STS Group: Börsenneuling im Blickpunkt

Lernen Sie jetzt den Anfang Juni dieses Jahres an die Börse gegangenen Nutzfahrzeug-Zulieferer STS kennen. (Foto: gopixa)

Am 1. Juni dieses Jahres feierte die Mutares-Tochter STS ihr Börsendebüt. Falls Sie nicht wissen, was hinter Mutares steckt – kein Problem. Das Unternehmen ist in keinem der wichtigsten deutschen Aktienindizes vertreten und daher kaum bekannt.

Ich habe neulich sogar mit einem Fondsmanager einer großen deutschen Vermögensverwaltung gesprochen, der das Unternehmen nicht kannte. Sie sehen also: Man muss sich nicht dafür schämen, wenn man Mutares nicht kennt.

STS: Erster Börsengang für Mutares

Mutares ist eine Beteiligungsgesellschaft, die sich vor allem darauf spezialisiert hat, Unternehmen zu erwerben, die sich in schwierigen Situationen befinden und diese anschließend wieder auf Kurs zu bringen. In diesem Jahr brachte Mutares mit der STS Group erstmals ein Tochterunternehmen an die Börse.

Der Börsengang lief jedoch ganz anders, als man es sich bei Mutares zuvor vorgestellt hatte. Beim Emissionspreis (dem Ausgabepreis der Aktien) musste Mutares erhebliche Zugeständnisse. Dies führte letztlich dazu, dass der Börsenwert von STS nach dem Börsengang deutlich niedriger war, als der Wert, mit dem das Unternehmen zuvor bei Mutares in den Büchern stand.

Die Folge: Die Mutares-Aktie geriet deutlich unter Druck und büßte innerhalb weniger Wochen rund 40% ihres vorherigen Wertes ein. Auch die STS-Aktie war in den vergangenen Wochen etwas unter Druck. Zwar lag der Emissionspreis mit 24 Euro schon in einem – zumindest aus fundamentaler Sicht – sehr günstigen Bereich, dennoch ging es in der Folge für die STS-Aktie noch weiter in Richtung Süden.

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Bevor ich mich in der Fortsetzung dieses Beitrags weiter mit der STS-Aktie und den jüngsten Nachrichten aus dem Unternehmen beschäftige, möchte ich Ihnen die STS Group kurz vorstellen.

STS Group: Ein führender Nutzfahrzeug-Zulieferer

Die STS Group ist nach eigenen Angaben ein weltweit führender Nutzfahrzeug-Systemlieferant für die Automobilindustrie. Die Unternehmensgruppe, die auf eine Tradition und Expertise seit 1934 zurückblicken kann, beschäftigt weltweit mehr als 2.500 Mitarbeiter und hat im Geschäftsjahr 2017 einen Umsatz von 425 Mio. Euro erzielt.

STS produziert in insgesamt 16 Werken in Frankreich, Italien, Deutschland, Polen, Mexiko, Brasilien und China Kunststoff- und Akustikkomponenten, wie zum Beispiel feste und flexible Fahrzeugverkleidungen, geräusch- und vibrationsdämpfende Werkstoffe oder ganzheitliche Innenraum- und Außenverkleidungs-Systeme.

Das Unternehmen gilt in der Herstellung von Kunststoff-Spritzguss, Akustik-Spezialprodukten und SMC (Sheet Molding Compound) als technologisch führend. Die SMC-Technologie wird in der Elektromobilität insbesondere im Bereich des leichten Fahrzeugbaus verwendet und kann Metallkomponenten effizient ersetzen. Zu den Kunden von STS zählen nach Unternehmensangaben verschiedene führende internationale Nutzfahrzeug- und Automobilhersteller.


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Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.