Symantec-Aktie: Hedgefonds-Einstieg sorgt für Lichtblick und lässt Aktie in die Höhe springen

Symantec-Aktie: Hedgefondseinstieg sorgt für Lebenszeichen. Anleger schöpfen wieder Mut und sorgen für Kurssprung (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Das Geschäft mit Cybersecurity, also der Sicherheit im Internet, wird immer wichtiger und gilt unter Experten lange schon als ausgemachtes Wachstumsfeld. Die Gründe hierfür sind so trivial wie einleuchtend: Die zunehmende Digitalisierung, der Smartphone-Boom, die verstärkte Nutzung des Internets der Dinge und die Zunahme des sogenannten Cloud-Computing lassen das Thema Sicherheit immer wichtiger werden. Dabei sind weltweite Angriffskampagnen wie WannaCry oder Petya nur die Spitze des Eisbergs. Täglich gibt es zahllose Hackerangriffe auf Unternehmen, öffentliche Institutionen oder private Netzwerke.

Trotz der Marktchancen konnten Anleger längst nicht mit allen Aktien in diesem Segment Geld verdienen. Nehmen Sie Symantec: Auf Sicht von 12 Monaten liegen die Papiere 30% im Minus, auf Fünfjahressicht ist die Entwicklung mit -25% ebenso alles andere als erfreulich. Vor allem wenn Sie bedenken, dass der breite Aktienmarkt im gleichen Zeitraum extrem an Wert gewonnen hat (S&P 500: auf 1 Jahr + 17%; 5 Jahre: +72%).

In der vergangenen Woche gab es allerdings einen Hoffnungsschimmer für die Leid geplagten Aktionäre. Denn der Einstieg eines renommierten Hedgefonds weckte die Lebensgeister und sorgte für einen Kurssprung der Aktie um 10%.

Symantec im Portrait

Die Symantec Corp. Ist ein US-amerikanische Softwarehaus, das bereits im Jahr 1982 gegründet wurde. Der Konzern produziert Sicherheitssoftware (bspw. Norton AntiVirus), Produkte zur Effizienzsteigerung von Desktops und PC-Utilities, die zusammen ca. 60% des Umsatzes ausmachen. Symantec stellt außerdem Produkte her, mit denen PC-Nutzern die Arbeit von außerhalb ermöglicht wird.

Hedgefonds-Einstieg macht Anlegern Mut

Zuletzt ist der Aktienkurs nach einer langen Schwächephase deutlich angesprungen. Das lag an dem Einstieg des als Aktivist berüchtigten Hedgefonds Starboard Value LP, der bereits bei dem Internet-Konzern Yahoo mitgemischt hat. Der neue Aktionär kaufte gleich 5,8% aller Symantec Aktien. Das entspricht 36 Millionen Aktien – damit hat der rund 6 Milliarden Dollar schwere Hedgefonds rund 700 Millionen Dollar in Symantec investiert. Das entspricht mehr als 11% der gesamten Vermögenswerte. Aber damit nicht genug: Der Hedgefonds möchte auch gleich fünf Direktoren in das Board des Unternehmens schicken.

Trend zu UnternehmensabspaltungenUS-Softwarekonzern Symantec macht es wie HP und zerlegt sich in zwei Teile. Lesen Sie jetzt alles über die geplante Abspaltung. › mehr lesen

Die dafür von Starboard nominierten Board-Mitglieder kommen von den Chipherstellern AMD und Marvell Technology, dem Marktforscher Comscore und Starboard selbst.

Virenspezialist enttäuscht beim Ausblick

Zuletzt konnte der Sicherheitsspezialist mit seinen Zahlen die Anleger nicht vom Hocker reißen.  Das erste Quartal seines Geschäftsjahres 2019 hatte das Unternehmen mit einem leichten Umsatzrückgang auf 1,16 Milliarden Dollar abgeschlossen, musste aber auch einen Verlust von 63 Millionen Dollar ausweisen. Besonders die schwache Performance im Enterprise-Segment sorgte für Bremsspuren. Dort lagen die Margen zuletzt nur noch bei gut 11%, während es im Consumer-Business fast 44% waren.

Massiver Jobabbau soll Konzern wieder auf Spur bringen

Um den Konzern wieder in die Spur zu bringen, wurde zuletzt ein massives Restrukturierungs-programm aufgelegt. Unter dem Strich sollen 11% der kompletten Belegschaft abgebaut werden. Bei einem gesamten Mitarbeiterstamm von 11.000 entspricht dies mehr als 880 Stellen. Ziel ist es, die Kostenstruktur zu optimieren und die Margen bis zum Geschäftsjahr 2020 auf rund 35% zu steigern.

Analysten zeigen sich zurückhaltend

Unterdessen zeigen sich die Analysten momentan zurückhalten. Von 29 Analysten, die sich mit der Aktie beschäftigen, sehen immerhin 24 Experten in der Aktie lediglich eine Halteposition. Bei einem erwarteten Gewinn von 1,74 Dollar wird der Konzern derzeit mit dem knapp 11-Fachen der geschätzten Gewinne gehandelt. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 20,9 Dollar und damit nur wenige Prozent über dem aktuellen Börsenkurs.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.