Stühlerücken in den Indizes

Am kommenden Montag steht nach längerem wieder einmal eine Veränderung im DAX an – die erste seit drei Jahren. Auch in den anderen Indizes tut sich einiges. Ich gebe Ihnen heute einen kurzen Überblick.

Vonovia steigt in den DAX auf

Mit Vonovia steigt zum ersten Mal ein Immobilienkonzern in den deutschen Leitindex auf und verdrängt dort den Chemiekonzern Lanxess. Falls Ihnen Vonovia nichts sagt – kein Problem.

Die Deutsche Annington hat nach der Übernahme des Konkurrenten Gagfah den Namen in Vonovia geändert und firmiert seit August als europäische Aktiengesellschaft.

Der größte deutsche Immobilienkonzern erlebt einen rasanten Aufstieg. Nach dem Umweg über SDAX und MDAX schafft das Unternehmen gerade einmal gut zwei Jahre nach seinem Börsengang nun den Aufstieg in die erste deutsche Börsenliga.

Aufwärtstrend vor der Fortsetzung

Die Aktie von Vonovia hat sich seit dem Börsengang erfreulich entwickelt. Gegenüber dem Emissionspreis von 16,50 Euro hat sich der Kurs in der Spitze mehr als verdoppelt.

Vom Hoch bei gut 35 Euro kam es zwischen März und Juni zu einer deutlichen Korrektur bis auf knapp 24 Euro. Von hier aus hat sich die Aktie aber wieder erholt und sich auch bei der jüngsten Marktkorrektur gut geschlagen.

vonovia

Gelingt der Sprung über die 30-Euro-Marke, spricht alles für eine Wiederaufnahme des Aufwärtstrends. Mittelfristig sehe ich gute Chancen auf weitere Kurssteigerungen, zumal die Aktie durch die DAX-Aufnahme nun noch stärker in den Fokus von Großinvestoren rückt.

Neu im MDAX: Hella und Deutsche Pfandbriefbank

Neben der Lanxess-Aktie, die vom DAX in den MDAX absteigt, verstärken ab Montag zwei Börsenneulinge den Midcap-Index. Während der Scheinwerfer-Produzent Hella bereits seit November letzten Jahres an der Börse ist und zuvor schon im SDAX gelistet war, wird die Deutsche Pfandbriefbank nur zwei Monate nach dem Börsengang direkt in den MDAX aufgenommen.

Das Nachfolge-Unternehmen der Hypo Real Estate kann bislang nur eine sehr kurze Börsenhistorie vorweisen. Ich ziehe Firmen vor, die schon etwas länger am Markt sind. Auch die Hella-Aktie ist nach einem erfolgreichen Börsenstart nun schon seit längerem auf dem Weg nach unten. Hier drängt sich ein Einstieg ebenfalls nicht auf.

Gerry Weber steigt in den SDAX ab

Der Pharma-Großhändler Celesio muss den MDAX verlassen und wird wegen der anstehenden Übernahme durch den US-Konzern McKesson künftig in keinem Auswahlindex mehr gelistet.

Die Aktie des Modekonzerns Gerry Weber steigt in den SDAX ab. Neu aufgenommen wird Sixt Leasing. Die Tochtergesellschaft des Autovermieters Sixt kam erst im Mai an die Börse. Dafür muss die Aktie von Villeroy & Boch den Nebenwerte-Index verlassen.

Bei Gerry Weber ist der Abstieg in den SDAX das Ergebnis einer seit längerem enttäuschenden Kursentwicklung. Nach zuletzt schwachen Zahlen ist die Aktie auf den tiefsten Stand seit fast fünf Jahren gefallen und notiert mittlerweile mehr als 60% unter ihrem Höchststand. Die Richtung zeigt weiter klar nach unten. Für Trendfolger gilt hier derzeit: Finger weg!

17. September 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.

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