TecDax: Warum die Stratec-Aktie heute Tagesverlierer ist

Der im deutschen Technologieindex TecDax notierte Laborgerätehersteller Stratec Biomedical hat gestern nach Börsenschluss vorläufige Geschäftszahlen für das Jahr 2015 veröffentlicht und einen Ausblick für die Zukunft gegeben.

Negativ für Stratec-Aktionäre ist, dass das Unternehmen seine mittelfristige Wachstumsprognose verringern musste, positiv ist, dass Stratec dennoch zum 12. Mal in Folge die Dividende anhebt. Kommen wir jetzt aber zunächst zu den 2015er-Zahlen.

Die 2015er-Zahlen im Überblick

Im Geschäftsjahr 2015 zog der Umsatz des TecDax-Unternehmens um knapp 2% auf 146,9 Mio. Euro an. Die am operativen Gewinn gemessene Marge (EBIT-Marge) ist im Vergleich zum Vorjahr von 16,6 auf 18,3% gestiegen.

Umgerechnet ergibt sich daraus ein operativer Gewinn (EBIT) in Höhe von 26,9 Mio. Euro. Das ist ein Plus von 12% gegenüber dem Vorjahr. Die Analysten hatten im Durchschnitt sowohl beim Umsatz als auch beim EBIT mit etwas mehr gerechnet.

Dennoch erhöht Stratec in diesem Jahr erneut die Dividende. Stratec wird den Aktionären für das Geschäftsjahr 2015 die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 0,75 Euro je Aktie vorschlagen. Gegenüber dem Vorjahr (0,70 Euro) ist dies eine Anhebung um 7,1%.

Damit erhalten Stratec-Aktionäre seit Aufnahme der Dividendenzahlung im Jahr 2004 zum 12. Mal in Folge eine höhere Dividende. Die Dividendenrendite liegt gemessen am aktuellen Kurs der Stratec-Aktie bei gut 1,7%. Ausgeschüttet wird die Dividende einen Werktag nach der am 9. Juni stattfindenden Hauptversammlung.

Mittelfristige Wachstumsprognose gekappt

Nach den positiven Nachrichten für Stratec-Aktionäre kommen wir jetzt zu den weniger erfreulichen Nachrichten und damit auch zum Grund dafür, dass die Stratec-Aktie heute um fast 15% eingebrochen ist.

Wegen schwächerer Geschäfte in China und Problemen bei der Zulassung einiger Produkte hat Stratec seine mittelfristige Wachstumsprognose nach unten korrigieren müssen. Statt dem bisher angestrebten jährlichen Umsatzplus von 8 bis 12% bis 2017 soll der Umsatz jetzt nur noch um rund 6% steigen.

Ausgehend von der Obergrenze der bisher angegebenen Spanne (12%), würde das eine Halbierung des ursprünglich angestrebten Wachstumstempos bedeuten.

Schauen wir jetzt noch einmal etwas detaillierter auf die aktuellen Probleme bei Stratec: Die Aussichten in China haben sich vor allem deshalb eingetrübt, weil ein chinesischer Großkunde seine Bestellungen und die Absatzprognose nach unten korrigiert hat.

Daneben gibt es bei einigen Produkten – wie bereits angesprochen – Probleme bei der Zulassung. Das bedeutet allerdings sehr wahrscheinlich nicht, dass der Umsatz wegfällt, sondern nur, dass der Umsatz erst später erzielt wird. Auch die Probleme in China dürften schlussendlich eher kleiner ausfallen als aktuell erwartet.

Daher lautet meine Einschätzung: Wenn Sie zuvor von Stratec überzeugt waren bzw. bei Stratec investiert sind, sollten Sie sich von dem für die Jahre 2016 und 2017 erwarteten etwas schwächeren Umsatzwachstum nicht beirren lassen.

Wenn Ihnen aber ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von über 20 bei einem Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich und einem Unternehmen, das in einer zyklischen Branche tätig ist, zu viel ist, sollten Sie von einer Investition in Stratec Abstand nehmen.

16. März 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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