TeamViewer: MDax-Aufsteiger unter der Lupe

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Die Aktie des kommenden MDax-Aufsteigers TeamViewer ist ambitioniert bewertet. Dafür wächst das Unternehmen aber auch stark. (Foto: II.studio / shutterstock.com)

Kurz vor den Weihnachtsfeiertagen (am kommenden Montag) stehen zum letzten Mal in diesem Jahr die turnusmäßigen Umstellungen in den großen deutschen Börsenindizes an. Neu in den MDax aufgenommen wird mit der TeamViewer AG ein junges Unternehmen, dessen Aktien erst seit wenigen Monaten an der Börse gehandelt werden. Grund genug, um Ihnen das Unternehmen näher vorzustellen.

Erfolgreiches IT-Unternehmen

TeamViewer wurde zunächst als GmbH im Jahre 2005 in Göppingen gegründet. Das Unternehmen brachte ein Jahr später unter dem Firmennamen TeamViewer eine Fernwartungssoftware heraus. Diese erlaubt es Administratoren eines Unternehmens, online auf die Computer anderer Kollegen zuzugreifen. So können z.B. PC-Wartungsarbeiten über große Distanzen hinweg durchgeführt werden.

TeamViewer kann auch als unterstützendes Werkzeug für Webkonferenzen genutzt werden. So können per TeamViewer unterschiedliche Bildschirme in die Webkonferenz eingeblendet und von allen Teilnehmern eingesehen werden.

Das TeamViewer-Tool ist bereits auf 2 Mrd. Geräten installiert worden und wird in der Spitze auf bis zu 45 Mio. Geräten online genutzt. Das Programm wurde bisher in 30 Sprachen übersetzt und ist somit weltweit einsetzbar.

Neben dem Flaggschiff TeamViewer hat das Unternehmen auch weitere IT-Lösungen entwickelt. Mit dem Tool TeamViewer Remote Management bietet das Unternehmen eine integrierte Management-Plattform für Remote Monitoring, Asset Tracking und Anti-Malware-Funktionalitäten an.

Das ebenfalls von TeamViewer entwickelt Tool Monitis ist eine cloudbasierte, agentenlose Monitoring-Lösung für Websites, Server und Anwendungen.

Wechselnde Besitzer

Während seiner 14-jährigen Unternehmensgeschichte hat das Unternehmen bereits mehrfach den Besitzer gewechselt. 2009 wurde die TeamViewer GmbH von der luxemburgischen GFI Software S.A. aufgekauft, die es wiederum 5 Jahre später für 870 Mio. Euro an die britische Beteiligungsgesellschaft Permira weiterveräußerte.

Erfolgreicher Börsengang und hohe Wachstumsraten

Am 25. September 2019 brachte Permira TeamViewer an die Börse. Die TeamViewer AG wird seitdem im Prime Standard der Frankfurter Börse gelistet. Der endgültige Angebotspreis für die Aktien der TeamViewer AG wurde auf 26,25 Euro je Aktie festgelegt.

Mit diesem Ausgabepreis wurde TeamViewer mit 5,25 Mrd. Euro bewertet. Der  Börsengang war damit das größte IPO eines deutschen Hightech-Unternehmens seit dem Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000.

Die TeamViewer AG hat in den ersten 9 Monaten des Geschäftsjahres 2019 ihr profitables Wachstum fortgesetzt. Das Auftragsvolumen stieg gegenüber dem Vorjahr um 45% auf 224 Mio. Euro. In diesem Zeitraum stieg der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 54% auf 120 Mio. Euro. Das Wachstum wurde hauptsächlich durch einen starken Anstieg der Abonnements getragen.

Dem hohen Wachstum und den hohen Margen steht jedoch auch eine hohe Bewertung gegenüber. Dennoch könnte sich die TeamViewer-Aktie als lohnendes Investment entpuppen. Ich werde den Titel für Sie weiter beobachten.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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