Stratec profitiert vom Diagnostik-Boom

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Stratec macht in der Corona-Pandemie gute Geschäfte. Die Aktie ist allerdings kein Schnäppchen mehr. (Foto: spainter_vfx/Shutterstock)

Diagnostik-Unternehmen zählen zu den Gewinnern der Corona-Pandemie. Mit Abbott Laboratories und Thermo Fisher Sciences hatte ich Ihnen in den vergangenen Monaten u.a. zwei große Player der Branche aus den USA vorgestellt. Heute möchte ich mich mit einem kleineren Wert aus Deutschland beschäftigen.

Unternehmensportrait

Die Stratec SE (vormals Stratec Biomedical AG) ist ein in Deutschland ansässiges Unternehmen, das sich mit der Entwicklung und Herstellung von vollautomatischen Systemen auf Basis eigener patentierter Technologien für seine Partner in den Bereichen In-vitro-Diagnostik und Life Sciences im In- und Ausland beschäftigt. Dabei verfügt der seit 2011 an der Börse gelistete Konzern über drei Segmente:

  • Instrumentation: Hier ist die Entwicklung und Herstellung von vollautomatischen Analysensystemen beheimatet.
  • Diatron: Diese Sparte bietet Systeme, Systemkomponenten, Verbrauchsmaterialien und Tests für Anwendungen in der Hämatologie und klinischen Chemie mit niedrigem Durchsatz an.
  • Consumables: Dieser Geschäftsbereich entwickelt und verkauft wissenschaftliche Materialien wie die Nukleinsäureaufreinigung sowie intelligente Verbrauchsmaterialien in den Bereichen Diagnostik, Biowissenschaften und Medizintechnik.

Gute Geschäfte im Jahr 2020

Leider liegen noch keine Zahlen zum abgelaufenen Jahr 2020 vor. Doch bereits bei der Bekanntgabe der Ergebnisse zum 3. Quartal waren nicht nur die Marktbeobachter positiv überrascht: In den ersten 9 Monaten des Jahres 2020 konnte der Umsatz von 158,3 Mio. Euro auf 179,1 Mio. Euro gesteigert werden. Zudem vermeldete der Labor-Ausrüster aus dem Rheinland-Pfälzischen Birkenfeld einen Gewinnanstieg von 20 Mio. Euro auf 28,1 Mio. Euro. Das entspricht einem Neunmonatsgewinn von 1,55 Euro je Aktie und damit einer Verdopplung gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Bestätigung der Prognosen – mit leichter Anpassung nach oben

Zeitgleich wurden die bisherigen Umsatzprognosen bestätigt, die eine Umsatzsteigerung auf organischer Basis von 14 % bis 18 % vorhersagen. Vor Zinsen und Steuern wird eine Marge zwischen 15,5 % und 16,5 % auf angepasster Basis angestrebt. Allerdings wurde wegen der erhöhten Nachfrage auf Grund der Corona-Pandemie bekanntgegeben, dass die Zahlen wohl am oberen Ende der Spanne ausfallen werden.

Sie dürfen also gespannt sein, was der Konzern Ende März – dann sollen erst die Jahreszahlen von 2020 veröffentlicht werden – aus dem Hut zaubern wird. Da die Nachfrage wegen der Covid-19-Entwicklung weiterhin stark vorhanden ist, gehe ich von einem positiven Zahlenwerk aus.

Aktie kein Schnäppchen mehr

Mit einem zu erwartenden Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 44 ist die Aktie jedoch kein Schnäppchen mehr. Auf diesem Bewertungsniveau sollte das Zahlenwerk im März lieber nicht enttäuschen. Falls die Zahlen jedoch stimmen, erscheint ein Angriff auf die Höchststände von mehr als 140 Euro mittelfristig gut möglich. Langfristig wird es zudem wichtig sein, schnell weitere Produkte zu entwickeln, um nach dem Ende der Corona-Pandemie wettbewerbsfähig zu sein.

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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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