Straffung der Zinsen: Das Bundesbank-Desaster

Sie sehen, hören und lesen es jeden Tag:

Die Mainstream-Medien verbreiten vor der Bundestagwahl, dass hierzulande alles in Ordnung sei; die Erfolgsmeldungen überschlagen sich geradezu.

Dabei ist das bei Weitem nicht so!

Und die negativen Auswirkungen durch die Finanz- und Wirtschafts-Politik auf nationaler und EU-Ebene bleiben außen vor.

Die Bundesbank in Schwierigkeiten

So wissen Sie inzwischen, dass beispielsweise auch die Bundesbank große Probleme hat:

So erzielte sie 2016 wegen einer höheren Risiko-Vorsorge lediglich einen Überschuss von 1,0 Mrd. € (2015 waren es 3,2 Mrd. €) – der geringste Gewinn seit über 1 Jahrzehnt.

Umso weniger überweist die Zentralbank an das Bundesfinanzministerium, was wiederum ein großes Loch in den Bundeshaushalt reißt.

Denn übrig bleiben – aufgrund der neuen Regelung für Pensions-Rückstände – nur noch 400 Mio. €.

Zukünftig kann auch noch die Wagnis-Rückstellung, mit der die Notenbank für mögliche Verluste vorsorgen will, höher als bisher ausfallen.

Und das alles betrifft Sie ganz persönlich; in dieser Beitragsreihe verraten wir Ihnen auch, wie.

2019: Straffung der Zinsen?

Für 2019 sieht Bundesbank-Präsident Jens Weidmann eine Straffung der EZB-Zins-Politik.

Was sich zunächst anhört wie eine gute Nachricht, ist eigentlich genau das Gegenteil:

Bis frühestens dahin werden Ihre Sparguthaben weiter konsequent entwertet, denn auch die Inflation zieht deutlich an – alles zu Ihren Lasten.

Darauf werden wir noch einmal genauer zurückkommen…

Das Bundesbank-Desaster in Zahlen

Auch Analysten erwarten bis dahin, dass die Bundesbank unter den 19 Euro-Zentralbanken am stärksten von den Problemen betroffen sein wird.

Der Grund: Sie hat den größten Anteil an Staatsanleihen gekauft – und diese erwirtschaften größtenteils negative Zinsen.

Man kann dieses Desaster auch in Zahlen ausdrücken:

Aufgrund ihres Anleihen-Kaufprogramms erwarb die Europäische Zentralbank (EZB) bis Ende Januar 2017 Wertpapiere für rund 1,62 Bio. €. Und davon entfallen 25% auf die Bundesbank.

Das sind sage und schreibe über 40 Mrd. € – stellen Sie sich das nur einmal vor!

Schäuble sieht’s locker

Noch einmal zurück zum Staatshaushalt:

Die Bundessregierung plante für 2017 eigentlich einen Bundesbank-Gewinn von 2,4 Mrd. € ein; nun tut sich aber eine Finanzlücke von 2,1 Mrd. € auf.

Und wie reagiert Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, außer dass er die heilige Schwarze 0 nicht gefährdet sieht?

Sein Ministerium erklärte lapidar, dass aus heutiger Sicht nicht erkennbar sei, dass der Etat Ende 2017 ins Defizit rutschen könnte – was soll er denn auch anderes im Wahljahr sagen…?!

Die Gefahr lauert woanders

Tatsächlich beträgt das Volumen des Haushalts rund 329 Mrd. €. So macht die entstandene Lücke durch die Zentralbank lediglich 0,6% davon aus.

Doch wie Ihnen aufgezeigt wurde, lauert die größte Gefahr nicht im geringen Bundesbank-Gewinn, sondern bei den (Schrott-)Anleihen, die auf die Bundesbank entfallen.

Und die erwirtschaften, wie bereits erwähnt, größtenteils negative Zinsen.

1. März 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

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