Stühlerücken in DAX und EuroStoxx: Fresenius steigt auf

Der Gesundheitskonzern Fresenius spielt künftig in der ersten europäischen Aktienliga.

Das hessische Unternehmen, auch bereits im DAX-30 gelistet, steigt zum 21. September 2015 in den europäischen Leitindex EuroStoxx 50 auf und verdrängt hier den Essener Energiekonzern RWE.

Der EuroStoxx bildet die Kursentwicklung 50 großer Unternehmen der Euro-Zone aus verschiedenen Branchen ab.

Mit dem Aufstieg wird die Fresenius-Aktie auch für internationale Investoren noch attraktiver. Diese achten nämlich genau darauf, welche Unternehmen in dem Auswahl-Index der Euro-Zone gelistet sind.

Und für passiv gemanagte Indexfonds bedeutet der Aufstieg ein automatisches Kaufsignal für die Fresenius-Aktie. Denn sie müssen am Tag der offiziellen Umstellung im EuroStoxx 50 exakt den Index in seiner neuen Zusammensetzung abbilden.

Fresenius, das vor allem im Krankenhaus- und Dialysegeschäft aktiv ist, ist dank zahlreicher Übernahmen in den vergangen Jahren kräftig gewachsen.

Seit 2008 hat sich der Umsatz fast verdoppelt auf 23 Mrd. €. Auch in den kommenden Jahren will das Unternehmen mit weiteren Zukäufen wachsen.

Dividende steigt um mehr als 20%

Erst vergangene Woche hatte Fresenius seine Ziele für das laufende Jahr bestätigt und mitgeteilt, seine Dividende um deutlich mehr als 20% zu erhöhen.

Damit übertraf das Unternehmen ebenso wie mit seiner Dividenden-Prognose die Erwartungen der Analysten.

Fresenius hatte in diesem Jahr seine Prognose wegen guter Geschäfte mit Nachahmermedikamenten in den USA bereits 2x angehoben.

Dabei lässt sich Fresenius auch von den Turbulenzen in China und anderen Schwellenländern nicht aus dem Tritt bringen.

Für 2016 ist Fresenius-Chef Ulf Schneider optimistisch – trotz „der derzeitigen Phase allgemeiner Unsicherheit über die Entwicklung der Weltwirtschaft“.

China-Erlöse wachsen deutlich

In China konnte Fresenius seine Erlöse in den vergangenen Jahren deutlich ausbauen. Doch ist der Anteil am gesamten Konzernumsatz mit rund drei Prozent deutlich geringer als bei anderen Dax-Konzernen.

In den Regionen Asien-Pazifik, Lateinamerika und Afrika insgesamt erzielte Fresenius im vergangenen Jahr 16% seiner Erlöse.

Was die Fresenius-Aktionäre zusätzlich positiv stimmen sollte: Schneider kündigte an, dass das für 2017 ausgegebene Ergebnisziel von 1,4 bis 1,5 Mrd. € bereits in diesem Jahr erreicht werden könnte.

Und auf der Bilanz-Pressekonferenz im Februar 2016 will Schneider neue Mittelfrist-Ziele bekanntgeben.

1. September 2015

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Philipp Ley
Von: Philipp Ley. Über den Autor

Philipp Ley ist ausgebildeter Wirtschaftsjournalist mit Stationen u. a. bei n-tv, Financial Times Deutschland, Rheinischen Post und der Aktien-Analyse. In den vergangenen zwölf Jahren hat er zudem als Kommunikations- und Investor-Relations-Berater zahlreiche Geschäftsberichte erstellt: für kleinere aufstrebende Unternehmen ebenso wie für Börsenschwergewichte.

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