Symantec: Sicherheitsspezialist geht nach Übernahmegerüchten durch die Decke

Taschenrechner Stift Kurse – shutterstock_84247642 Zadorozhnyi Viktor

Symantec-Aktie: Übernahmegerüchte lassen Aktie in die Höhe schießen. Insidern zufolge nimmt der Chipriese Braodcom den Sicherheitsspezialisten ins Visier. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Die Gerüchteküche brodelt kräftig rund um den Software-Anbieter Symantec. Insidern zufolge könnte eine milliardenschwere Übernahme durch den Chipriesen Broadcom bevorstehen. Bereits im November des vergangenen Jahres über eine Übernahme spekuliert. Damals galt der Finanzinvestor Bravo als möglicher Käufer. Die Spekulationen versetzten die Anleger schon mal in Feierlaune und trieben die Aktien gestern um mehr als 15% in die Höhe.

Symantec im Portrait

Symantec ist ein führender Hersteller von Sicherheits-, Speicher- und Systemverwaltungssoftware, der eine Vielzahl von Daten- und Netzwerksicherheitslösungen für Einzelpersonen und Unternehmen anbietet. Das 1982 gegründete Unternehmen Symantec hat sich zu einem Weltmarktführer für Cybersicherheit entwickelt und beschäftigt mehr als 11.000 Mitarbeiter in über 35 Ländern.

Das Leistungsspektrum des Unternehmens umfasst unter anderem Produkte für den Virenschutz, Firewalls, VPNs (Virtual Private Networks), das Schwachstellenmanagement, die Erkennung von Eindringlingen, Fernmanagementtechnologien und verschiedene Sicherheitsdienste für Kunden und Unternehmen weltweit. Zu den meistverkauften Produkten gehören Backup Exec, Endgeräteschutz, NetBackup oder Client Management Suite.

Nullwachstum und Rotation in der Chefetage

Zuletzt lief es bei dem US-Konzern aber eher schleppend. Im zurückliegenden Geschäftsjahr, das bei Symantec am 31. März endet, gingen die Umsätze um 2,13% auf 4,73 Milliarden Dollar leicht zurück. Unter dem Strich verblieb nur ein hauchdünner Gewinn von 31 Millionen Dollar nach 1,13 Milliarden Dollar im Vorjahr.

Mit Vorlage der Quartalszahlen Anfang Mai kappte der Technologiekonzern zugleich auch seine Prognose für das Gesamtjahr. Symantec rechnet nunmehr für das Geschäftsjahr 2019/2020 mit einem Umsatz in der Bandbreite von 4,75 bis 4,89 Milliarden Dollar. Die operative Marge soll im Gesamtjahr zwischen 13 und 15% betragen. Für das Ergebnis je Aktie (verwässert) peilt Symantec unterdessen 0,57 bis 0,73 Dollar an.

Nach der gekürzten Prognose nahm der Symantec-Chef Greg Clark überraschend seinen Hut. Damit setzt sich der Aderlass beim Personal ungebremst fort. Bereits Ende letzten Jahres verließen der Chief Operating Officer und der Chief Marketing Officer das Unternehmen.

Symantec-Deal wäre zweitgrößter Zukauf für Broadcom

Für den Chiphersteller Broadcom wäre der Kauf von Symantec ein großer Schluck aus der Pulle. Immerhin kommt das Objekt der Begierde nach dem Kurssprung auf einen Börsenwert von beinahe 16 Milliarden Dollar und würde damit die zweitgrößte Transaktion der Firmengeschichte Broadcoms darstellen. Erst im vergangenen Jahr hatte sich Broadcom für 18 Milliarden Dollar den Software-Anbieter CA Technologies einverleibt.

Zuvor war der Konzern beim Versuch, den konkurrierenden Chiphersteller Qualcomm zu übernehmen, am Widerstand der US-Regierung unter Präsident Donald Trump gescheitert. Auf Grund von Sicherheitsbedenken hatte Trump den Deal untersagt.

Verstärkung im Softwarebereich

Für Broadcom wäre der Deal vor allem eine Verstärkung im lukrativen Softwaremarkt und damit ein Vorstoß in ein neues Geschäftsfeld. Bei dem Chiphersteller gingen zuletzt Jahresumsätze von 8,42 Milliarden Dollar durch die Bücher. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 652 Millionen Dollar hängen. Was an den Gerüchten dran ist, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Bislang verweigern beide Konzerne ihre Aussage.

Taschenrechner Stift Kurse – shutterstock_84247642 Zadorozhnyi Viktor

Cybersecurity: Finanzinvestoren bieten 16 Mrd. US-Dollar für SymantecZwei Finanzinvestoren sind an einer Übernahme der Privatkundensparte des Internet-Sicherheitssoftware-Anbieters Symantec interessiert. Erst vor einem Monat hatte Symantec eine Übernahmevereinbarung mit Broadcom abgeschlossen, in der es um den Verkauf der Firmenkundensparte ging. › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Jens Gravenkötter
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Der gewiefte Börsen-Profi Jens Gravenkötter verdankt seinen Erfolg nicht zuletzt seinem Wissen aus seiner Ausbildung zum Bankkaufmann und seinem Studium der Volkswirtschafslehre.