Superrechner revolutioniert die Autobranche

NVIDIA gehört derzeit zu den absoluten Börsenlieblingen. Im vergangenen Jahr stieg die Aktie des führenden IT-Hardware-Herstellers um 85%.

Kern der Unternehmens-Tätigkeit von NVIDIA ist der im Jahr 1999 von den Kaliforniern entwickelte Grafik-Prozessor.

Erst mit ihm wurde aus dem reinen Arbeits-PC ein Computer, so wie wir ihn heute kennen: ein Werkzeug für Kreativität und Entdeckungen.

NVIDIA-Aktie: Ein Liebling der Börse

Das Unternehmen entwickelte in der Folge im Bereich Visual Computing, der Kunst und der Wissenschaft der Computer-Grafik, mehr als 7.000 patentierte Erfindungen und bahnbrechende Technologien.

Dank der Grafik-Prozessoren von NVIDIA konnte sich Computer-Grafik zu einer wachstumsstarken Branche entwickeln, die Videospiele, Filmproduktionen, computergestützte Fotografie, Bildverarbeitung, Produktdesign, medizinische Diagnose, wissenschaftliche Forschung und viele andere Sparten bedient.

NVIDIAs Zielgruppen sind entsprechend breit gestreut:

Das Unternehmen bietet Visual-Computing-Lösungen für PC-Spieler und Anbieter von Cloud-Gaming, für professionelle Workstations, für Mobilgeräte und schließlich auch für High-Performance-Computing (HPC).

So liefern Grafik-Prozessoren von NVIDIA die Leistung von vielen der schnellsten Supercomputer der Welt, darunter der TITAN der Oak Ridge National Labs.

Auto per Smartphone rufen

Zu den wachstumsstärksten Feldern gehört der Automotive-Bereich: NVIDIA arbeitet heute mit allen innovativen Automobil-Herstellern zusammen – von Audi, BMW und Daimler bis hin zum Elektroauto-Pionier Tesla.

Entwickelt werden gemeinsam Infotainment- und Navigations-Systeme, digitale Armaturenbretter und fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme, die NVIDIA mit entsprechenden Grafikprozessor-Technologien ausstattet.

Am vergangenen Montag präsentierte Jen-Hsun Huang, Chef und Mitgründer von NVIDIA, auf der Technik-Messe CES in Las Vegas einen kompakten Supercomputer, mit dem Automobil-Hersteller selbstfahrende Fahrzeuge entwickeln können.

„Der Nvidia Drive PX ist nicht größer als eine Lunchbox und hat die Rechenleistung von 150 Macbook-Pro-Laptops“, erklärte Huang.

Mit dem Supercomputer könnten Autos künftig beispielsweise freie Parkplätze in einem sehr vollen Parkhaus finden und dort autonom einparken. Später fahre das Auto wieder allein zum Fahrer zurück, nachdem dieser es über sein Smartphone gerufen hat.

Weiteres Wachstumsfeld

Bei den Automobil-Bauern kommt die neue NVIDIA-Geheimwaffe gut an: Audis Elektronik-Entwicklungschef Ricky Hudi sieht im Drive PX ein „entscheidendes Werkzeug für die weiterführende Forschung und Entwicklung.“

Huang kündigte zudem eine Zusammenarbeit mit Daimler und Volvo an.

Noch macht NVIDIA im Automotive-Bereich einen eher überschaubaren Umsatz – 79 Mio. Dollar bedeuteten im 3. Quartal gerade einmal einen Anteil am gesamten Konzern-Umsatz in Höhe von 6%.

Entsprechend gering sind auch noch seine Auswirkungen auf den Gewinn des gesamten Konzerns.

Doch dies wird sich rasch ändern. NVIDIA hat sich klammheimlich zum absoluten Experten für das Mega-Thema „Autonomes Fahren“ aufgeschwungen.

Das sehr gesunde und breit aufgestellte Unternehmen ist dabei, sich ein neues ertragreiches Geschäftsfeld zu eröffnen.

9. Januar 2016

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Philipp Ley
Von: Philipp Ley. Über den Autor

Philipp Ley ist ausgebildeter Wirtschaftsjournalist mit Stationen u. a. bei n-tv, Financial Times Deutschland, Rheinischen Post und der Aktien-Analyse. In den vergangenen zwölf Jahren hat er zudem als Kommunikations- und Investor-Relations-Berater zahlreiche Geschäftsberichte erstellt: für kleinere aufstrebende Unternehmen ebenso wie für Börsenschwergewichte.

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