Strahlende Aktionäre bei Eckert & Ziegler

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Strahlende Aktionäre bei Eckert & Ziegler, nachdem der Vorstand seine Prognosen nach oben angepasst hat. Doch die Luft wird nun dünn. (Foto: Best Backgrounds / shutterstock.com)

Nicht weniger als 17% hat die Aktie von Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik, so der vollständige Firmenname, gestern zulegen können, nachdem der Vorstand die vorläufigen Zahlen für das erste Halbjahr veröffentlicht hat. Dieser Kurssprung brachte die Eckert & Ziegler-Aktie auf den höchsten Stand seit dem Platzen der Technologieblase vor 19 Jahren.

Spitzenreiter im ohnehin freundlichen Nebenwerteindex SDAX

Wer vermutet, bei solchen Kursbewegungen hätten sich Umsatz und Ergebnis vervielfacht, dürfte enttäuscht worden sein. Noch nicht einmal um 10% konnten die Erlöse aus den fortgeführten Bereichen gesteigert werden: Von 81 auf 89 Millionen Euro. Beim Ergebnis je Aktie sieht die Sache schon erbaulicher aus: Hier ergab sich zum Halbjahr ein Anstieg um immerhin 57% Prozent auf 2,59 Euro, nachdem im vergleichbaren Vorjahreszeitraum noch ein Gewinn von 1,65 Euro je Aktie zu Buche gestanden hat.

Ganz offensichtlich konnten damit die Erwartungen der Anleger deutlich übertroffen werden. Was wiederum nicht verwundert, hatte doch das Management in den vergangenen Jahren die hochgesteckten Erwartungen ein ums andere Mal verfehlt. In diesem Umfeld war in den Erwartungen der Analysten so viel Vorsicht eingepreist, dass eine Übererfüllung fast schon unumgänglich war.

Vorstand hebt Prognosen an

Dies scheint auch der Vorstand so zu sehen, der, befeuert von den guten Halbjahresergebnissen, gleich die Gesamtjahresprognosen angehoben hat: Ist er bislang noch von einem Gewinn je Aktie von 3,50 Euro ausgegangen, sollen es nun 4,00 Euro sein. Und weil in der ersten Jahreshälfte bereits deutlich mehr als die Hälfte von dem angehobenen Ausblick erreicht wurde, könnte die neue Prognose sogar Spielraum für eine weitere Übererfüllung lassen.

Stellt sich für einen Anleger die Frage, ob er (oder sie) jetzt zugreifen soll – oder besser nicht. Antwort gibt ein Blick auf die Aktienbewertung. Basierend auf der Guidance des Vorstands wird die Aktie aktuell mit dem 30-fachen der 2019er Gewinnschätzungen gehandelt. Für das Jahr 2020e dürfte sich nach Anpassung der Consensus-Schätzungen ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 26 einstellen.

Die Risiken nehmen zu

Um eine so stramme Bewertung zu rechtfertigen, müsste Eckert & Ziegler in den kommenden Jahren dauerhaft und stetig höhere Gewinnwachstumsraten aufweisen als in der volatilen Vergangenheit. Hier kam es nämlich in regelmäßigen Abständen zu empfindlichen Gewinneinbrüchen. Um diese zu umgehen, dürfte es notwendig sein, dass Eckert & Ziegler noch mehr auf das hochmargige Radiopharmaziegeschäft setzt.

Weil Wettbewerber den Trend der sogenannten Präzisions-Onkologie verschlafen haben hat Eckert & Ziegler für den pharmazeutischen Wirkstoff einer neuen Substanz zur Feindiagnose von neuroendokrinen Tumoren eine Art Liefermonopol, insbesondere für den US-amerikanischen Markt. Davon profitiert das Berliner Unternehmen seit knapp zwei Jahren. Wenn hier aber Konkurrenten wie Novartis und Bayer, die derzeit noch mit Zulassungsschwierigkeiten zu kämpfen haben, nachlegen, könnte es damit aber auch schnell vorbei sein.

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Von: Peter Thilo Hasler. Über den Autor

Peter Thilo Hasler ist seit über 25 Jahren als Finanzanalyst tätig, zunächst für einige große Investmentbanken, seit 2010 in seiner eigenen Research-Firma. Als Analyst berät er namhafte Fondsmanagern und Vermögensverwalter weltweit.

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