Streaming-Dienste rütteln Branche durch

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Klassisches Fernsehen gerät immer mehr ins Hintertreffen, dagegen sind die Streaming-Dienste auf dem Vormarsch. (Foto: Harry Wedzinga / shutterstock.com)

Die Digitalisierung und das Internet haben die Medienbranche deutlich verändert und neuen Marktbedingungen unterworfen. Das Geschäft ist schneller und individualer geworden. Der strukturelle Wandel lässt sich am klassischen TV-Geschäft am besten festmachen, reicht aber viel weiter. Mit dem Internet haben sich moderne Streaming-Anbieter am Markt durchgesetzt. Das klassische TV-Geschäft wird dagegen immer unbeliebter. Damit sinken auch die Werbeeinnahmen.

Die ProSiebenSat.1 Media AG und ihr direkter Rivale, die RTL Group, haben mit diesem strukturellen Wandel schwer zu kämpfen. ProSieben hat für die ersten 9 Monate schwache Zahlen vorgelegt und ist hinter unseren Erwartungen zurückgeblieben. Der Umsatz sank um 2,5% auf rund 2,7 Mrd. €. Unterm Strich ging der Gewinn um 8,3% auf 1,21 € pro Aktie zurück. RTL hat dagegen mehr umgesetzt, dafür aber weniger verdient.

Der Umsatz stieg um 2,7% auf rund 4,5 Mrd. €. Unterm Strich ging der Gewinn um 2,5% auf 2,76 € pro Aktie zurück. Allerdings ist der Gewinnrückgang in erster Linie auf Sondereffekte zurückzuführen. Operativ lief es besser. Der operative Gewinn verbesserte sich um 2,4% auf 756 Mio. €.

Marktführer lassen die Konkurrenz hinter sich

Ganz anders lief es dagegen bei Netflix. Der Marktführer in Sachen Streaming hat für 2018 beeindruckende Zahlen vorlegt. Die Wachstumsstory kennt kein Ende. Der Umsatz stieg um 35,1% auf rund 15,8 Mrd. $. Netflix hat sich bemerkenswert am Markt durchgesetzt und zählt heute zu den klaren Innovationsführern im Fernsehgeschäft. Der Konzern hat genau den Nerv der Zeit getroffen und macht jetzt den alt eingesessenen TV-Anbietern die Gewinne streitig. 2019 wird Netflix seine Marktführerschaft weiter ausbauen.

Ähnlich gut lief es bei Facebook. Trotz Datenskandal und politischer Diskussionen, die Facebook eigentlich belasten sollten, hat der Konzern neue Rekordzahlen für 2018 vorgelegt. Praktisch alle relevanten Kennzahlen haben sich positiv entwickelt und unsere Erwartungen teils weit übertroffen. Der Umsatz stieg um 37% auf 55,8 Mrd. $. Unterm Strich stieg der Gewinn um 39% auf 22,1 Mrd. $. Ein Ende dieser Erfolgsgeschichte ist nicht in Sicht, wobei es abzuwarten bleibt, ob Facebook diese Dynamik langfristig aufrechterhalten kann.

Eine deutsche Erfolgsgeschichte

Doch nicht nur die großen Digitalkonzerne können überzeugen. Die kleinere Erfolgsgeschichte der HolidayCheck Group zeigt, dass man auch in der Medienbranche mit innovativen Ideen und einem guten Management weit nach oben kommen kann. Die Umstrukturierungsmaßnahmen trugen Früchte.

HolidayCheck hat sich von einem einfachen Online- Bewertungsportal zu einem digitalen Reisevermittler entwickelt und baut sein Produktportfolio jetzt stetig aus. Die Strategie geht auf. Der Umsatz stieg in den ersten 9 Monaten um 16,3% auf 108,4 Mio. €. Dabei konnte die Gewinnzone endlich erreicht werden. Unterm Strich wurde ein Gewinn von 0,06 € pro Aktie erzielt. Im Vorjahr musste noch ein Fehlbetrag von 0,08 € pro Aktie ausgewiesen werden. HolidayCheck ist deutlich profitabler geworden. Das EBITDA hat sich verzehnfacht. Wir halten diese Erfolgsgeschichte ganz besonders im Auge.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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