Sulzer, Fuchs, Nokia-Here: Übernahme-Geschäft mit starkem Wochenauftakt

Das Übernahme-Geschäft beginnt in dieser Woche im deutschsprachigen Raum mit mehreren großen Deal-Ankündigungen. Auf der Seite der Übernahme-Ziele steht zum Wochenauftakt der Schweizer Pumpenhersteller Sulzer.

Sulzer stand im Vorjahr noch auf der Seite der Jäger. Im Übernahme-Kampf um Dresser Rand zogen die Schweizer allerdings den Kürzeren gegen den Siemens-Konzern.

Jetzt wird das Unternehmen vom russischen Investor Viktor Vekselberg umworben. Seine Beteiligungsgesellschaft Renova hat die Beteiligungsschwelle von einem Drittel überschritten, was ihn zu einer Übernahme-Offerte an die übrigen Aktionäre verpflichtet.

Angebot ohne Übernahme-Prämie

Normalerweise erhalten Aktionäre bei einem Übernahme-Angebot immer eine attraktive Prämie auf den Aktienkurs. Der Bieter will damit erreichen, dass möglichst viele Aktionäre ihre Aktien abgeben.

Da der russische Milliardär aber nicht direkt Sulzer komplett übernehmen will, fällt die Prämie für die Aktionäre in diesem Fall ins Wasser. Das Angebot beläuft sich lediglich auf 99,20 Schweizer Franken, was dem Schlusskurs vom Freitag und den gesetzlich vorgeschriebenem Mindestpreis entspricht.

Immerhin: Die Aktie steigt nach Bekanntgabe des Angebots um 7,6% auf 106,80 Franken. Investoren begrüßen die Unterstützung des Milliardärs.

Fuchs sichert sich mit SFR-Übernahme neues Wachstumspotenzial

Auf der Seite der Übernahme-Jäger steht heute Fuchs Petrolub. Der Mannheimer Schmierstoff-Hersteller übernimmt für eine nicht genannte Summe den schwedischen Kontrahenten SFR Lubricants.

Mit der Übernahme will Fuchs die Position in Skandinavien, Russland und Osteuropa stärken. Sehr gut möglich, dass die Fuchs-Manager auf das langfristige Potenzial der osteuropäischen Marktregion schielen und sich aufgrund der aktuellen Absatzschwäche eine günstige Übernahme-Chance ergab.

Fuchs-Aktie nach Deal-Ankündigung gesucht

Die Fuchs-Investoren begrüßen den Expansionskurs. In einem freundlichen Umfeld legt die Vorzugsaktie um 3,4% zu.

Zuletzt vorgelegte Zahlen waren stark, doch um die hohe Bewertung zu rechtfertigen brauchte Fuchs auch nach Ansicht des Übernahme-Sensors neue Wachstumsphantasie.

Strategisch dürfte es zudem durchaus Sinn machen, in der Niedrigzinsphase den hohen Cashbestand gegen neues Wachstumspotenzial zu einzutauschen.

Nokia Here-Übernahme-Gerüchte bestätigen sich

Ebenfalls auf der Seite der Käufer standen heute – wenig überraschend – Audi, BMW und Daimler. Nachdem sich eine Übernahme in den vergangenen Wochen schon sehr deutlich abzeichnete, wurde jetzt auch der Deal offiziell bekannt gegeben.

Für 2,5 Mrd. Euro übernehmen die 3 Automobil-Produzenten den Nokia-Kartendienst Here. Alle drei Bieter treten als gleichberechtigte Partner auf. Der Dienst ist wegen seiner Präzision sehr wichtig für die Weiterentwicklung des autonomen Fahrens – also das Entwickeln selbstfahrender Autos.

Auf die Aktienkurse der Unternehmen hatte die Dealankündigung kaum Einfluss. Kurz vor Handelsschluss notiert die BMW und die Daimler-Aktie mit 0,6% im Plus – Audi verteuert sich um 1,5%.

3. August 2015

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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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