T-Mobile US bekommt richterlichen Segen: Sprint-Übernahme auf der Zielgeraden

Deutsche Telekom Logo RED_shutterstock_719314423_r.classen

T-Mobile US und Sprint-Aktien im Haussemodus: Milliardenschwere Fusion geht in den Endspurt (Foto: r.classen)

Was lange währt, wird endlich gut. Nach einem fast zweijährigen zähen Ringen mit den Behörden ist für T-Mobile US die Übernahme des Wettbewerbers Sprint zum Greifen nah. Die Telekom-Tochter konnte gerade einen Sieg gegen 14 Staatsanwälte verbuchen, die gegen den Deal geklagt hatten. Mehrere US-Bundesstaaten hatten Jobverluste und Preiserhöhungen befürchtet. Damit befindet sich T-Mobile nun auf der Zielgeraden, die Megatransaktion zum 1. April in trockene Tücher zu bringen.

An der Börse versetzte die Entscheidung die Anleger in Feierstimmung. So schoss die Sprint-Aktie am Dienstag um satte 77,5% nach oben.  Stark zeigten sich aber auch die Papiere von T-Mobile-US, die im Handelsverlauf um beinahe 12% anzogen.

Kampf um den Rivalen Sprint geht in die letzte Runde

Mit der Genehmigung eines US-Gerichts zur Fusion der Deutsche Telekom-Tochter T-Mobile US mit dem Konkurrenten Sprint kann der Konzern einen weiteren Meilenstein verbuchen. Der zuständige Richter eines Gerichts in den USA, vor dem mehrere US-Bundesstaaten gegen den Deal geklagt hatten, genehmigte die Fusion am Dienstag. Die Deutsche Telekom erklärte, ihre US-Mobilfunktochter und Sprint würden nach dieser Entscheidung ihre geplante Fusion weiter vorantreiben.

Damit soll der bereits Ende April 2018 angekündigte 26-Milliarden-Dollar-Deal, der bereits der dritte Anlauf der beiden Mobilfunknetzbetreiber zum Zusammenschluss war, zum Start des zweiten Quartals unter Dach und Fach sein. Allerdings steht noch eine weitere richterliche und eine behördliche Genehmigung aus, um die Transaktion final in trockene Tücher zu bringen.

Ein neuer Mobilfunk-Riese

Dabei ist die Dimension des Zusammenschlusses gewaltig: Gemeinsam kommen die beiden Konzerne auf rund 127 Millionen Kunden. Zusammen dürfte der Jahresumsatz bei über 70 Milliarden Dollar liegen. Damit würde der fusionierte Konzern mit großen Schritten zu den Marktführern AT&T und Verizon aufschließen und eine Basis für die anstehende Investitionsoffensive legen.

Deutsche Telekom Logo RED_shutterstock_719314423_r.classen

Telekommunikation-Unternehmen: Aktien im ÜberblickDie Telekommunikation gilt für Aktienanleger als eine eher schwierige Branche. Das sind die Gründe dafür. › mehr lesen

Massive Investitionen geplant

Zusammen dürften die beiden Firmen vor allem in den Aufbau eines extrem schnellen 5G-Mobilfunknetzes investieren. Die hohen Investitionsgarantien waren ein Grund, die den US-Kartellrichter Victor Marreno schließlich veranlassten, seinen Widerstand aufzugeben.

Dabei stellen beide Firmen auch günstigere Tarife für die Kunden in Aussicht. Zusammen könnte die Gemeinschaftsfirma die Platzhirschen AT & T und Verizon besser unter Druck setzen. Zugleich soll die Transaktion Synergien von 43 Milliarden Dollar heben, die größtenteils aus der Konsolidierung der Netze kommen dürften. Auf der Gegenseite stehen aber erst einmal milliardenschwere Integrationskosten, die von Insidern auf rund 15 Milliarden Dollar taxiert werden. Zugleich liegt der Schuldenberg des Gemeinschaftsunternehmen bei knapp 70 Milliarden Dollar.

Teilverkäufe als kartellrechtliche Auflage

Im Rahmen der kartellrechtlichen Auflagen für den Deal muss Sprint die Mobilfunkmarken Boost Mobile und Virgin Mobile an den Satellitenbetreiber Dish veräußern, der dadurch viertgrößter Mobilfunk-Betreiber in den USA werden soll. Zudem gab es Zusagen, dass die Kunden des kombinierten Unternehmens für drei Jahre nach der Transaktion die gleichen oder gar bessere Tarife bekommen würden.

Operativ lief es zuletzt bei T-Mobile US glänzend. Bei 11,9 Milliarden Dollar Umsatz im zurückliegenden Quartal blieb ein Reingewinn von 751 Millionen Dollar und damit deutlich mehr als im Vorjahr hängen (+17%).


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von Tobias Schöneich. Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz