Sturm auf die Deutsche Bank

Die Deutsche Bank ist begehrt wie lange nicht mehr. 20% Plus im November und daraufhin weiter steigende Kurse zum Jahresende sind möglich. (Foto: Martin Good / Shutterstock.com)

Totgesagte leben länger – die Deutsche Bank scheint dieses Sprichwort wahrzumachen: Nach dem Tal der Tränen im Spätsommer ist die Aktie auf dem Weg zu neuen Hochs.

Auch heute konnten die Anleger ein Plus von 2% beobachten – Grund genug, dass wir uns die Aktie  an dieser Stelle einmal vornehmen und analysieren:

Jahres-Chart 2017 Deutsche Bank

Ein wahrlich turbulentes Jahr haben die Investoren der Deutschen Bank erlebt. Auch wenn wir aktuell in etwa auf Höhe des Jahresbeginns stehen: Es ist viel passiert.

Die Aktie stand zumindest nie auf der Stelle; vieles kann man der Deutschen Bank vorwerfen, aber ein stagnierender Aktienkurs gehört nicht dazu.

Im folgenden Chart sehen Sie die Wochen-Kerzen auf Jahressicht. Da war auf jeden Fall immer viel Bewegung im Spiel.

Das Jahreshoch im Mai bei etwas über 17,50 € bestätigt zumindest hier die „Sell-in-May“-Fraktio, denn danach ging es ordentlich bergab.

Erst Anfang September fing sich die Aktie wieder: Bei 13,12 € gingen die Kurse wieder nach oben. Aktuell notieren wir bereits 3 € höher.

chart

Die eingezeichnete SMA 50 zeigt die Durchschnitts-Kurse über 50 Wochen. Der Anstieg über diese Linie im November zeugt von Stärke.

Aber das war auch der November selbst: Fast 20% wuchs die Aktie im vergangenen Monat.

Und der so wichtig geglaubte Widerstand um 15 € konnte kinderleicht durchbrochen werden – Volldampf voraus? – Abwarten! Aktuell holen die Anleger etwas Luft.

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“Doji” sorgt für Spannung

Ein kurzer Test der SMA 50 vergangene Woche und ein „Doji“ vor 2 Wochen machen die nächsten Tage spannend.

Der Test der Durchschnitts-Linie und die daraufhin steigenden Kurse stimmen optimistisch. Der Doji soll Unentschlossenheit im Markt widerspiegeln.

Das war die ganz kurze Kerze vor 2 Wochen. Aktuell haben wir im Chart für diese Woche auch einen Doji, aber wir sind ja noch lange nicht fertig.

Wir haben erst Montag. Bis Ende der Woche wird diese Kerze in den meisten Fällen noch eine andere Form annehmen. Dennoch war der Doji mit seiner Wirkung wieder einmal korrekt:

Unsicherheit im Markt nach dem starken Anstieg, keine Anschlusskäufe und eine Pattsituation zwischen Bullen und Bären.

Danach können die Kurse durchaus einmal in die entgegengesetzte Richtung laufen. Das ist geschehen und somit abgehakt.

Der Bereich um den Doji kann auch einen zukünftigen Widerstand darstellen. Zumindest könnten die Kurse diese Woche nicht mehr unter das Doji-Tief fallen.

Alle Zeichen stehen auf Sturm

Die Deutsche Bank bekommt Rückenwind zum Jahresende. Einige Analysten schreiben die nächsten Ziele bereits über das Jahres-Hoch oder immerhin in dessen Region.

Bis kurz unter 18 € kann die Aktie auch durchaus noch laufen. Ob dieses Ziel dieses Jahr noch erreicht wird – lassen wir uns überraschen!

Nächstes Jahr wird auch noch gehandelt. Dass die 18 € im Januar erreicht werden können, halte ich für realistischer, als jetzt noch auf einen 2-€-Sprung im Dezember zu hoffen.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.