Swap-ETF: Wird die steueroptimierte Anlagealternative gekippt?

Die Vorteile von Investmentfonds in Bezug auf die Abgeltungssteuer dürften sich in den letzten Monaten herumgesprochen haben: Wer vor Jahresende investiert, darf noch die Altregelung in Anspruch nehmen, derzufolge Kursgewinne steuerfrei bleiben, wenn die Haltefrist über ein Jahr beträgt. Irrelevant ist dabei, wenn Fondsmanager in dieser Zeit mit Teilen des Fondsvermögens Umschichtungen vornehmen. Damit unterscheiden sich die Fonds von den Indexzertifikaten: Wer heute Indexzertifikate erwirbt, und sie beispielsweise im November nächsten Jahres verkauft, muss die volle Abgeltungssteuer auf die Kursgewinne entrichten.

Ausgabeaufschlag bei Fonds beachten

Doch aktiv gemanagte Fonds sind nicht ganz billig – so wird die Performance oft durch einen Ausgabeaufschlag in der Größenordnung von fünf Prozent sowie der anfallenden Managementgebühr beeinträchtigt. Kostengünstiger sind insbesondere Exchange Traded Funds, kurz ETF genannt. Die Managementgebühr liegt bei solchen Indexfonds oft bei lediglich einem halben Prozentpunkt, da die Papiere „passiv“ gemanagt werden, ein Ausgabeaufschlag entfällt gänzlich.

Für ETFs gilt jedoch, wie bei allen Fonds, dass ab 2009 zumindest für die Dividende Abgeltungssteuer gezahlt werden muss – egal, wie lange die Papiere gehalten werden und wann sie erworben wurden. Deshalb wurden von Seiten der Banken in letzter Zeit sogenannte Swap-ETFs angeboten.

Swap-ETF als Abgeltungssteuer-Schlupfloch?

Anders als übliche Fonds, insbesondere Aktienfonds, zeichnen sich Swap-ETFs dadurch aus, dass von ihrem eingezahlten Vermögen nicht wirklich Aktien gekauft werden, sondern lediglich die Entwicklung eines Index – wie etwa des DAX – mit Hilfe von Swaps nachgebildet wird. Bei Swaps handelt es sich um Tauschgeschäfte unter Banken. Wird mit Hilfe solcher Swaps ein Performance-Index nachgebildet, so sind die Dividendenerträge in der Entwicklung enthalten. Da von einem Swap-ETF jedoch direkt keine Aktien erworben werden, fließen keine Dividenden. Somit galt bis vor kurzem ein solches Papier als eine elegante Möglichkeit, über die sogenannte „Altfallregelung“ der Abgeltungssteuer ein Schnippchen zu schlagen.

Abgeltungssteuer: Gesetzgeber bastelt weiter

Es sieht jedoch so aus, als ob nicht nur die Möglichkeit, über Swap-ETFs Steuern zu sparen, sondern auch andere steueroptimierten Geldmarktfonds, ins Visier des Gesetzgebers geraten sind. So wurde am vergangenen Freitag im Bundesrat eine Gesetzesinitiative verabschiedet, mit der die Ausnützung der steueroptimierten Altfallregelung mit Hilfe der beschriebenen Konstruktionen abgewendet werden soll.

Falls die Vorlage zum Gesetz wird, kämen nur noch solche Papiere, also beispielsweise Swap-ETFs, in den Genuss der Steuerbefreiung, die vor dem 19. September gekauft wurden. Und auch für solche bereits erworbenen Papiere soll die Steuerfreiheit auf eine gewisse Übergangszeit – in verschiedenen Meldungen ist von zwei Jahren die Rede – hin begrenzt werden. Begründet wird die Maßnahme in der Gesetzesinitiative damit, dass „eine zeitnahe Besteuerung sicherzustellen“ sei und „Steuerausfälle in beträchtlicher Höhe“ vermieden werden sollten.


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24. September 2008

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Bernd Klement
Von: Bernd Klement.

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