Stühlerücken in den deutschen Indizes

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Gestern standen die Veränderungen in den deutschen Indizes an. Vor allem im SDAX wurde munter gewechselt. Ich stelle Ihnen die Neulinge vor. (Foto: imagentle / shutterstock.com)

Vor zwei Wochen hatte ich Ihnen an dieser Stelle über die Veränderungen in den deutschen Indizes berichtet. Diese wurden gestern umgesetzt. Dabei kam es vor allem im Nebenwerte-Index SDAX zu einem regelrechten “Bäumchen-wechsel-dich-Spiel”.

Ich möchte Ihnen einen Überblick über die Veränderungen geben und stelle Ihnen die Neulinge, die Sie vermutlich nicht alle kennen, kurz vor. Außerdem gebe ich Ihnen meine charttechnische Einschätzung zu den Aufsteigern.

Siemens Energy neu im MDAX

Zunächst nochmals die Veränderungen im Überblick. Im DAX wie auch im TecDAX bleibt alles beim Alten. Eine Veränderung gibt es im MDAX. Die Aktie des Leasing-Spezialisten Grenke, die in den vergangenen Monaten massiv an Wert verloren hatte, muss ihren Platz räumen und steigt in den SDAX ab.

Dafür rückt erwartungsgemäß Siemens Energy in den MDAX auf. Siemens hatte sein ehemaliges Stammgeschäft Ende September abgespalten und an die Börse gebracht. Siemens Energy ist ein Riese mit mehr als 90.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 29 Mrd. Euro. Allerdings leidet das Geschäft mit Gasturbinen, früher ein großer Gewinnbringer, unter der Energiewende und schwachen Margen.

Nach einem etwas holprigen Börsenstart hat sich der MDAX-Aufsteiger berappelt. Am Freitag markierte die Aktie bei 27 Euro ein neues Hoch und notiert immerhin rund 20% über dem ersten Börsenkurs. Das sieht also nicht schlecht aus. Angesichts der nicht einmal drei Monate langen Börsenhistorie ist eine vernünftige charttechnische Beurteilung jedoch noch nicht möglich.

“Bäumchen-wechsel-dich” im SDAX

Kommen wir zum SDAX. In dem Nebenwerte-Index gab es gleich sieben Wechsel. Ihren Platz räumen mussten der Kabelnetz-Betreiber Tele Columbus, der Autozulieferer Leoni, der Finanzdienstleister Wüstenrot & Württembergische, der Werkzeugmaschinenbauer DMG Mori, der UV-Technologie-Spezialist Dr. Hönle, der IT-Sicherheitsanbieter Secunet sowie der Autowaschanlagen-Hersteller Washtec.

Neu im SDAX sind neben dem MDAX-Absteiger Grenke künftig der Online-Broker FlatexDegiro, der Rüstungselektronik-Hersteller Hensoldt, die Online-Möbelhändler Home24 und Westwing, der Biodiesel-Hersteller Verbio sowie der Autozulieferer ElringKlinger.

Hensoldt: Größter Börsengang des Jahres

Der Börsengang von Hensoldt war der größte in diesem Jahr. Hensoldt ist die ehemalige Airbus-Radarsparte, die 2017 von dem Finanzinvestor KKR übernommen worden war. Das Unternehmen, das Technologien in den Bereichen Daten-Management, Robotik und Cyber-Sicherheit anbietet, erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 1,1 Mrd. Euro.

Zuletzt machte das Unternehmen Schlagzeilen, weil sich der Bund mit 25,1% an Hensoldt beteiligt. Dadurch soll eine mögliche Übernahme der Firma, die militärische Schlüsseltechnologien herstellt, durch eine ausländische Gesellschaft verhindert werden.

Der Rüstungselektronik-Hersteller ist ebenfalls erst seit Ende September an der Börse. Wie bei Siemens Energy hat sich der Aktienkurs nach einem schwächeren Start inzwischen recht positiv entwickelt. Aktuell notiert der Kurs 14% über dem Emissionspreis, der bei 12 Euro gelegen hatte.

Auch bei Hensoldt ist drei Monate nach dem Börsengang eine charttechnische Einschätzung wenig sinnvoll. Welche der SDAX-Neulinge mir unter Trendaspekten gut gefallen, verrate ich Ihnen morgen.

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Michael Kelnberger
Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.

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