Teamviewer profitiert von Corona

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Aufgrund der starken Nachfrage hat Teamviewer seine Prognose angehoben. Die Aktie setzt ihren Aufwärtstrend fort. (Foto: II.studio / shutterstock.com)

Die Digitalisierung ist eines der großen Themen unserer Zeit. Aufzuhalten ist diese Entwicklung ohnehin nicht, durch die Corona-Krise wird sie jedoch zusätzlich beschleunigt. Und das teilweise gewaltig: In Unternehmen wurden innerhalb weniger Tage Veränderungen auf den Weg gebracht, die unter normalen Bedingungen vermutlich Monate oder gar Jahre gebraucht hätten.

Corona-Krise beschleunigt die Digitalisierung

Viele Unternehmen trifft die Corona-Krise hart. Denken Sie insbesondere an die Tourismusbranche oder die Gastronomie. Einige hingegen erleben sogar eine Art Sonderkonjunktur, insbesondere solche, die von der digitalen Transformation profitieren.

Bestes Beispiel ist das US-Unternehmen Zoom Communications, das Ihnen mein Kollege Maximilian Ritter in diesem Newsletter bereits vorgestellt hat. Selten hat es ein Dienst geschafft, in so kurzer Zeit zum Standard zu werden, auf den sich Millionen Menschen einigen können. Die Zoom-Aktie hat sich innerhalb von drei Monaten verdoppelt.

Teamviewer: Spezialist für Fernzugriff auf Rechner

Ein deutsches Unternehmen, das ebenfalls von der durch Corona hervorgerufenen Entwicklung profitiert, ist Teamviewer. Das Unternehmen aus Göppingen bei Stuttgart wurde erst 2005 gegründet, ist aber eine Erfolgsgeschichte. Am Anfang stand die Idee, sich die langen Wege zu Kunden zu sparen, indem man per Ferndiagnose auf Computer zugreift.

Heute beschäftigt Teamviewer über 800 Mitarbeiter und ist ein führender Spezialist beim Fernzugriff auf Rechner. Die cloud-basierte Software wurde bereits auf mehr als 2 Mrd. Geräten aktiviert.

Im September 2019 wagte Teamviewer den Gang aufs Parkett. Seit Dezember wird der Börsenneuling im Midcap-Index MDAX gelistet. Die Aktie, die zu 26,25 Euro emittiert wurde, tat sich lange schwer. In den vergangenen Wochen startete die Notierung – auch begünstigt durch Corona – aber richtig durch.

Jahresprognose angehoben

Heute Vormittag erreichte die Teamviewer-Aktie bei rund 45 Euro sogar ein neues Allzeithoch. Für Rückenwind sorgten die Geschäftszahlen, die das Unternehmen am Morgen vorlegte. Wie erwartet, hat die Corona-Krise das Geschäft der Schwaben zusätzlich beflügelt. Im ersten Quartal wuchs der Umsatz um 18% auf 102,7 Mio. Euro. Die in Rechnung gestellten Einnahmen (Billings) legten im Vorjahresvergleich sogar um 75% auf 119,7 Mio. Euro zu. Zuvor hatte das Management einen Anstieg um mindestens 60% in Aussicht gestellt. Die Zahl der Abonnenten stieg seit Ende Dezember um 11% auf 514.000. Unter dem Strich verdiente Teamviewer vor allem wegen höherer Kosten für Werbung und Vertrieb mit 12,1 Mio. Euro mehr als die Hälfte weniger als ein Jahr zuvor.

Aufgrund der starken Nachfrage wurde die Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Finanzchef Stefan Gaiser erwartet jetzt einen Umsatzanstieg um gut 15% auf mindestens 450 Mio. Euro. Bislang hatte der Konzern Erlöse von 420 bis 430 Mio. Euro anvisiert.

Starkes Wachstum dürfte anhalten

Die Corona-Krise hat dem Geschäft einen kräftigen Schub verliehen. Teamviewer wird aber auch darüber hinaus weiter kräftig wachsen. Das sollte dem Aktienkurs weiterhin Auftrieb verleihen, auch wenn das Papiere alles andere als ein Schnäppchen ist.

Aus charttechnischer Sicht spricht alles für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends. Für risikobewusste Anleger könnte sich ein Einstieg bei Teamviewer lohnen. Im weiteren Jahresverlauf halte ich Notierungen im Bereich von 55 Euro für realistisch.

mdax

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Michael Kelnberger
Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.

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