Swatch ist mehr als grelles Plastik

Starke Marken haben oft etwas Eigenes. Wenn eine Marke auch bei den Produkten eine klare Linie verkörpert, kann daraus Kult werden.

Beispiele sind Apple, Porsche oder mit Abstrichen auch Adidas.

Bei Schmuck ist es schwer, Kante zu zeigen. Schmuck ist häufig klassisch und verwendet Edelmetalle.

Dass es allerdings auch anders geht, hat vor vielen Jahren Swatch gezeigt: Mit Plastik statt Gold und Silber hat der Konzern in den 1980er-Jahren eine ganze Generation überzeugt.

Auch heute ist Swatch noch immer ein Statement. Doch Swatch ist weit mehr als peppige Uhren aus Plastik.

Die Swatch Group gehört zu den Schweizer Aushängeschildern in der Welt. Neben den bunten Kunststoff-Uhren gehören mittlerweile 21 Uhren-Marken zum Konzern.

Darunter befinden sich so etablierte Namen wie Bréguet, Omega, Rado oder Glashütte.

Einen weiteren Ertrags-Pfeiler bilden die elektronischen Systeme. Neu ist die Sparte Marken-Schmuck. Durch eigene Läden wird das Vertriebsnetz stetig ausgebaut.

Swatch punktet mit der NBA

Swatch lässt sich von der konjunkturellen Schwäche-Phase in China nicht beeindrucken. Sowohl im Mittel- und Hochpreis-Segment als auch im Basis-Segment verzeichnen die Schweizer Zuwächse.

Der Umsatz stieg im 1. Halbjahr um 2,2% auf 4,2 Mrd. SFr.

Da Swatch fast ausschließlich in der Schweiz produziert, war das Unternehmen von der Aufwertung des Franken besonders stark betroffen. In Euro gerechnet hätte das Umsatz-Plus 18,7% betragen.

Auch der Gewinn litt unter den Währungs-Turbulenzen und betrug 548 Mio. SFr nach 680 Mio. SFr im Vorjahr.

Swatch bleibt weiterhin innovativ: Erstmals hat Swatch eine sogenannte Smartwatch vorgestellt und tritt damit in direkte Konkurrenz zu Apple.

Die zunächst in China präsentierte Uhr mit Bezahl-Funktion soll 2016 auch in Europa und den USA eingeführt werden.

Ein weiterer Prestige-Erfolg gelang durch eine neue Kooperation mit der nordamerikanischen Basketball- Liga NBA: Die Uhrenmarke Tissot wurde als offizieller Zeitnehmer der NBA vorgestellt.

Auch im Football, Eishockey, Radsport und Motorsport füllt Tissot diese Rolle bereits bei verschiedenen Verbänden aus und platziert sich damit erfolgreich als Anbieter hochpräziser Zeitmesser.

Wir sind bei Swatch positiver gestimmt

Die mittelfristigen Aussichten sind positiv. Wir rechnen damit, dass Swatch auf dem wichtigen asiatischen Markt die Marktanteile weiter ausbauen kann.

Die Strategie, Profit über den Ausbau von Marktanteilen zu stellen, sollte zudem wieder für steigende Gewinne sorgen.

Die Aktie verbilligte sich jedoch zuletzt. Wir rechnen deshalb in den kommenden 6 bis 12 Monaten mit einer überdurchschnittlichen Kursentwicklung.

12. Januar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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