Sto überrascht mit guten Halbjahreszahlen

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Sto, der Weltmarktführer für Gebäudebeschichtungen und Wärmedämm-Verbundsysteme, überrascht mit guten Halbjahreszahlen. (Foto: Best Backgrounds / shutterstock.com)

Gute Nachrichten kamen Ende der vergangenen Woche aus dem Schwabenländle, nämlich von der dort ansässigen Sto SE & Co. KGaA, so der offizielle Firmenname.

Aufgrund einer über den Erwartungen liegenden Geschäftsentwicklung im ersten Quartal, die von den guten Witterungsbedingungen zu Beginn des Jahres profitierte und insbesondere im Inland noch wenig von der Coronavirus-Pandemie belastet war, sowie von positiven Einflüssen aus Firmenübernahmen lag der Konzernumsatz in den ersten sechs Monaten mit 664,5 Millionen Euro trotz der Corona-Einschränkungen über seinem Vorjahresniveau von 665,1 Millionen Euro. Bereinigt um Erstkonsolidierungs- und negative Währungseffekte war der Konzernumsatz allerdings leicht, nämlich um 2,4%, rückläufig.

Auslandsanteil leicht rückläufig

Vor allem auf den Heimatmärkten verlief die Entwicklung besser als erwartet. Im Ausland wirkten sich dagegen die Folgen der Coronavirus-Pandemie zeitversetzt in zahlreichen Ländern negativ auf die Geschäftsentwicklung aus. In Summe blieb der Umsatz auf den Auslandsmärkten trotz einiger Übernahmen mit 351,7 Millionen Euro um 7,3% unter dem Vorjahreswert. Der Auslandsanteil am Konzernvolumen ging dementsprechend auf 52,9% von 57,1% im Vorjahreshalbjahr zurück.

Bemerkenswerte Erfolge konnte Sto allerdings auf der Ertragsseite verbuchen. Aufgrund von Verbesserungen der Rohertragsmarge und rasch eingeleiteter Kostensenkungsmaßnahmen zum Ausgleich der negativen Folgen der Covid-19-Pandemie ist es Sto gelungen, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um sage und schreibe 39,1% auf 44,1 Millionen Euro zu verbessern. Haben Sie da noch gedacht, Sto wäre ein zyklischer Wert?

Aus dem Ländle in die weite Welt

Denn diesen Eindruck sollte man eigentlich gewinnen, schließlich ist Sto einer der führenden Hersteller von Produkten und Systemen für Gebäudebeschichtungen und Wärmedämm-Verbundsysteme der Welt. Zum Kernsortiment gehören außerdem hochwertige Fassadenelemente sowie Putze und Farben, die sowohl für den Außenbereich als auch für das Innere von Gebäuden angeboten werden. Allesamt also baunahe Geschäftsbereiche, die eigentlich zyklischen Schwankungen unterworfen sein sollten.

Eigentlich, aber was ist heutzutage schon noch normal. So hat sich Angabe gemäß der positive Trend im Geschäftsverlauf im dritten Quartal fortgesetzt. Wenn es auch noch nicht bei allen Tochtergesellschaften rund läuft, lag der Umsatz nach Angaben des Vorstands auch im Juli deutlich über dem Vorjahresniveau. Dementsprechend wurde auch die Prognose für das laufende Geschäftsjahr bestätigt.

Danach erwartet der Vorstand einen Anstieg des Konzernumsatzes von 6,6% auf 1.490 Millionen Euro – zumindest, wenn sich die Witterungsbedingungen nicht deutlich verschlechtern sollten und eine zweite Pandemie-Welle verhindert werden kann. Beim operativen Ergebnis rechnet der Vorstand mit einer Bandbreite von 93 bis 103 Millionen Euro, deutlich über dem Vorjahreswert von 85,9 Millionen Euro.

Optimistische Prognosen

Optimistisch gestimmt ist der Vorstand auch auf die Zeit nach der Pandemie. So hat das Management in einigen Ländern deutliche Aufholungstendenzen ausgemacht. Hinzu kommen die noch anstehenden saisonal bedingt umsatzstarken Monate bei Sto und die Chancen aus den Initiativen der jeweiligen Regierungen zur Stabilisierung der Konjunktur und der Bauwirtschaft.

Allerdings möchte ich Ihnen auch die möglichen Belastungen nicht verschweigen. Sie könnten sich aus der Coronavirus-Pandemie ergeben, die auch von Sto weiterhin nicht zuverlässig eingeschätzt werden können. Auch wenn derzeit alles rund läuft bei Sto, bleibt ein unbestimmbares Maß an Unsicherheit erhalten. Das sollten Sie in Ihren Anlageentscheidungen berücksichtigen.

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Von: Peter Thilo Hasler. Über den Autor

Peter Thilo Hasler ist seit über 25 Jahren als Finanzanalyst tätig, zunächst für einige große Investmentbanken, seit 2010 in seiner eigenen Research-Firma. Als Analyst berät er namhafte Fondsmanagern und Vermögensverwalter weltweit.

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