Swiss Re und die Sonderdividende

Rückversicherer verdienen gutes Geld. Swiss Re schüttet dieses gerne an Aktionäre aus. Manchmal auch als Sonderdividende. (Foto: Monster Ztudio / shutterstock.com)

Geschenke machen am meisten Spaß, wenn sie überraschen: Genau so geschah es im vergangenen Frühjahr beim Schweizer Versicherungs-Riesen Swiss Re.

Auf die ordentliche Dividende von 3,50 CHF kamen noch einmal 4 CHF Jubiläumsdividende obendrauf. Der Grund: Das Unter nehmen wurde 150 Jahre alt. Für Aktionäre kam dieses Geschenk überraschend und weckte den Wunsch nach mehr.

Inzwischen überlegt man bei Swiss Re, häufiger Sonderdividenden auszuschütten. Durchgesickert ist dies nach einem Analystentreffen.

Doch sind weitere Sonderdividenden überhaupt im Sinne des Unternehmens oder etwa nur im Interesse einiger weniger Aktionäre? Schauen wir uns das Unternehmen zunächst einmal genauer an.

Swiss Re glänzte zuletzt mit starken Zahlen

Swiss Re-Insurance wurde 1863 in Zürich gegründet und ist heute einer der größten Rückversicherer weltweit und nach der Akquisition der Lincoln Re auch der größte Lebens-Rückversicherer in den USA.

Die Swiss Re rückversichert Erstversicherer in den Bereichen Leben, Gesundheit, Schaden-/Sachversicherung, Haftpflicht und Motorenfahrzeuge. Das Unternehmen ist weltweit in mehr als 20 Ländern vertreten.

Swiss Re erzielte 2012 unterm Strich einen Gewinn von 4,2 Mrd $, im Vergleich zu 2,6 Mrd $ im Vorjahr. Zum Konzernergebnis trugen das starke operative Geschäftsergebnis, die positive Abwicklung von Rückstellungen früherer Jahre und realisierte Gewinne aus Kapitalanlagen bei.

Künftig will das Unternehmen insbesondere aus der Alterung der Gesellschaft und stark wachsenden Volkswirtschaften Kapital schlagen. In diesen Märkten sollen bis 2015 25% des Prämienvolumens erzielt werden.

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Keine Dividende aus der Substanz

Bereits im vergangenen Jahr kletterte die Eigenkapitalrendite dank höherer Gewinne von 8,9% auf 12,35%. Dies rechtfertigt die Ausschüttung von insgesamt 2,8 Mrd $ in Form von Dividenden.

Insgesamt lag der Gewinn im vergangenen Jahr bei 3,56 Mrd $. Es ist also nicht so, dass Swiss Re die Sonderdividende aus der Substanz bezahlt hätte.

Dennoch muss sich das Unternehmen überlegen, wie hoch künftige Ausschüttungen ausfallen sollen – die ambitionierten Wachstumspläne könnten Investitionen nötig machen.

Da wäre es kontraproduktiv, sich schon jetzt für künftig höhere Dividenden auszusprechen.

So macht man positive Stimmung

Offiziell hat man bei Swiss Re die Berichte über weitere Sonderdividenden nicht kommentiert. Dies ist gut so. So behält man sich die Chance, Dividenden dann anzukündigen, wenn der Geschäftsverlauf dies auch rechtfertigt.

Der positive Nebeneffekt dabei: Dividenden kommen überraschend – so belohnt man langfristig orientierte Anleger und sorgt zudem für positive Stimmung unter Aktionären.

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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