Südkorea zeigt unseren Börsen den Weg: Es geht abwärts!

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Wie wird der kommende Crash sich auflösen? Kurz runter mit den Kursen oder siechen wir über Jahre dahin, bis die Bilanzsummen der Notenbanken wieder sauber sind? (Foto: Jonathan Weiss / shutterstock.com)

Während die Märkte noch auf der Stelle treten und sich nicht für eine Richtung entscheiden können, droht aus Fernost Ungemach. Diesmal ist es aber nicht China und der Handelskonflikt mit den USA, sondern eine vergleichsweise kleine Nation namens Südkorea.

Dort kommen Samsung und Hyundai her. Diese sind die beiden größten Unternehmen des Landes. Samsung natürlich mit deutlichem Abstand und etwa dem sechsfachen Börsenwert von Hyundai. Beide haben aber eines gemeinsam: Sie produzieren in erster Linie nicht für die eigene Bevölkerung – auch wenn diese natürlich die Geräte und Motoren nutzt. Es geht um das Ausland und den Export. Dadurch konnte sich Südkorea die letzten Jahre im Erfolg sonnen.

Doch jetzt ziehen dunkle Gewitterwolken auf am Horizont. Es geht um den Export, denn dieser bricht massiv ein. Und wenn der Export von Südkorea nach unten geht, folgt die Weltwirtschaft wenige Monate später.

Südkoreas Exporte im Vergleich zum MSCI World Index

Ein Bild sagt mehr als Tausend Worte. In Rot sehen Sie den Verlauf des Indizes mit den größten Aktien weltweit. Der MSCI World bildet den Gesamtmarkt recht deutlich ab. In Blau sehen Sie die Exporte von Südkorea im Vergleich zum Vorjahr. Fallen die Exporte, dreht die rote Linie danach auch nach unten. Aktuell schrumpfen die Daten aus Südkorea um 25 Prozent!

Offenbar hat der blaue Indikator hier also etwa drei Monate Vorsprung zum Gesamtmarkt. Ist ein Quartal schlecht gelaufen mit weniger Exporten, macht sich das drei Monate später auf dem Weltmarkt bemerkbar.

Aktuell sind wir ganz deutlich in einem Abwärtstrend, was die Südkoreanischen Exporte angeht. Ein weiteres Zeichen für unser Sammelalbum, warum es mit der Weltwirtschaft nach unten geht und wir bald eine Rezession erleben werden können. Noch halten die Notenbanken massiv dagegen. Eine Neuauflage von QE kann das Sterben natürlich noch ein wenig hinauszögern. Doch wann kommt der Knall? Die Frage ist nicht mehr ob.

Knall oder Dahinsiechen?

Oder gibt es die Frage doch noch? Was, wenn es keinen Knall gibt? Vielleicht haben wir diesmal keine passende Blase, wie bei der Schuldenkrise zur Hand. Vielleicht stirbt der Markt einfach auf Raten und das über mehrere Jahre, wenn die Notenbanken Stück für Stück ihr Kapital wieder zurückholen.

Erleben wir von 2020 bis 2025 eine einmalige Durststrecke an den Märkten? Der Zeitraum ist natürlich jetzt willkürlich geschätzt. Letztlich ist es auch egal, ob 2025 oder erst 2030 Schluss ist. Das Tal der Tränen an den Aktienmärkten ist aktuell eine mögliche Theorie, die durchgespielt wird. Dann müssen nämlich massenhaft Anleger umdenken. Es geht dann nicht mehr darum einfach solide Firmenaktien kaufen, auf Dividenden warten und nebenbei noch Kursgewinne mitnehmen.

Wie wird der kommende Crash sich auflösen? Kurz runter mit den Kursen oder siechen wir über Jahre dahin, bis die Bilanzsummen der Notenbanken wieder sauber sind?

Wir machen dann den kalten Entzug durch. Es wird nichts mehr verdient. Wir laufen seitwärts, wenn wir Glück haben oder sonst konstant nach unten. Ganz ohne Crash. Zumindest nicht schnell. Dafür aber andauern und ermüdend. Es gibt keine Rallyes mehr. Nur noch das stetige Abnehmen von Börsenkursen. Die Kleinanleger wissen nicht, wann sie verkaufen sollen. Schließlich gab es so etwas noch nie. Irgendwann muss es doch wieder hochgehen!

Tja, wissen Sie was? Unser aktueller Bullenmarkt läuft auch länger, als jeder bisheriger davor. Ein Crash oder eine Bereinigung hätte schon längst kommen müssen. Kam aber nicht. Die Notenbanken haben die Spielregeln geändert. Insofern sind jetzt alle Optionen auf dem Tisch. Auch die Durststrecke von mehreren Jahren. Nicht nur zwei Jahre Crash und dann geht’s wieder rasch nach oben. Nein. Den Märkten wird über Jahren die Luft zum Atmen abgedrückt. Bis alles wieder auf Null ist oder darüber hinaus.

Das ist keine Vorhersage. Nur eine interessante Theorie, wie wir aus der aktuellen Nummer herauskommen könnten. Behalten Sie diese einfach einmal im Hinterkopf. Kann nicht schaden.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

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