Stillstand im Maschinenbau

Im laufenden Jahr rechnet die Branche mit Stagnation. Schuld ist vor alle, die anhaltende Schwäche in den Schwellenländern und in China. (Foto: crystal51 / Shutterstock.com)

Endgültige Zahlen liegen zwar noch nicht vor, da aber die erhoffte Herbstbelebung ausgeblieben ist, dürfte der deutsche Maschinenbau das Jahr wie erwartet mit 0% Wachstum abgeschlossen haben.

Auch im laufenden Jahr rechnet die Branche mit Stagnation.

Das sind die Wachstums-Killer

Verhindert wird das Wachstum nicht nur durch die anhaltende Konjunktur-Schwäche in vielen Schwellenländern, sondern auch durch die Politik:

Mindestlohn, Rente mit 63, die rückständige digitale Infrastruktur sowie die Sanktionen gegen Russland sind die Spielverderber.

Zudem wünscht sich die Branche eine bessere steuerliche Förderung der Forschung sowie eine aktivere Handels-Politik, sprich: ein transatlantisches Freihandels-Abkommen (TTIP).

Insgesamt aber geht es dem Maschinenbau immer noch besser als vielen anderen Branchen. Man muss die 0 sogar als Erfolg sehen. Denn ohne den schwachen Euro würde es noch schlimmer kommen.

Zudem ist nicht in allen Fachbereichen des Maschinenbaus Flaute angesagt. So wird für den Werkzeug-Maschinenbau in diesem Jahr ein Wachstum von rund 4% prognostiziert.

DMG Mori und Hermle äußerten sich zwar nicht ganz so optimistisch, sind aber immer für eine positive Überraschung gut.

Nicht jeder spürt den Gegenwind aus China

Chinas Wirtschaft schwächelt. Waren es im vergangenen Jahr noch 7%, wird das BIP im Reich der Mitte dieses Jahr vermutlich nur noch um 6,5% wachsen. Für den deutschen Maschinenbau sind das keine guten Nachrichten.

Vergleichsweise glimpflich kommen Konzerne davon, die als Vorreiter in der Automatisierung von Produktions-Prozessen gelten; So hat die konjunkturelle Abkühlung in China den Markt für Roboter bisher kaum gebremst.

Im Gegenteil: Die chinesische Regierung orientiert sich an westlichen Produktions-Standards und forciert den Einsatz von Robotern in der Industrie. Vom Trend zur Automatisierung profitieren u. a. Dürr und KUKA.

Wie groß das Wachstums-Potenzial ist, zeigt folgender Vergleich:

Allein in der chinesischen Autoindustrie werden pro 10.000 Beschäftigte erst 280 Roboter eingesetzt. In Deutschland sind es 1.140 und in Japan schon 1.520.

Weitere Favoriten

In einem insgesamt schwierigen Branchen-Umfeld überzeugen auch Krones, Technotrans und Dr. Hönle mit Rekord-Ergebnissen.

Die Beobachtung von Singulus haben wir dagegen eingestellt. Der Turnaround ist in weite Ferne gerückt.

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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