Surteco mit klugem Zukauf, Halbjahres-Zahlen und Insider-Käufen

Es ist zuletzt viel passiert bei Surteco: Übernahme, Vorlage der Halbjahres-Zahlen und Insiderkäufe. Erfahren Sie hier alles zu den Details: (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Bei Surteco, einem mittelständischen Zulieferer für die Möbel- und Holzwerkstoff-Industrie, war zuletzt einiges los.

Daher schreibe ich Ihnen hier wieder einmal über das Unternehmen, das uns an dieser Stelle schon seit einiger Zeit begleitet.

Warum es uns schon länger begleitet? – Ganz einfach: Weil Surteco aus meiner Sicht ein echter Vorzeige-Mittelständler ist!

Was bei Surteco zuletzt los war?– Die Kurzfassung:

  • Der Konzern hat eine, wie ich finde, sehr spannenden Zukauf getätigt.
  • Er hat seine Halbjahreszahlen vorgelegt.
  • Einige sogenannte Unternehmens-Insider haben Surteco-Aktien gekauft – und damit, wenn Sie so wollen, ihren Glauben an eine positive Zukunft der Firma offenbart.

Surteco auf Einkaufstour

Surteco hat im Juni gemeldet, sämtliche Anteile an der Global Abbasi S.L. in Spanien, der Mutter-Gesellschaft der Probos Gruppe, zu übernehmen.

Der Kaufpreis beläuft sich auf 99 Mio. €. Die Transaktion wird aus Fremdmitteln finanziert.

Die Probos Gruppe ist – ebenso wie die Surteco-Tochter Döllken-Kunststoffverarbeitung GmbH mit ihren in- und ausländischen Produktionswerken – auf die Produktion und den Vertrieb von Kantenbändern auf Kunststoff-Basis spezialisiert.

Probos erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2016 mit ca. 470 Mitarbeitern einen Umsatz von 66,5 Mio. € und einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von rund 11 Mio. €.

Die EBITDA-Gewinnmarge liegt bei starken 16,6% und ist damit höher als in der bisherigen Surteco-Gruppe. Somit wird der Zukauf auch die Gewinnmarge in der Surteco-Gruppe erhöhen.

Die Halbjahres-Zahlen im Überblick

Kommen wir nun zu den Halbjahres-Zahlen:

Surteco verzeichnete in den Monaten Januar – Juni dieses Jahres eine sehr uneinheitliche Geschäfts-Entwicklung:

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Die Kunststoff-Sparte entwickelte sich überaus erfreulich, während die Papier-Sparte Probleme bereitete.

In ersterer legte der Umsatz dank des Zukaufs der britischen Nenplas-Gruppe im vergangenen Jahr und dank organischen Wachstums um 13% zu.

In der Letztgenannten ging der Umsatz aufgrund der Einstellung margenschwacher Aktivitäten und vorgezogener Bestellungen im Vorjahr um 10% zurück.

Insges. führte dies nach den ersten 6 Monaten dieses Jahres zu einem Umsatz von 334,0 Mio. € nach 337,7 Mio. im Vorjahr.

Auch der operative Gewinn (EBIT) und das Netto-Ergebnis waren im 1. Halbjahr 2017 rückläufig.

Ausblick

Für das Gesamtjahr 2017 wird weiterhin mit einem operativen Gewinn (EBIT) zwischen 42 und 46 Mio. € gerechnet.

Dass der operative Gewinn in diesem Jahr noch nicht zusammen mit dem Umsatz anziehen wird, liegt v. a. an den im Kontext der Probos-Übernahme entstandenen Kosten.

Künftig dürfte das Ergebnis daher umso besser ausfallen.

Davon scheinen auch einige sogenannte Unternehmens-Insider von Surteco überzeugt zu sein; sie deckten sich zuletzt dementsprechend mit Surteco-Aktien ein:

2 Aufsichtsrats-Mitglieder des Konzerns kauften kürzlich für insges. 100.000 € Surteco-Aktien.

Wenn auch Sie an eine gute Perspektive des Betriebs glauben, sollten Sie es den beiden Aufsichtsräten gleichtun und sich mit Surteco-Aktien eindecken.

Ich jedenfalls bleibe optimistisch, was diese Position angeht.


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Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.