle im Depot gehaltenen Fonds-Anteile als fiktiv veräußert per 31.12.2017 und fiktiv wieder angeschafft per 01.01.2018.

Der letzte in 2017 festgesetzte Rücknahmepreis ist als Veräußerungs-Erlös und als Anschaffungs-Kosten anzusetzen.

Der durch die fiktive Veräußerung entstandene Veräußerungs-Gewinn (oder Verlust) wird aber erst nach der tatsächlichen Veräußerung der Fonds-Anteile besteuert.

Der bisher geltende Bestandsschutz für die garantierte Steuerfreiheit von Altbeständen wird mit der Neuregelung eingeschränkt.

Kursgewinne aus Alt-Fonds-Beständen, die vor 2009 angeschafft wurden und noch im Depot liegen, bleiben nicht mehr komplett steuerfrei.

Sondern nur der Teil der Kursgewinne bleibt steuerfrei, der bis zum 31.12.2017 (im Rahmen der fiktiven Veräußerung) aufgelaufen ist.

Kursgewinne, die danach (also ab dem 01.01.2018) anfallen, bleiben nur bis zu einer Höhe von 100.000 € steuerfrei. Der darüber hinausgehende Teil ist steuerpflichtig.

Der Freibetrag wird sukzessive mit jeder folgenden (Teil-)Veräußerung aufgebraucht.

Entstehen Verluste aus der Veräußerung der Alt-Anteile, so erhöht sich ein teilweise verbrauchter Freibetrag, jedoch nur bis zur Höchstgrenze von 100.000 €.

Ausblick

In den kommenden Tagen werden Sie von mir an dieser Stelle weitere Steuertipps zum Jahresende erhalten.


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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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