TeamViewer: Aktuelle Zahlen überzeugen

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Das Göppinger IT-Unternehmen TeamViewer hat gute vorläufige Geschäftszahlen für 2019 veröffentlicht. Auch die Prognosen für 2020 fallen optimistisch aus. (Foto: II.studio / shutterstock.com)

Ende 2019 habe ich Ihnen von der Göppinger TeamViewer AG berichtet, da das IT-Unternehmen nach einem Börsengang im September bereits 3 Monate später in den MDax und TecDax aufgestiegen war.

Jetzt hat der weltweit führende Anbieter von PC-Fernwartungssystemen (Remote-Konnektivitätslösungen) vorläufige Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr präsentiert, die sehr beeindruckend ausgefallen sind.

Vorläufige Geschäftszahlen für 2019 im Detail

So konnten die Göppinger in 2019 Umsätze in Höhe von 390,2 Mio. Euro erwirtschaften. Das sind stolze 51% mehr als im Vorjahr. Die deutliche Umsatzsteigerung hatte auch einen Anstieg bei den Unternehmensgewinnen zur Folge.

So stieg das EBITDA (= Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) im vergangenen Jahr um satte 38% auf 189,5 Mio. Euro. Der Netto-Gewinn für 2019 belief sich auf 110,9 Mio. Euro. In 2018 musste TeamViewer noch einen Verlust von -12,4 Mio. Euro hinnehmen.

Erfolgreiche Neukunden-Akquise

Im abgelaufenen Jahr konnte TeamViewer seinen Abonnentenstamm nahezu verdoppeln. Hatte das Unternehmer zum Jahresende 2018 noch 271.000 zahlende Abonnenten, so war diese Zahl bis Ende 2019 um 71% auf mehr als 464.000 Abonnenten angestiegen.

Die Anzahl der Großkunden (bei TeamViewer zählen hierzu Kunden mit einem Auftragswert von mehr als 10.000 Euro) konnte um 66% auf insgesamt 698 ausgebaut werden. Auch bei der Kundenbindung konnten die Göppinger überzeugen.

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TeamViewer hat seine Aktivitäten in den Niederlassungen wichtiger Wachstumsregionen verstärkt, um die internationale Expansion voranzutreiben. Weltweit stieg die Anzahl der Vollzeitmitarbeiter im vergangenen Jahr um 29% auf 841. Die neuen Mitarbeiter werden insbesondere in den Bereichen Vertrieb sowie Forschung und Entwicklung eingesetzt.

Ende 2019 begann TeamViewer mit der Errichtung eines Forschungs- und Entwicklungszentrums in Ioannina, einer Universitätsstadt in Griechenland. Damit will das Unternehmen seine F&E-Kapazitäten stärken, um die TeamViewer-Plattform zu erweitern und neue innovative Produkte für Anwender zu entwickeln.

Prognose: Hohe Ziele für 2020

TeamViewer geht davon aus, dass es auch im laufenden Jahr die starke Geschäftsdynamik beibehalten wird. Entsprechend anspruchsvoll fallen die Ziele aus, die sich das Unternehmen für 2020 gesetzt hat.

So erwartet TeamViewer Umsatzerlöse in einer Spanne von 420 bis 430 Mio. Euro. Auch bei den Gewinnen geht der Konzern für 2020 von einer deutlichen Steigerung aus und rechnet mit einem EBITDA von 240 bis 250 Mio. Euro.

Meine Einschätzung

Die sehr gute Entwicklung im vergangenen Jahr und die auch weiterhin optimistischen Prognosen sprechen für das Unternehmen.

Das hohe Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von über 50 (auf Basis des für 2020 erwarteten Gewinns) mahnt auf der anderen Seite jedoch auch zur Vorsicht. Größere Rücksetzer ohne nachhaltige operative Probleme laden hier meines Erachtens zum Einstieg ein.


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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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