Take Two Interactive: Spiele-Gigant verfehlt Erwartungen

Red Dead Redemption Rockstar Take Two RED – shutterstock_1212982984 Thomas Pajot

Take-Two Interactive: Spielegigant öffnet seine Bücher. Top-Spiel GTA knackt 110 Millionen-Marke. Neue Spiele und mehr "Mobile"-Geschäft im Visier. (Foto: Thomas Pajot / Shutterstock.com)

Seit den Übernahmegerüchten im März ist es wieder ruhig geworden um den US-Spieleentwickler Take-Two Interactive. Damals wurde spekuliert, dass sich der japanische Technologiekonzern Sony den erfolgreichsten Spieleentwickler der vergangenen Jahre ins Portfolio legen könnte. Jetzt hat Take-Two Interactive sein Zahlenwerk für das vierte Quartal vorgelegt. Zwar wurden sowohl die Erwartungen als auch die Prognose nicht ganz erreicht, der Kursrückgang hielt sich aber in einem ohnehin schwachen Marktumfeld Grenzen.

Take-Two Interactive im Portrait

Der Konzern ist ein weltweit tätiger Entwickler, Herausgeber und Vertreiber von interaktiven Unterhaltungsmedien. Das Unternehmen vermarktet seine Produkte über die beiden Labels “Rockstar Games” und “2K”. Sie sind konzipiert für Konsolensysteme wie die Sony PlayStation 3 und PlayStation 4, Microsofts Xbox 360 und Xbox One und für PCs (inkl. Smartphones und Tablets).

Dabei ist Take-Two Interactive vor allem durch das Spiel Grand Theft Auto bekannt, das bereits rund 110 Million Mal verkauft wurde. Zuletzt landete der Konzern mit dem Wild West Spiel Red Dead Redemption 2 einen neuen Verkaufsschlager auf dem Markt.

Die Produkte von Take Two werden über den Einzelhandel, per digitalem Download, auf Online-Plattformen sowie über Cloud-Streaming-Dienste bereitgestellt. Das Unternehmen ist ein klarer Digitalisierungsgewinner. Die gewinnträchtigen digitalen Verkäufe machen mittlerweile mehr als 70 % der Gesamtumsätze des Unternehmens aus – mit steigender Tendenz.

Große Franchises sorgen für Rückenwind

Im zurückliegenden Quartal waren es vor allem die beliebten Blockbuster-Spiele, die für steigende Absatzzahlen gesorgt haben. Seit November wurde das Open-World-Spiel Grand Theft Auto weitere 10 Million Mal verkauft. Damit erhöht sich der Absatz auf insgesamt 110 Millionen. Das ist absolut beeindruckend, wenn Sie bedenken, dass sich das Spiel bereits seit September 2013 im Handel befindet.

Stift Kurse Geld – shutterstock_458336038 William Potter

Insidertrades der Woche: Was Vorstände und Firmeninsider jetzt kaufenInsidertransaktionen der Woche: Spielehersteller, Getränkekonzern und ein Duftspezialist stehen auf der Kaufliste ganz oben › mehr lesen

Die Neuauflage des zweiten großen Spiels, Red Dead Redemption 2, ist hingegen erst ein halbes Jahr alt. In diesem Zeitraum ging das Spiel 24 Millionen Mal über die „Ladentheke“. Allerdings stockte es hier zuletzt. Seit dem vorherigen Quartal wurden nur eine Million Einheiten verkauft.

Knapp 20% Umsatzwachstum im letzten Quartal

Von Januar bis März gingen bei dem Spielespezialisten ein Umsatz von 539 Millionen Dollar durch die Bücher. Das waren 19,7% mehr als im vergleichbaren Vorjahresquartal. Bemerkenswert: Inzwischen werden 54% der gesamten Konzernerlös in Form von wiederkehrenden Umsätzen erzielt. Darunter fallen beispielsweise virtuelle Währungen, Zusatzinhalte und In-Game-Käufe.

Im Gesamtjahr kam der US-Konzern auf einen Umsatz in Höhe von 2,66 Milliarden Dollar (Vorjahr: 1,79 Milliarden Dollar). Unter dem Strich reichte das für einen Jahresgewinn von 333,83 Millionen Dollar. Das entspricht einem Zuwachs um 92%.

Verstärkung im Mobile-Segment

Der Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr lag ebenfalls leicht unter den Erwartungen der Analysten Take-Two erwartet Nettobuchungen von 2,5 bis 2,6 Milliarden Dollar. Für Sie zum Vergleich: Die Analysten waren bislang von 2,77 Milliarden Dollar ausgegangen. Unter dem Strich soll dabei ein Gewinn von 3,39 bis 3,65 Dollar je Anteilschein erwirtschaftet werden.

Unterdessen will sich der Konzern vor allem im Bereich Mobile verstärken. Über die Tochtergesellschaft Social Point sind 10 neue Spiele in Planung – zugleich sollen aktuelle Spiele auch für Smartphones erhältlich werden.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Alle_Sujets_Portrait_1-31_WEB_Muehlhoff
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.