Takata: Autozulieferer stellt Insolvenz-Antrag

Erfahren Siein diesem Beitrag von Experte Rolf Morrien, was Sie aus der Insolvenz des japanischen Autozulieferers Takata lernen können. (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Für die internationale Automobil-Branche und die Autozulieferer lief es zuletzt unter dem Strich gut.

Insbesondere die Aktien einiger Automobil-Zulieferer entwickelten sich in den vergangenen Monaten sehr positiv.

Doch es gibt auch einige Zulieferer, die größere und teils sogar Existenz bedrohende Probleme haben.

So wurde jetzt bekannt, dass der japanische Airbag-Hersteller Takata einen Insolvenz-Antrag gestellt hat.

Nach der japanischen Mutter Takata wird auch die US-Tochter TK Holdings in die Insolvenz gehen. In Europa sei jedoch nicht geplant Insolvenz-Verfahren einzuleiten.

Wie es zu der Insolvenz kam

Ursächlich für die Insolvenz ist v. a. ein gigantisches Rückruf-Desaster im Zusammenhang mit von Takata gefertigten Airbags.

Bereits im Jahr 2014 wurden Probleme bei Takata-Airbags bekannt. Bei langer Einwirkung von Hitze und Luftfeuchtigkeit kann der Airbag bei einem Unfall zu stark auslösen.

Das traurige Ergebnis: mind. 16 Todesfälle weltweit sowie zahlreiche Verletzungen, die mit den Problemen der Takata-Airbags in Verbindung gebracht werden.

Die Mängel hatten zu einer gigantischen Rückruf-Aktion geführt: Insgesamt wurden 100 Mio. Airbags zurückgerufen – davon allein 70 Mio. Exemplare in den USA.

Im Januar dieses Jahres hatte sich Takata mit den US-amerikanischen Behörden im Airbag-Skandal auf eine Strafzahlung von 1 Mrd. US-Dollar geeinigt.

Zudem stellt sich Takata 3 Jahre lang unter die Aufsicht eines unabhängigen Prüfers.

U. a. die durch die Rückruf-Aktion entstandenen Kosten sowie die Strafzahlungen führten dazu, dass Takata derzeit Schulden in Höhe von rund 8,1 Mrd. € hat.

Wie es jetzt weitergeht

Bleibt die Frage, wie es jetzt weitergeht? Takata soll nun an den chinesisch kontrollierten US-amerikanischen Autozulieferer Key Safety Systems (KKS) verkauft werden.

Der Preis soll bei rund 175 Mrd. Yen (umgerechnet 1,4 Mrd. €) liegen. Mit dem Geld soll das Restrukturierungs-Programm für Takata finanziert werden.

Die Gründerfamilie von Takata, die bislang 60% der Anteile hält, hatte lange Zeit vergeblich versucht eine außergerichtliche Lösung zu finden (also die Insolvenz zu umgehen).

In der vergangenen Woche war die Takata-Aktie nach Presseberichten über eine bevorstehende Insolvenz zunächst vom Handel ausgesetzt worden und verlor dann in der Folge rund 50% an Wert.

Was Sie daraus lernen können

Fazit: Selbst in einer gut laufenden Branche ist das Stock Picking (richtige Auswahl von Einzelaktien) wichtig.

Denn auch wenn es einer Branche allgemein gut geht, heißt das noch lange nicht, dass sich alle Unternehmen, die der Branche zuzuordnen sind, erfolgreich entwickeln.

Diese Erfahrung kam die Takata-Aktionäre in den vergangenen Tagen teuer zu stehen.

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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.