Target: Aktie des Einzelhandelsriesen erhält nach schwachen Zahlen einen Dämpfer

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Ein enttäuschendes Weihnachtsgeschäft drückt bei Target auf die Stimmung. Wie geht es nun weiter für die Aktie? (Foto: solarseven / Shutterstock.com)

Das zurückliegende Jahr hätte für Anleger des Einzelhandelsgiganten Target kaum besser laufen können. Um satte 93% schossen die Papiere in 2019 nach oben. Wer dachte, dass Aktien von großen Einzelhändlern langweilig sind, wurden eindrucksvoll eines bessren belehrt.

Doch seit dem Jahreswechsel ist ein gutes Stück Optimismus aus der Aktie gewichen. Gegen den positiven Markttrend haben die Anteilsscheine um mehr als 10% an Wert verloren. Grund für die Trendwende waren schwache Absatzzahlen, mit denen die Anleger auf dem falschen Fuß erwischt wurden.

Target im Portrait

Bevor wir bei den Zahlen einsteigen, möchte ich Ihnen das Geschäftsmodell des US-Konzerns erst einmal näher vorstellen. Target Corporation ist ein Einzelhandelsunternehmen im Westen der USA. Die Kaufhauskette verkauft Lebensmittel, Haushaltswaren, Bekleidung, Möbel, Elektrogeräte und Körperpflegeprodukte auf großen Ladenflächen in knapp 1800 Geschäften in den USA und Kanada.

Oft sind einzelne Bereiche der Ladenflächen an kleine Läden wie Bäckereien, Fotogeschäfte oder Banken weitervermietet, um den Kunden möglichst viel Komfort beim Einkauf anbieten zu können. Neben dem Vertrieb in den Geschäften werden die Produkte auch über Kataloge und via Internet angeboten. Das Unternehmen wurde bereits 1902 gegründet.

Zweitgrößter Einzelhändler in den USA

Mit einem Jahresumsatz von zuletzt 75,3 Milliarden Dollar gehört Target zu den größten Einzelhändlern der USA und ist nach Wal-Mart der zweitgrößte Discounteinzelhändler des Landes. Im zurückliegenden Geschäftsjahr erzielte das Unternehmen einen Gewinn in Höhe von 2,93 Milliarden Dollar und erreichte damit eine Gewinnspanne von 3,90%.

Kein festliches Weihnachten

Im wichtigen Weihnachtsgeschäft konnte Target gemäß den gerade vorgestellten Umsatzzahlen aber nicht punkten. Damit reiht sich der Konzern in die Riege seiner Wettbewerber ein. Sie müssen wissen: Macy’s, Kohl’s, JCPenney, Five Below, L Brands und Bed, Bath & Beyond hatten zuvor ebenfalls die Erwartungen an den Weihnachtsabsatz nicht erfüllen können.

Der Umsatz im Geschäft über die Feiertage zum Jahresende zog bei Target auf vergleichbarer Basis lediglich um 1,4% an, verglichen mit 5,7% im Vorjahreszeitraum.

Target hat zwei Baustellen

Die beiden größten Herausforderungen für Target waren der Verkauf von Elektronik und Spielzeug. Der Einzelhändler setzte groß auf die Vorsaison in der Spielzeugkategorie und hoffte, das Loch, das der Ausstieg von Toys R Us vor einem Jahr im Markt hinterlassen hatte, zu nutzen. Target betreibt nun die Toys R Us Website und hat zusätzliche Flächen für die Erweiterung des Spielzeugangebots freigemacht. Zudem wurde eine Partnerschaft mit Disney angekündigt, um Mini-Läden zu schaffen, die unter anderem Spielzeug der Marke Disney führen würden.

Bislang gehen die Investitionen allerdings noch nicht auf: In 2019 verharren die Spielzeugverkäufe von Target auf dem Niveau des Vorjahres. Obwohl einige Tracking-Daten darauf hindeuten, dass Target seinen Marktanteil in der Spielzeugkategorie erhöht hat, scheint die Gesamtnachfrage in diesem Bereich rückläufig zu sein. Noch schwieriger sah es im Elektronikbereich aus. Hier meldete der Konzern sogar einen Umsatzrückgang von 6%.

11 Quartale Wachstum in Folge – Digitalisierung sorgt für Rückenwind

Dennoch sollten die Anleger nicht vergessen: Immerhin konnte Target seine Umsätze auf vergleichbarer Fläche das elfte Quartal in Folge steigern. Vor allem die digitalen Umsätze sorgten mit einem Plus von 19% für Rückenwind. Das lag vor allem an der Ausweitung der taggleichen Lieferungen, insbesondere der Abholung im Laden und der Zustellung nach Hause. Die von Target gemeldete Nutzung von Same-Day-Diensten stieg in den letzten beiden Monaten des Jahres 2019 um mehr als 50%.

Prognose wird reduziert

Target erwartet nun für das vierte Quartal 2019 ein vergleichbares Umsatzwachstum auf dem Niveau des Unternehmens von 1,4% im Zeitraum November/Dezember, gegenüber der bisherigen Bandbreite von 3 bis 4%. Für das Gesamtjahr würde dies ein vergleichbares Umsatzwachstum von mehr als 3% bedeuten. Die Gewinnprognose für das vierte Quartal bleibt unterdessen bestehen.

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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

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