Streikandrohung in Südafrika: Ein weiterer Tiefschlag für die Goldbranche

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Noch in dieser Woche soll es zu Streiks bei Goldminen in Südafrika kommen. Das würde den Druck auf die Unternehmen weiter massiv erhöhen. (Foto: optimarc / Shutterstock.com)

Die Marktlage ist für Goldminen aktuell schon sehr anspruchsvoll. Das liegt vor allem am Preisniveau im Bereich um 1.200 Dollar. Viele Minen verdienen noch Geld – doch die Margen schrumpfen doch zusehends zusammen. Das liegt schlicht und einfach an den immer weiter steigenden Kosten.

Hierfür sind verschiedene Faktoren verantwortlich – je nachdem auch, wo die Minen sich befinden. Aktuell sorgen beispielsweise Streikandrohungen für Probleme beim südafrikanischen Goldproduzenten Sibanye-Stillwater. Das Unternehmen hat neben etlichen Goldminen auch die Stillwater Platin und Palladium-Mine im Portfolio.

Lohnsteigerungen über Inflationsniveau können Produzenten nicht lange durchhalten

Doch die großen Probleme ergeben sich aktuell bei dem ohnehin schon kostenintensiven Standort Südafrika. Dort soll ab Mittwoch dieser Woche die Arbeit bei einigen Minen ruhen. Zwar hat das Unternehmen Regelungen mitgleich 3 Gewerkschaften über die Lohnentwicklung in den kommenden 3 Jahren gefunden. Bei der mächtigen AMCU ist das jedoch nicht gelungen. Und diese Gewerkschaft vertritt immerhin 43% der rund 32.000 Mitarbeiter bei den südafrikanischen Minen des Unternehmens.

Doch nicht nur Sibanye Stillwater steht hier unter Druck. Auch andere Produzenten haben schon erklärt, dass Lohnsteigerungen über Inflationsniveau die ohnehin schon hohen Kosten weiter ansteigen lassen. Dabei stand die Inflation zuletzt im wirtschaftlich stärksten Land des afrikanischen Kontinents bei knapp 5%.

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Die mächtige AMCU weigert sich nun den Abschluss anzunehmen – der erst nach zähen Verhandlungen über Monate mit den Gewerkschaften überhaupt zustande kam. Sibanye Stillwater ist nun aber nicht bereit, das Angebot noch weiter zu erhöhen. Daher ist jetzt der Streik wohl kaum noch zu vermeiden. Welche Auswirkungen das tatsächlich auf das operative Geschäft bei Sibanye Stillwater hat, lässt das Management zurzeit noch offen.

An diesem Beispiel aus Südafrika erkennen Sie einmal mehr, vor welchen Problemen die Minenbranche aktuell steht. Neben den niedrigen Marktpreisen sind es eben vor allem die immer weiter steigenden Kosten, die massiven Druck auf die Produzenten ausüben. Und tatsächlich wäre es wohl für einige Produzenten derzeit besser, das Gold gar nicht zu fördern und stattdessen auf höhere Preise zu warten.

Minen müssen weiter produzieren – auch wenn die Kosten massiv steigen

Das klingt nach einer brauchbaren Strategie – doch die hält den Praxistest nicht aus. Minen kann man eben nicht so einfach stilllegen und wieder öffnen, wie andere Produktionsstätten. Zudem sind viele Goldproduzenten auf den Cash Flow aus der laufenden Produktion angewiesen, um die laufenden Kosten zu decken.

Insgesamt ergibt sich damit weiter ein anspruchsvolles Marktumfeld für die Minenwerte – und das gilt nicht nur für die von Streikbetroffenen Unternehmen in Südafrika.


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Heiko Böhmer
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.