TecDax-Unternehmen SMA Solar und das Prinzip Hoffnung

Der im Technologieindex TecDax gelistete Wert SMA Solar hat sich zuletzt zu einem der Überflieger innerhalb des TecDax entwickelt.

Doch wie kam es dazu, dass die SMA-Solar-Aktie, die zuvor von etlichen Gewinnwarnungen arg gebeutelt war, sich plötzlich so positiv entwickelt?

Dieser Frage möchte ich heute an dieser Stelle für Sie auf den Grund gehen. Schauen wir uns aber zunächst noch einmal die Entwicklung des Aktienkurses an: Ihr Hoch auf Sicht von 12 Monaten markierte die SMA-Aktie im Juli 2014 bei 32,68 Euro. Danach folgte der Absturz auf das 12-Monats-Tief, das Ende Januar des laufenden Jahres bei 10,24 Euro lag.

Damit stürzte die SMA-Solar-Aktie innerhalb von nur 6 Monaten um 69% ab. Aktuell notiert die Aktie bei fast 18 Euro und damit bereits wieder rund 73% über dem Tiefststand von Ende Januar.

Das bedeutet: Die Aktie konnte innerhalb von nur 3 1/2 Monaten um besagte 73% zulegen. Für Aktionäre, die bereits zu Zeiten des 12-Monats-Hochs bei 32,68 Euro investiert waren, bedeutet dies allerdings noch immer einen Verlust von rund 46%.

Die Gründe für den Aufwärtstrend der SMA-Solar-Aktie

Stützend für den Kurs der SMA-Aktie wirkte sich Händlern zufolge ein Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ von Donnerstag Abend der vergangenen Woche aus. Demnach hätten Behörden in Deutschland und Europa Ermittlungen gegen China und chinesische Unternehmen aufgrund von Verstößen gegen Anti-Dumping-Regeln aufgenommen.

Noch größeren positiven Einfluss auf den Kurs der SMA-Solar-Aktie hatte jedoch die Vorlage der Geschäftszahlen für das 1. Quartal des laufenden Jahres. Von diesen Zahlen ging der von vielen Aktionären ersehnte „Hoffnungsschimmer“ aus, dass der Abwärtstrend beendet sein dürfte. Zudem zeichne sich eine stärkere Nachfrage nach Solarparks ab, die das Geschäft von SMA Solar auch in den kommenden Quartalen beflügeln könnte.

Dadurch hat sich die Aktie von SMA Solar innerhalb kürzester Zeit von einem Sorgenkind zu einer möglichen „Turnaround-Story“ entwickelt. Kommen wir jetzt noch im Detail zu den jüngsten Quartalszahlen und zum Ausblick für das Gesamtjahr.

Die Q1-Zahlen im Detail

SMA Solar verzeichnete einen verhältnismäßig guten Start in das Geschäftsjahr 2015 und konnte den Umsatz um 28% auf 226,3 Mio. Euro steigern. Damit erreichte das Unternehmen das zuvor prognostizierte Umsatzziel. Wesentlicher Umsatztreiber war das Segment der solaren Großkraftwerke.

Aufgrund des gestiegenen Absatzes und der zugleich reduzierten Fixkosten sowie positiver Währungseffekte verbesserte sich das operative Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA) deutlich von -2,5 Mio. Euro auf 13,4 Mio. Euro.

Der operative Gewinn (EBIT) lag mit -5,4 Mio. Euro am oberen Ende der Erwartungsprognose und die EBIT-Marge – also die operative Gewinnmarge – kommt auf einen Wert von -2,4%.

„Mit der finanziellen Entwicklung des ersten Quartals 2015 sind wir zufrieden. Wir haben mit dem erwirtschafteten Umsatz und dem Auftragsbestand zum Ende des ersten Quartals bereits mehr als 60 Prozent unseres Gesamtjahresziels erreicht.

Die Ergebnissituation entwickelte sich unter anderem durch die bereits eingeleitete Senkung der Fixkosten sowie Währungseffekte besser als geplant,“ erklärte SMA-Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon.

Fazit: Nach wie vor eine Wette auf eine bessere Zukunft

Damit scheint die SMA Solar AG auf einem guten Weg zu sein. Dennoch muss das Unternehmen zeigen, dass dieser Weg fortgesetzt werden kann und es werden zudem weitere Verbesserungen notwendig sein, wenn SMA Solar dauerhaft erfolgreich sein will. Auch wird das Unternehmen ein Stück weit davon abhängig sein, was die Konkurrenz in China macht bzw. ob und wie die Wettbewerbshüter in China durchgreifen werden.

Aktuell ist und bleibt die Aktie von SMA Solar damit nach wie vor ein spekulatives Investment, was einer Wette auf eine bessere Zukunft gleicht.

18. Mai 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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