TecDax-Neuling SLM Solutions verdoppelt Umsatz

Am heutigen Dienstag hat das neue TecDax-Mitglied SLM Solutions die Ergebnisse des abgelaufenen Geschäftsjahres präsentiert und einen Ausblick für 2016 gegeben. Der Maschinenbauer aus Lübeck konnte im zurückliegenden Jahr den Umsatz verdoppeln und zeigt sich auch für das laufende Jahr sehr optimistisch.

Doch bevor ich gleich im Detail auf die aktuellen Zahlen und den Ausblick eingehe, möchte ich Ihnen das Unternehmen SLM Solutions kurz vorstellen.

Eher selektives Laserschmelzen als 3D-Druck

Im Zuge des Börsengangs von SLM Solutions (im Jahr 2014) war immer wieder vom Lübecker 3D-Drucker-Hersteller oder 3D-Druck-Spezialisten zu lesen. Diese Bezeichnungen – so habe ich im Rahmen einer Unternehmenspräsentation von SLM gelernt – sind allerdings eher unzutreffend.

Denn genaugenommen handelt es sich bei der Fertigungstechnik, welche die Maschinen von SLM anwenden, um „selektives Laserschmelzen“. Diese Technik kann zwar auch als 3D-Druck bezeichnet werden, doch die Gefahr dabei ist, dass Sie dadurch an Geräte denken, die sich auf einem Schreibtisch befinden und etwa Kaffeetassen drucken können.

Bei den „3D-Druckern“, die SLM herstellt, handelt es sich jedoch nicht um Maschinen, die auf einen Schreibtisch passen, sondern vielmehr um Geräte, die von der Größe her einem Kleiderschrank ähneln. Somit versteht sich SLM mehr als innovativer Maschinenbauer, denn als Hersteller von 3D-Druckern.

Zudem sind die SLM-Maschinen mehr für die industrielle Fertigung (Produktion größerer Stückzahlen) als für die Fertigung von Prototypen oder Modellen ausgelegt und können ausschließlich metallische Materialien verarbeiten, was jedoch kein Nachteil ist.

Auch hinsichtlich des Preissegments könnte durch den Begriff „3D-Drucker“ leicht eine falsche Vorstellung entstehen. Denn SLM produziert keine Geräte, die für Preise von etwa 1.000 Euro den Besitzer wechseln, sondern Maschinen, die B2B (also an Geschäftskunden) vertrieben werden und Beträge im 6- bis 7-stelligen Euro-Bereich kosten.

Die 2015er-Zahlen und der Ausblick für 2016

Im Geschäftsjahr 2015 stieg der Umsatz von SLM von 33,56 auf 66,14 Mio. Euro. Zudem kehrte das Unternehmen zurück in die schwarzen Zahlen und erzielte einen Nettogewinn von 2,16 Mio. Euro (nach einem Minus von 5,1 Mio. Euro im Vorjahr). Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen lag in 2015 bei 6,86 Mio. Euro nach -5,18 Mio. Euro in 2014.

Im laufenden Jahr soll der Umsatz von gut 66 Mio. Euro auf 85 bis 90 Mio. Euro zulegen. Zudem soll sich die Profitabilität deutlich verbessern. Dabei sieht SLM-Finanz-Chef Uwe Bögershausen diese Prognose als vorsichtig an und äußerte gegenüber der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX, dass noch Potenzial nach oben da sei.

Fazit: Vorerst eine interessante Zukunftswette

Sowohl die Produkte, als auch die damit verbundene Perspektive der SLM Solutions sind äußerst vielversprechend.

Eine Zukunftswette ist ein SLM-Investment aus meiner Sicht aber dennoch. Denn die bislang erzielten Gewinne und Cashflows rechtfertigen die derzeitige Bewertung der Aktie und den derzeitigen Börsenwert des Unternehmens (noch) nicht. Daher muss die künftige Entwicklung den Wert der Aktie und somit auch den Börsenwert des Unternehmens erst noch rechtfertigen.

29. März 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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