Stimmung der Wirtschaft in der Euro-Zone trübt sich weiter ein

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Die Stimmung in der Wirtschaft der Euro-Zone hat sich so stark wie seit fast drei Jahren nicht mehr eingetrübt. (Foto: design36 / shutterstock.com)

Noch immer wird im breiten „Mainstream“ das Wort Rezession nur extrem selten in den Raum gestellt. Immerhin wird mittlerweile eingeräumt, dass die Konjunktur sich zwar in der Phase der Abkühlung befindet; aber von einer Rezession könne noch keine Rede sein. Auffällig ist ferner, dass die Schar der Analysten immer noch nicht wirklich bereit ist, die Erwartungshaltung nach unten hin anzupassen. Letzte Woche war das mal wieder sehr schön sichtbar. Die EU-Kommission gab offizielle Zahlen zur Wirtschaftsstimmung in der Euro-Zone bekannt.

Stimmung verschlechtert sich zusehends

Die Zahlen fielen einmal mehr deutlich schlechter als im Vorfeld erwartet aus. Der Economic Sentiment Indicator (ESI) fiel gegenüber dem Vormonat um 1,9 Punkte auf 103,3 Zähler. Wohl gemerkt, die Ökonomen hatten nur mit einem geringen Rückgang auf 104,8 vorher im Konsens gerechnet. Damit ist das Barometer nun auf dem tiefsten Stand seit fast drei Jahren angekommen.

Das ist schon beachtlich. Besonders auffällig ist, dass die Industrie offensichtlich stark unter Druck ist. In der Industrie ging es so stark bergab wie zuletzt vor rund acht Jahren. Das Geschäftsklima im verarbeitenden Gewerbe (BCI) fiel von 0,3 auf nur noch 0,17 Punkte. Analysten hatten hier nur mit einem Rückgang auf 0,27 gerechnet. Bei Verbrauchern und Dienstleistern trübte sich laut der Agentur Reuters die Stimmung ebenfalls ein.

Ja, liebe Leser, auffällig ist ferner, dass das Stimmungsbarometer in allen fünf großen Euro-Volkswirtschaften rückläufig war. Besonders bedenklich stimmt, dass es in Deutschland am stärksten nach unten ging; gefolgt von Italien, den Niederlanden, Frankreich und Spanien. Wir haben hier an der Stelle ja schon des Öfteren darauf hingewiesen, dass die Achillesferse der exportlastigen deutschen Wirtschaft ja eindeutig die Auto- und Machinenbauer sind.

Hier zeichnet sich ja schon seit Monaten ein bedenklicher Auftrags- und Produktionsrückgang ab. Eine nachhaltige Wende ist nicht in Sicht. Im Gegenteil, es ist eine Frage der Zeit, ehe sich diese Malaise auch am Arbeitsmarkt niederschlagen wird. Selbst der Ministerpräsident des Autolandes Baden-Württemberg von den im Umfragehoch befindlichen Grünen sorgt sich um die Zukunft der deutschen Autobauer. Gegenüber dem Sender SWR sagte Herr Kretschmann, dass er keine Lust darauf habe, dass sein Bundesland zum neuen Ruhrgebiet werden würde.

Die Gefahr ist aus unserer Sicht jedenfalls sehr, sehr groß, dass die autolastigen Regionen in Deutschland in der kommenden, unvermeidlichen Krise besonders stark unter Druck geraten. Wir können hier nur eindrücklich vor Immobilien-Investments in den Autostädten München, Ingolstadt, Stuttgart oder Wolfsburg warnen.


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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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