TecDax-Unternehmen Manz: Schwache Zahlen und positiver Ausblick

Der im TecDax gelistete Maschinenbauer Manz präsentierte heute schwache, aber dennoch nicht enttäuschende, Zahlen für das 1. Quartal des laufenden Geschäftsjahres.

Wie schwach die Zahlen tatsächlich ausfielen, warum sie trotzdem nicht enttäuschten und woher Manz-Chef Dieter Manz seinen Optimismus für die Zukunft nimmt, erfahren Sie gleich. Doch zuvor möchte ich Ihnen das Unternehmen Manz kurz vorstellen.

Maschinenbauer Manz im Kurzportrait

Die Manz AG wurde im Jahr 1987 von Dieter Manz unter dem Namen Manz Automatisierungstechnik GmbH gegründet. Nach dem Börsengang im Entry Standard der Frankfurter Wertpapierbörse im Jahr 2006, erfolgte 2008 die Aufnahme der Manz-Aktie in den geregelten Markt (Prime Standard).

Da sich Manz über die Jahre vom Automatisierungsspezialisten zum Anbieter integrierter Produktionslinien entwickelt hatte, erfolgte im Juni 2011 die Umfirmierung von der Manz Automation AG in die Manz AG.

Der Sitz des Unternehmens ist im baden-württembergischen Reutlingen. Manz ist hauptsächlich auf die Herstellung von integrierten Systemlösungen für Solarzellen, Solarmodulen, Displays (LCD, LED usw.) und Lithium-Ionen-Batterien spezialisiert.

Die Q1-Zahlen im Detail

Die Umsätze im 1. Quartal 2015 lagen zwar mit 54,0 Mio. Euro etwa auf dem Niveau des Vorjahres (54,2 Mio. Euro), konnten jedoch die Erwartungen des Vorstands „nicht vollständig erfüllen“. Ursächlich dafür war unter anderem ein schwacher Auftragseingang im Schlussquartal des vorangegangenen Geschäftsjahres.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) betrug im abgelaufenen Quartal -6,4 Mio. Euro. Der Vorjahreswert lag hier noch bei 0,2 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag bei -9,4 Mio. Euro nach -5,7 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.

Gründer und Vorstandschef Dieter Manz äußerte sich dazu wie folgt: „Erwartungsgemäß ist unser erstes Quartal maßgeblich durch den niedrigen Auftragseingang im letzen Quartal 2014 geprägt. Hinzu kam die Verschiebung einiger Großaufträge, die so nicht mehr zum Umsatz der ersten drei Monate beitragen konnten – allerdings werden diese Projekte in den Folgequartalen positiv zu Buche schlagen.“

Da ein schlechtes Abschneiden im Auftaktquartal des laufenden Geschäftsjahres sowohl von Seiten des Unternehmens als auch von Analystenseite erwartet wurde, hielt sich die Enttäuschung nach Vorlage der Zahlen bei den Analysten und Investoren in Grenzen.

Darum herrscht trotz schwacher Zahlen großer Optimismus

Für Zuversicht sorgt vor allem der Auftragsbestand von 92 Mio. Euro. Daher bekräftigte Dieter Manz die ursprüngliche Umsatzprognose. Demzufolge werden für das Gesamtjahr 2015 weiterhin Erlöse zwischen 320 und 340 Mio. Euro und ein „deutlich“ positives Ergebnis von Zinsen und Steuern (EBIT) erwartet.

Dazu beitragen soll auch ein Großauftrag, den Manz erst Ende März erhalten hat. Dabei handelt es sich um eine Bestellung von Batterien, für die nach Einschätzung vieler Analysten der Elektroauto-Pionier Tesla verantwortlich ist. Das sorgt zusätzlich für eine gewisse Wachstumsfantasie.

Aber: Sie als Anleger sollten in solchen Fällen unbedingt darauf achten, dass Sie nicht in blinde Euphorie verfallen. Bei Manz haben ein Großauftrag und der Name Tesla dazu geführt, dass die Aktie innerhalb von nur etwas mehr als vier Monaten in der Spitze um rund 75% gestiegen ist.

Zwar bin auch ich der Meinung, dass die jüngsten Quartalszahlen nicht zu hoch gehängt werden müssen, dennoch sollten Sie, sofern Sie Manz-Aktionäre sind oder sich für die Aktie interessieren, einen kritischen Blick bewahren.

12. Mai 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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