Surteco: Gewinnentwicklung läuft der Aktie voraus

Die gute operative Entwicklung des Mittelständlers Surteco bietet Luft für weitere Kurssteigerungen. (Foto: Jirapong Manustrong / Shutterstock.com)

Über Surteco, einen mittelständischen Oberflächen-Spezialisten für die Möbel- und Holzwerkstoff-Industrie, habe ich an dieser Stelle schon einige Male berichtet.

Daher spare ich mir eine ausführliche Vorstellung des Unternehmens an dieser Stelle und komme direkt zu den jüngsten Quartalszahlen, die Surteco bereits im Mai vorgelegt hatte.

Starke Ergebnisentwicklung im 1. Quartal

Der Nettogewinn von Surteco legte in den ersten 3 Monaten dieses Jahres um 28% auf 8,0 Mio. Euro zu. Dabei wirkte sich vor allem der Mitte 2017 getätigte Zukauf der portugiesischen Probos-Gruppe in der Geschäftseinheit Kunststoff positiv aus.

Der Umsatz der Surteco-Gruppe legte im 1. Quartal 2018 um 10% (und damit ebenfalls zweistellig) von 169,7 auf 186,7 Mio. Euro zu. Bereinigt um negative Wechselkurseffekte wäre der Umsatz sogar auf rund 193 Mio. Euro angestiegen.

Der operative Gewinn (EBIT) lag von Januar bis März 2018 bei 13,4 Mio. Euro und damit um 25% über dem Vorjahreswert von 10,7 Mio. Euro.

„Unsere internationale Expansionsstrategie zahlt sich aus. Die getätigten Zukäufe steigern unsere Präsenz auf den Wachstumsmärkten und entwickeln sich zu sehr erfreulichen Profitabilitätstreibern in der Gruppe”, kommentiert Surteco-Chef Dr. Herbert Müller die Entwicklung.

Unterschiedliches Bild in den beiden Geschäftsbereichen

Bei der Betrachtung der beiden großen Bereiche des Unternehmens (Kunststoff und Papier) zeigt sich nach wie vor ein gemischtes Bild. Während der Kunststoffbereich zuletzt weiter stark zugelegt hat, schwächelte der Papiersektor vor allem aufgrund der Belastung durch höhere Rohstoffpreise.

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Die Geschäftseinheit Kunststoff hat im 1. Quartal 2018 ein überproportionales Gewinnwachstum gezeigt. Während die Erlöse des Kunststoffbereichs im Wesentlichen aufgrund der Übernahme der Probos-Gruppe um ein Viertel auf 90,9 Mio. Euro stiegen, kletterte der operative Gewinn der Sparte um 52% auf 8,2 Mio. Euro.

Die Entwicklung in der Geschäftseinheit Papier wurde dagegen unter anderem durch höhere Rohstoffpreise gebremst. Hier steht ein leichter Rückgang beim Umsatz und auch ein Rückgang beim operativen Gewinn zu Buche.

Das ist aber nicht weiter schlimm, da es sich dabei erstens um temporäre und keine strukturellen Probleme handelt und die leichte Schwäche im Papiersegment zweitens von den sehr guten Geschäften im Kunststoffbereich deutlich mehr als ausgeglichen wurde.

Aktionärsfreundliche Dividendenpolitik vor Fortsetzung

Ebenfalls positiv ist, dass Surteco nach wie vor eine sehr solide Bilanz besitzt und hohe Cashflows (Mittelzuflüsse) erwirtschaftet, die es dem Unternehmen erlauben, seine Aktionärsfreundliche Dividendenpolitik fortzusetzen.

Anfang Juli schüttet Surteco eine Dividende von 0,80 Euro je Aktie aus. Das bedeutet auf Basis des aktuellen Kurses eine Dividendenrendite von knapp 3%.

Die Surteco-Aktie entwickelte sich in den vergangenen Wochen zwar recht ordentlich – aus meiner Sicht spiegelt der Aktienkurs derzeit jedoch noch nicht die gute operative Entwicklung des Unternehmens (vor allem die des Unternehmensgewinns) wider.


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Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.