TecDAX – eine Erfolgsgeschichte

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Mit dem Ende des Neuen Markts wurde der TecDAX eingeführt - eine Erfolgsgeschichte. Die Perspektiven für den Technologie-Index bleiben gut. (Foto: solarseven / Shutterstock.com)

Gestern vor genau 20 Jahren meldete mit Gigabell das erste Unternehmen des Neuen Marktes Insolvenz an. Der große Absturz folgte zwar erst später. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Dotcom-Blase aber schon ordentlich Luft abgelassen. Die Gigabell-Pleite war so etwas wie der Anfang vom Ende.

Zweieinhalb Jahre später, im März 2003, war der Neue Markt Geschichte. Dem Nemax 50, in dem die größten Unternehmen des Neuen Marktes enthalten waren, folgte der TecDAX. Der Technologie-Index ist bislang eine absolute Erfolgsgeschichte.

Rückblick: Das Platzen der Dotcom-Blase

Ich weiß nicht, wer von Ihnen damals schon an der Börse aktiv war. Ich jedenfalls war schon einige Zeit dabei, als diese verrückten Zeiten begannen. 1997 startete der Neue Markt, der seinerzeit als neues Segment für die “New Economy” nach dem Vorbild der amerikanischen Technologiebörse Nasdaq gegründet wurde.

Am 1. Juli 1999 führte die Deutsche Börse den Nemax 50 ein, in dem die nach Börsenwert und Handelsumsätzen größten Titel des Neuen Marktes gelistet waren. Der Startwert wurde bei 1.000 Punkten zum 31. Dezember 1997 festgelegt. Bis zum Jahr 2000 verzeichnete das Segment ein rasantes Wachstum. In der Spitze waren mehr als 300 Unternehmen am Neuen Markt gelistet. Am 10. März 2000 erreichte der Nemax 50 seinen historischen Höchststand bei 9.694 Punkten.

Später folgten jedoch zahlreiche Skandale. Die spektakulärste “Luftnummer” war wohl Comroad. Die Geschäftsaktivitäten des angeblichen Telematik-Anbieter bestanden fast ausschließlich aus Scheinumsätzen mit sich selbst. Ein anderer bekannter Betrugsfall, der noch über Jahre die Gerichte beschäftigte, war EM.TV.

Nemax 50 wird vom TecDAX abgelöst

Die Blase platzte und der Nemax 50 stürzte bis Oktober 2002 bis auf einen Tiefstand von 306 Punkten ab und hatte gegenüber seinem Hoch damit unglaubliche 97% verloren. Am 21. März 2003 wurde mit dem Ende des Neuen Marktes die Notiz des Nemax 50 eingestellt und der Neuer-Markt-Index wurde vom TecDAX abgelöst.

Der Technologie-Index, der nur noch 30 Werte enthält, ist bis dato eine echte Erfolgsgeschichte. Vom Hoch des Vorgängers Nemax 50 bei knapp 9.700 Punkten ist der Index zwar noch weit entfernt. Seit seiner Einführung hat der TecDAX aber rund 700% zugelegt.

TecDAX bewegt sich in einem stetigen Aufwärtstrend

Anders als seinerzeit am Neuen Markt sind die Transparenzanforderungen an die Unternehmen heute wesentlich höher. Skandale und Betrugsfälle sind – wie das Beispiel Wirecard zeigt – damit zwar nicht gänzlich ausgeschlossen. Glücklicherweise sind das heute aber die absoluten Ausnahmen.

Viele Unternehmen aus Neuer-Markt-Zeiten sind von der Bildfläche verschwunden. Es gibt aber auch echte Erfolgsgeschichten. Paradebeispiele sind der IT-Dienstleister Bechtle und der Pharmazulieferer Sartorius. Beide Aktien, die damals schon im Nemax 50 vertreten waren, haben sich seitdem glänzend entwickelt und bewegen sich seit Jahren in einem stabilen Aufwärtstrend.

 

Insgesamt sind die Perspektiven für die Technologiebranche weiterhin gut – und damit auch für den TecDAX. Ich sehe gute Chancen, dass der Technologie-Index nach der jüngsten Verschnaufpause bald sein Vor-Corona-Hoch bei rund 3.300 Punkten anvisieren kann. Wird diese Marke geknackt, ist auf mittlere Sicht ein Anstieg in Richtung der runden 4.000er-Marke realistisch.

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Michael Kelnberger
Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.

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