Takkt: Vorstandsmitglied nimmt seinen Hut

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Der im SDax notierte B2B-Versandhändler Takkt muss sich ein neues Vorstandsmitglied suchen. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Die im Nebenwerte-Index SDax notierte Takkt AG hat gestern mitgeteilt, dass es einen Wechsel im Vorstand geben wird. In der gestrigen Sitzung hat der Aufsichtsrat von Takkt dem Wunsch von Dirk Lessing entsprochen, seinen Vertrag als Vorstand der Takkt AG mit Wirkung zum 31. Oktober dieses Jahres zu beenden.

Auch wenn der Entschluss im besten gegenseitigen Einvernehmen gefallen ist, bedauern Aufsichtsrat und Vorstand diesen nach eigenen Angaben sehr. Sowohl der Aufsichtsratsvorsitzende Florian Funck als auch der Vorstandschef Felix Zimmermann dankten Herrn Lessing für seine Dienste und sein Engagement.

Bevor ich gleich noch mit Ihnen auf die jüngsten Zahlen und die Perspektiven von Takkt blicke, möchte ich Ihnen das Geschäftsmodell kurz erläutern:

Kurzprofil der Takkt AG

Takkt ist in Europa und Nordamerika der führende B2B-Spezialversandhändler für Geschäftsausstattung. Das Unternehmen ist mit seinen Marken in mehr als 25 Ländern vertreten. Zur Erläuterung: B2B steht für Business to Business und bezeichnet Geschäftsbeziehungen zwischen zwei oder mehr Unternehmen.

Das Sortiment der Tochtergesellschaften umfasst über eine Million Produkte aus den Bereichen Betriebs- und Lagereinrichtung, Büromöbel, Transportverpackungen, Displayartikel, Ausrüstungsgegenstände für den Gastronomie- und Hotelmarkt sowie den Einzelhandel. Die Takkt-Gruppe beschäftigt über 2.500 Mitarbeiter.

Weiteres Wachstum

Im 2. Quartal des laufenden Jahres konnte Takkt den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 3,6% auf 301,8 Mio. Euro steigern. Dabei profitierte das Unternehmen von den Beiträgen neuer Töchter und von Währungseffekten. Wie erwartet hat jedoch das organische Wachstum nach dem guten Start in das Jahr im 2. Quartal nachgelassen.

Während in Europa die weitere Eintrübung der Konjunktur sowie weniger Arbeitstage die Geschäftsentwicklung beeinträchtigten, belastete in den USA die erwartete Beendigung der Belieferung eines Großkunden die Wachstumsrate in Höhe von rund eineinhalb Prozentpunkten. In der Folge war das organische Wachstum mit -0,7% leicht negativ.

Erfreulich ist, dass die Digitale Transformation weiter gut voranschreitet. Der Anteil des Auftragseingangs über E-Commerce-Kanäle stieg im 1. Halbjahr 2019 auf 54,0% gegenüber 52,1% zum Jahresende 2018.

Solider Ausblick

Vorausgesetzt, die Rahmenbedingungen trüben sich nicht weiter ein, geht das Takkt-Management für das Gesamtjahr 2019 von einem leichten organischen Wachstum aus. Takkt wird das disziplinierte Kostenmanagement fortsetzen und erwartet für 2019 eine EBITDA-Marge zwischen 12 und 14%, so Takkt-Finanzchef Claude Tomaszewski.

Falls sich die Kaufzurückhaltung aus einzelnen Branchen verstärkt oder auf weitere Märkte und Regionen ausdehnt, ist auch eine leicht negative organische Umsatzentwicklung möglich, teilt das Unternehmen mit. Dann, so heißt es weiter, könnte die Profitabilität im unteren Bereich der oben genannten Spanne von 12 bis 14% liegen.

Die Takkt-Aktie ist aus meiner Sicht derzeit zu niedrig bewertet. Die Risiken sind nahezu komplett eingepreist. Die Chancen hingegen nicht. Das bietet längerfristig orientierten Anlegern eine gute Einstiegschance.


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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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