TeamViewer wieder im Fokus

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Mit dem neuen Lockdown rücken die Profiteure desselben wieder in den Fokus der Anleger. Dazu zählt auch die TeamViewer AG. (Foto: II.studio / shutterstock.com)

Da hat uns heute der Lockdown wieder. Erinnerungen an das Frühjahr werden wach und an den Börsen dürften die Titel, die während des Lockdowns im März zugelegt haben, wieder die Blicke auf sich ziehen. Das ist bereits auch in den vergangenen Tagen beim Unternehmen TeamViewer geschehen.

Unternehmensportrait

Die TeamViewer AG, die im MDAX gelistet ist, beschäftigt sich mit Softwareentwicklung. Das Unternehmen konzentriert sich vor allem auf die Cloud-basierten Technologien, die Online-Fernsupport und weltweite Zusammenarbeit ermöglichen. Gerade der Begriff „Home-Office“ sei hier als Schlagwort genannt.

3. Quartal lief erfolgreich

Bereits im letzten Monat wurden die Prognosen – nach einem guten 3. Quartal – bekräftigt beziehungsweise der Ausblick auf das Gesamtjahr erhöht: Insgesamt konnte das Unternehmen bei den sogenannten Billings in den Monaten Juli bis September ein Plus von 29% auf 106,4 Mio. Euro. erwirtschaften. Ohne den dämpfenden Einfluss des stärkeren Euro wäre es sogar ein Anstieg von 34% gewesen.

Ausblick angehoben

Der Vorstandschef des MDAX-Konzerns ging vor 4 Wochen noch davon aus, dass es im Gesamtjahr bei den Billings ein Ergebnis zwischen 450 bis 455 Mio. Euro geben wird. Bis zu diesem Zeitpunkt waren nur rund 450 Mio. angepeilt worden. Und wie erwähnt – diese Prognoseanhebung geschah noch vor dem neuerlichen Lockdown. Jetzt stellt sich also die Frage, ob es ein weiteres Mal zu einer Anhebung kommen wird.

Die Fundamentaldaten fallen daher eher gemischt aus: Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von mehr als 60 für das kommende Jahr erscheint zwar der Wert sehr ambitioniert bewertet, auf der anderen Seite ist diese Kennziffer auf Grund der Wachstumsaussichten gerechtfertigt.

Spannende Entwicklung

Ich gehe davon aus, dass der bevorstehende Lockdown wieder für eine starke Nachfrage gegenüber den Produkten des Unternehmens beitragen wird. Dabei ist allerdings zu betonen, dass der Hype, der noch im Frühjahr für deutliche Kurssprünge gesorgt hat, sich nicht wiederholen dürfte.

Zum einen ist die Verteilung des Impfstoffs – und damit das mögliche Ende von Corona – schon in vollen Zügen, zum anderen ist die Zeit jetzt am Jahresende nicht unbedingt für große Konferenzen und Softwarelösungen prädestiniert.

Starke Kursentwicklung 2020

Ohnehin haben die Aktionäre, die das Papier schon seit Jahresbeginn halten, Grund zur Freude: Seit dem 1. Januar konnte sich der Wert um rund 25% verteuern und nimmt inzwischen wieder langsam Kurs auf die Jahreshöchststände jenseits der 50 Euro-Marke.

Damit gilt TeamViewer weiterhin als Profiteur der Corona-Krise. Das hat auch der ehemalige Eigentümer, der Finanzinvestor Permira, eingesehen, der nach und nach große Aktienpakete verkaufte und damit den guten Lauf der Papiere zwischenzeitlich immer wieder unterbrach.

Derzeit hält Permira übrigens noch rund ein Viertel der ausgegeben Aktien – hier sollte also auch aufmerksam verfolgt werden, wie sich der Investor verhält – der sich aber derzeit an der guten Stimmung und den steigenden Kursen erfreut.

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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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