Süße Gewinne mit Barry Callebaut

In den Monaten vor Weihnachten hat Schokolade wieder Hochkonjunktur. Nicht nur Leckermäuler sind bei dem Schweizer Konzern richtig, auch die Aktie dürfte den Anlegern schmecken. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Barry Callebaut ist nach eigenen Angaben der größte Schokoladen-Hersteller der Welt.

In erster Linie handelt es sich bei den Erzeugnissen um Vorprodukte für die Nahrungsmittel-Herstellung.

Kunden aus dem Gastronomie-Gewerbe wie Konditoren und aus der Lebensmittel-Industrie benutzen die Kakaobutter, Glasuren, Füllungen, Dekorationen und sonstigen Kakaoprodukte, um damit Pralinen, Eiscreme, Getränke mit Kakaoanteil, Gebäck oder Schokoriegel herzustellen.

Allerdings stellt das Unternehmen auch verkaufsfertige Schokoladen-Produkte nach den Rezepten der Kunden her.

Die wichtigsten Marken des Konzerns sind Cacao Barry, Van Leer, Carma und Van Houten für Schokoladenprodukte, Bensdorp, Van Houten für Kakaopulver, Gubor, Sarotti, Alpia, Sprengel und Alprose für Verbraucher-Produkte.

Barry Callebaut erschließt neue Märkte …

Die weitere Expansion in strategische Wachstums-Märkte durch Eröffnung weiterer Fabriken, Outsourcing-Verträge und durch Zukäufe ist erklärtes Ziel des Unternehmens.

Denn Barry Callebaut will seine gute Marktposition behaupten und sich auf den Ausbau des bestehenden Geschäfts konzentrieren.

So hat der Konzern seine Präsenz in den rasch wachsenden Märkten in Osteuropa, Asien sowie Zentral- und Südamerika in den letzten Jahren stark ausgebaut.

Parallel dazu wurde das bestehende Produktions-Netz in Westeuropa und Nordamerika optimiert.

Jüngst erwarb Barry Callebaut American Almond, einen der führenden US-Anbieter von Zutaten auf Nussbasis.

Zudem wurde mit der Garuda Food Group, einem der größten Nahrungsmittel- und Getränke-Unternehmen Indonesiens, ein Schokoladen-Outsourcing- Vertrag unterzeichnet.

… und neue Käufergruppen

Um jeden Geschmack zu treffen, können die Kunden aus der Lebensmittel-Branche nicht nur aus rund 1.700 Standard-Rezepturen wählen, sondern auch nach ihren eigenen Wünschen Zutaten mischen lassen.

Auch den Trend zu mehr Gesundheits- und Öko-Bewusstsein haben die Schweizer nicht verpasst.

So werden auch Schokolade mit besonders hohem Kakaoanteil sowie zuckerreduzierte und zuckerfreie Produkte angeboten.

Zu erwähnen ist die Entwicklung einer hitzeresistenten Schokolade, die bis zu 90% weniger Kalorien enthält als eine herkömmliche Schokolade.

Damit lassen sich ganz neue Anwendungs-Gebiete und v. a. neue Märkte erschließen. So könnte die kalorienreduzierte Schokolade beispielsweise im diätversessenen Amerika oder wegen ihrer Hitzebeständigkeit in Afrika auf Interesse stoßen.

Steigender Absatz

Bei Barry Callebaut laufen die Geschäfte blendend. Während der globale Schokoladen-Markt um 2,1% geschrumpft ist, erhöhte der Konzern in den ersten 9 Monaten seine Verkaufsmenge um 2,5% auf 1,32 Mio. t.

Dank eines günstigeren Produktmix und höherer Kakaopreise nahm der Umsatz um 7,6% auf 4,64 Mrd. SFr zu.

In Lokalwährungen stiegen die Umsätze um 12%. Zum Gewinn machte Barry Callebaut keine Angaben.

Auch in den nächsten Jahren sieht sich der Konzern auf der Schokoladenseite:

Im Ausblick nannte der Konzernchef einen jährlichen Anstieg der Verkaufsmenge um 6 bis 8%. Das operative Ergebnis pro Tonne soll nächstes Jahr auf 256 SFr steigen.

Geschäftsmodell auf dem Prüfstand

Barry Callebaut erfüllt 5 von 8 allgemeinen Qualitäts-Kriterien; von den messbaren Qualitäts-Kriterien werden 3 von 8 nicht erfüllt – insgesamt ergibt sich ein gemischtes Bild.

Doch schauen wir in die Zukunft – und nur die wird an der Börse gehandelt –, so hellt sich das Bild wieder auf.

Bereits in den ersten 9 Monaten hat Barry Callebaut trotz weltweit eher schwacher Konjunktur Umsatz und Volumen gesteigert und hat dies auch in den nächsten 3 Jahren zum Ziel.

Der Konzern verfügt zwar nicht direkt über eine monopolartige Stellung, aber er verarbeitet immerhin rund 15% der weltweiten Kakaoernte.

Fazit

Barry Callebaut hat in den vergangenen Jahren den Cashflow – bis auf wenige Ausnahmen – kontinuierlich gesteigert.

Aufgrund hoher Investitionen in die Modernisierung der Produktions-Anlagen ist der Netto-Cashflow für unser Diskont-Modell nicht aussagekräftig, sodass wir dafür den Gewinn verwenden.

Unter Berücksichtigung konservativer Wachstumsraten kommen wir mit unseren Berechnungen auf eine durchschnittliche jährliche Kursrendite von 14%.

Zusammen mit der Dividendenrendite rechnen wir mit einer Gesamtrendite bis zu 15% jährlich.

Die Korrektur an den Aktienmärkten bietet die Gelegenheit für einen langfristigen Einstieg. Denn auch fundamental bleibt Barry Callebaut ein Leckerbissen.

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.