Stryker-Aktie: Medizintechnik-Riese schlägt wieder zu

Übernahme Symbolbild Puzzlestücke_shutterstock_701748778_NicoEINino

Stryker-Aktie: Medizintechnik-Riese setzt Einkaufstour ungebremst fort (Foto: NicoEINino / shutterstock.com)

Mit der Aktie des US-Medizintechnik-Giganten Stryker konnten Sie in den vergangenen Jahren wenig falsch machen. Auf Fünfjahressicht legten die Papiere mehr als 140% an Wert zu. Damit hat die Aktie den marktbreiten S&P 500 Index um mehr als 60% hinter sich gelassen.

Dabei legt der US-Konzern auch operativ eine beeindruckende Konstanz an den Tag. Robuste Wachstumsraten garniert mit gezielten Übernahmen waren der Cocktail für eine Wachstumsstory, die bei den Anlegern offenbar auch weiterhin gut ankommt.

Wachstum durch Zukäufe ist die Devise

Stryker wurde 1946 gegründet und ist seit 1979 an der Börse gelistet. Das Unternehmen ist in über 100 Ländern aktiv und mit den Standbeinen „Orthopädie“ und „Operationssaal“ weltweit führend. Das Leistungsspektrum umfasst orthopädische Implantate, Trauma-Systeme, das für das Knochenwachstum verantwortliche osteogene Protein-1 (OP-1), verschiedene chirurgische Instrumente, Endoskopie-Systeme sowie verschiedenes Zubehör und Verbrauchsmaterial für die Versorgung von Patienten. Auch Produkte für die Unfallversorgung wie Tragebahren gehören zum Portfolio des Unternehmens. Seit Jahren verfolgt Stryker eine aggressive Expansionsstrategie.

Dementsprechend beeindruckend sieht die Geschäftsentwicklung aus. Seit 2001 kletterten die Erlöse von 2,6 Milliarden Dollar auf zuletzt 12,44 Milliarden Dollar in die Höhe (+376%). Im Gegenzug sprangen die Gewinne auf 1,02 Milliarden Dollar an.

Mit Mako Surgicals ein Standbein bei Operationsrobotern

Mit der Übernahme von Mako Surgicals für 1,65 Milliarden Dollar hat sich Stryker bereits 2013 auch im Wachstumsmarkt bei Operationsrobotern positioniert. Mit dem Zukauf hat der Medizintechnik-Konzern den Pionier auf dem Gebiet der Roboter-Arm assistierten Chirurgie in der Orthopädie übernommen. Dabei kommen die OP-Roboter besonderes bei Knie- und Hüftoperationen zum Einsatz. Die Vorteile liegen klar auf der Hand. Insbesondere konventionelle Knie-OPs sind für den Arzt schwierig durchzuführen, da der Einstichwinkel sehr wichtig und komplex in der Durchführung ist.

Taschenrechner Stift Kurse – shutterstock_84247642 Zadorozhnyi Viktor

Hörgeräte: Boom-Branche mit Gewinn-GarantieMit seinen Produkten verbessert Sonova das Hörvermögen und Sprachverständnis unzähliger Menschen. Hier die aktuellen Zahlen des Konzerns: › mehr lesen

Mit Hilfe des Roboters gelingen die Operationen deutlich besser. Die Eingriffe haben weniger Komplikationen, sind weniger invasiv, die Patienten genesen schneller und die Kosten für das Gesundheitssystem sinken.

Stryker setzt auf Innovationen

Neben der Roboterchirurgie beschäftigt sich Stryker zunehmend auch mit der Nutzung der 3D-Drucktechnologie in den Bereichen Neurotechnologie und Wirbelsäule. Konkret nutzen sie die 3D-Additiv-Fertigung mit Titan zur Herstellung poröser Titanimplantate und bilden ihre Tritanium-Produktlinie. Der Vorteil: Gelenke und Wirbel verschmelzen miteinander, ohne dass Knochenzement benötigt wird. Dieser kann nämlich erodieren und muss dann möglicherweise ersetzt werden.

Zuletzt hat Stryker seine Position mit der Übernahme von K2M nochmals deutlich verbessert. Für das auf Technologien zu Behandlung von Wirbelsäulenschäden spezialisierte Unternehmen legte Stryker immerhin 1,4 Milliarden Dollar auf den Tisch. K2M stellt neben porösen Implantaten für die Knochenfusion auch andere korrigierende Produkte für Wirbelsäulenerkrankungen her und ist somit eine sinnvolle strategische Ergänzung zum Portfolio von Stryker.

Prognose wird beibehalten

Dem Kauf von K2M folgte vor wenigen Tagen noch die Akquisition von Invuity. Das Unternehmen ist ein Anbieter von Einweg-Operationsinstrumenten und Beleuchtungsgeräten für den medizinischen Bereich. Stryker wird bis Ende des Jahres alle ausstehenden Aktien von Invuity zum Preis von 7,40 US-Dollar pro Aktie kaufen. Insgesamt wird die Invuity-Übernahme Stryker ungefähr 190 Millionen US-Dollar kosten.

An seinem prognostizierten Jahresgewinn hält Stryker unterdessen fest. Für das Gesamtjahr erwartet der Medizintechnikspezialist einen Jahresgewinn pro Aktie von 7,22 bis 7,27 US-Dollar.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Alle_Sujets_Portrait_WEB_Koenig3
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.