Stühlerücken in den deutschen Indizes

4x im Jahr überprüft die Deutsche Börse die Zusammensetzung der deutschen Auswahl-Indizes. Am Dienstag war es wieder soweit.

Ich gebe Ihnen hier einen kleinen Überblick über die anstehenden Veränderungen:

Im DAX bleibt alles beim Alten

2 Faktoren spielen eine Rolle, wenn es darum geht, in welchem Index ein Unternehmen gelistet ist:

  1. Zum einen ist das der Börsenwert, wobei hier nur der Streubesitz berücksichtigt wird.
  2. Und zum anderen handelt es sich dabei um die Handels-Umsätze an der Börse.

Auf Basis dieser Faktoren überprüft der Arbeitskreis Indizes der Deutschen Börse 4x pro Jahr die Zusammensetzung der Indizes.

Die Umstellungen, die am Dienstagabend bekanntgegeben wurden, werden ab dem 18. September wirksam.

Im DAX stehen dabei keine Veränderungen an, wohl aber in der 2. und 3. Börsenliga.

Neu im MDAX: Grand City Properties und Metro Wholesale & Food

Im MDAX, dem Index der mittelgroßen Firmen, gibt es 2 Veränderungen:

Die Aktien des Baukonzerns Bilfinger und des Großküchen-Ausstatters Rational müssen den Midcap-Index verlassen und sind künftig im Nebenwerte-Index SDAX gelistet.

Dafür rückt zum einen Grand City Properties auf.

Die Immobilien-Gesellschaft war erst vor einigen Monaten in den strenger regulierten Prime Standard gewechselt und ist daraufhin in den SDAX aufgenommen worden.

Jetzt steigt der Konzern in den MDAX auf und ist dort bereits die 6. Immobilienfirma.

Der 2. MDAX-Neuling ist Metro Wholesale & Food. Der Handels-Konzern Metro hatte sich vor Kurzem aufgespalten:

Während die Unterhaltungs-Elektronik-Sparte Ceconomy im MDAX bleiben durfte, musste das Lebensmittel-Segment zunächst weichen, rückt jetzt aber wieder auf.

Stühlerücken im SDAX

Auch im SDAX tut sich einiges:

Der Essens-Lieferant Delivery Hero, der erst Ende Juni an die Börse ging, steigt ebenso in den Nebenwerte-Index auf wie die Immobilien-Firma Aroundtown Property.

Ihren Platz im SDAX räumen müssen die WCM Beteiligungs- und Grundbesitz AG sowie der Personal-Dienstleister Amadeus Fire und das Agrar-Unternehmen BayWa.

Diese Aktien sind künftig in keinem deutschen Auswahl-Index mehr vertreten.

Eine Index-Aufnahme stärkt die Nachfrage

Grundsätzlich wirkt sich eine Index-Aufnahme meist positiv aus. Denn Fonds, die einen Index nachbilden, müssen die betreffende Aktie in ihr Portfolio aufnehmen.

Dies wiederum stärkt die Nachfrage nach der Aktie, was sich häufig positiv auf die Kursnotiz auswirkt.

Dennoch sollten Sie in eine Aktie nicht nur deshalb investieren, weil sie in einen Index aufgenommen wird.

Für aussichtsreich halte ich jedoch Grand City Properties. Die Aktie des MDAX-Aufsteigers hat sich nach dem Börsengang im Mai 2012 rasant entwickelt:

Gegenüber dem Emissions-Preis von 3,00 € legte der Aktienkurs in der Spitze um mehr als 600% bis auf ein Hoch bei 21,70 € zu.

grand city

Seitdem befindet sich der Titel in einer ausgedehnten Konsolidierung, die nunmehr schon seit mehr als 1,5 Jahren andauert.

An der vom Rekordhoch ausgehenden Abwärts-Trendlinie ist der Kurs seit Mai mehrfach gescheitert.

Gelingt es, diese mit einem Sprung über das jüngste Zwischenhoch (18,75 €) zu überwinden, steigen die Chancen für eine Wiederaufnahme des langfristigen Aufwärtstrends erheblich.

In diesem Fall rückt für die kommenden Monate wieder das Allzeithoch bei 21,70 € in den Fokus. Sie sollten den MDAX-Aufsteiger also im Auge behalten.

7. September 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.

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