Sto Wärmedämmung – Milliarden reingespült

Die Sto AG ist in den Augen von Volker Gelfarth durchaus eine Empfehlung wert - die Gründe. (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Die Sto AG ist in diesem Monat unsere Empfehlung nach der 3-Filter-Strategie von James O’Shaughnessy. Denkt man an Sto, fallen einem zunächst gelbe Farbeimer ein.

Doch der familiengeführte „Hidden Champion“ aus Baden-Württemberg ist mehr. Sto Wärmedämmung versteht sich als Technologieführer für nachhaltige Gestaltung gebauter Lebensräume. Und das zu Recht.

Sto erfüllt die 3-Filter-Kriterien

Der Spezialist für Dämmstoffe erfüllt die Kriterien der 3-Filter-Strategie nach James O’Shaughnessy:

1. das Unternehmen schreibt seit dem Börsengang schwarze Zahlen; in den vergangenen 7 Jahren ist der Gewinn sogar kontinuierlich gestiegen; der leichte Rückgang im Jahr 2007 beruht auf einer deutlich höheren Steuerquote, das Vorsteuerergebnis übertraf den Vorjahreswert 2. bei einem Umsatz von 986 Mio € errechnet sich ein KUV von knapp 0,8 3. die Aktie hat in den vergangenen 12 Monaten den Vergleichsindex General Standard sowie alle deutschen Small- und Midcap-Indizes outperformt.

Dämmsysteme weiterhin gefragt

Sto war auch 2010 wieder sehr erfolgreich unterwegs und steigerte den Umsatz um 6,6%.Hauptgrund war die außergewöhnlich hohe Nachfrage nach Fassadendämmsystemen in Ländern, in denen entsprechende Investitionen gefördert werden und ein hohes Umweltbewusstsein herrscht.

Mit einem Zuwachs von 8,6% auf 489,2 Mio € lief das Deutschlandgeschäft besonders gut. Im Ausland erzielte Sto ein Wachstum von 4,8%.

Die erheblich gestiegenen Rohstoffkosten und höheren Personalaufwendungen belasteten zwar die Ergebnisentwicklung, konnten aber durch das über den Erwartungen liegende Geschäftsvolumen kompensiert werden.

Das operative Ergebnis kletterte um 4% auf 85,6 Mio € und der Nettogewinn um 4,5% auf 57,9 Mio €.

Vorsichtiger Ausblick lässt Raum für Überraschungen

In diesem Jahr erwartet Sto ein Umsatzwachstum von etwa 3%. Das operative Ergebnis werde voraussichtlich das Vorjahresniveau nicht erreichen. Vor allem die immer noch kräftig steigenden Rohstoffpreise, eine nochmalige spürbare Erhöhung der Personalkosten sowie der anhaltende Druck auf die Absatzpreise verhindern nach Einschätzung des Managements bessere Ergebnisse.

Allerdings ist das Unternehmen für seine konservativen Prognosen bekannt. Schon im vergangenen Jahr war Sto vorsichtig gestartet und hat später seine Ziele nach oben geschraubt.

Staatliche Förderung und Umweltbewusstsein als Wachstumstreiber

Die EU-Mitgliedsländer haben sich darauf geeinigt, den CO2-Ausstoß bis 2020 drastisch zu reduzieren. Einer der Kernpunkte dieser Initiative ist die Förderung der Energieeffizienz von Gebäuden, denn durch schlechte Isolierung wird viel Energie verschwendet.

Hat die Bundesregierung die Unterstützung von Energiesparmaßnahmen im vergangenen Herbst noch von 1,3 Mrd auf 930 Mio € gesenkt, ist seit Fukushima wieder alles anders.

Im Juni stellt die Bundesregierung ihr neues Energiekonzept vor. Im Rahmen dessen könnte die Förderung der Wärmedämmung auf 2 Mrd € wieder aufgestockt werden. Daneben sind steuerliche Anreize denkbar. Ähnliche Programme gibt es in Frankreich oder werden, wie in Großbritannien (Green Deal), auf den Weg gebracht.

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Mit diesen Maßnahmen soll der Energieverbrauch der Wohngebäude und damit auch deren CO2-Ausstoß gesenkt werden. Immerhin entfällt auf die privaten Haushalte ein Drittel des gesamten Energieverbrauchs.

Schreckten die Kosten für energetische Sanierung viele Hausbesitzer bisher ab, sorgen steigende Energiepreise jetzt für ein Umdenken. Schließlich macht sich Wärmedämmung umso schneller bezahlt, je höher die Preise für Öl, Gas und Strom steigen.

Unternehmen wie Sto können also entspannt nach vorn schauen. Schon 2010 wuchs der Markt für Dämmstoffe um 10%. Dieses Jahr können es noch mal 7 bis 10% werden.

Die staatliche Förderung sollte den Markt zusätzlich ankurbeln. Weitere Wachstumstreiber sind das attraktive Umfeld in der Baubranche wegen der (noch) niedrigen Zinsen, bestehende KfW-Förderprogramme für Altbaurenovierungen sowie allgemein die konjunkturelle Erholung in Europa und den USA.

Fazit

Für Spezialisten wie Sto bieten sich also mittel- und langfristig erhebliche Wachstumschancen. Die Aktie ist zwar schon gut gelaufen, aber noch nicht zu teuer. Der Kursrücksetzer nach dem verhaltenen Ausblick ist eine günstige Einstiegsgelegenheit.

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Unternehmensprofil

Die Sto AG gehört zu den international bedeutendsten Herstellern von Produkten und Systemen für Gebäudebeschichtungen. Führend ist das Familienunternehmen im Geschäftsfeld Wärmedämmung.

Zum Kernsortiment gehören daneben hochwertige Fassadenelemente sowie Putze und Farben, die sowohl für den Außenbereich als auch für das Innere von Gebäuden angeboten werden.

Weitere Schwerpunkte sind die Bereiche Betoninstandsetzung, Bodenbeschichtungen, Akustiksysteme und vorgehängte Fassadensysteme. Das Angebot umfasst insgesamt rund 30.000 Artikel in verschiedenen Preis-Leistungs-Klassen. Und über 160 Erfindungen belegen die Innovationskraft des Unternehmens.

30 Tochtergesellschaften und mehr als 60 Vertriebspartner in Europa, Asien und den USA sowie 90 Standorte in Deutschland bieten den Kunden den bestmöglichen Service vor Ort.

Sto wurde 1955 durch Fritz Stotmeister gegründet. Noch heute lenken seine zwei Söhne als Vorstände die Geschicke des Unternehmens. Sto wurde 1988 in eine AG umgewandelt und notiert seit 1992 an der Börse.


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© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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