TecDAX-Wert Aixtron überrascht positiv

An einem schwachen Börsentag ragt die Aktie des kriselnden Spezialmaschinenbauers Aixtron positiv heraus. Während der deutsche Technologieindex TecDAX mit gut einem Prozent im Minus liegt, kann die Aixtron-Aktie in der Spitze um über fünf Prozent zulegen.

Das Papier profitiert von den guten Zahlen, die das Unternehmen heute früh präsentierte: im dritten Quartal schaffte Aixtron dank eines strammen Sparkurses den Sprung in die schwarzen Zahlen.

Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) beläuft sich auf 4,1 Mio. Euro – im zweiten Quartal stand hier noch ein Minus von 15,3 Mio. Euro zu Buche. Analysten hatten im Vorfeld einen Ebitda-Verlust von durchschnittlich rund zwei Mio. Euro prognostiziert.

Schwarze Zahlen trotz Umsatzwarnung

Die Zahlen sind in der Tat eine Überraschung. Erst vor gut zwei Wochen hatte Aixtron die Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr wegen Problemen bei der Entwicklung einer neuen Anlage und den daraus resultierenden Lieferverschiebungen gesenkt.

Nach der gekappten Umsatzprognose rechnet Aixtron für 2015 mit einem Umsatz von 190 bis 200 Mio. Euro – und bewegt sich damit auf dem Vorjahresniveau mit einem Umsatz in Höhe von 193,8 Mio. Euro.

Zudem gab das Unternehmen an, in der zweiten Jahreshälfte beim Ebitda die Gewinnschwelle zu erreichen. Auch unter dem Strich soll das Minus 2015 geringer ausfallen als im Vorjahr.

Schwacher Auftragseingang

Aktuell ist Aixtron – das zeigen die heutigen Zahlen – auf einem guten Weg: nach neun Monaten verharrte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bei 135,3 Mio. Euro. Der Verlust ging um 37 Prozent auf 27,3 Mio. Euro zurück. Vor Zinsen und Steuern betrug das Minus 25,2 Mio. Euro – nach 39,4 Mio. Euro im Vorjahr.

Schwach ist weiterhin der Auftragseingang. Er fiel vor allem wegen der verhaltenen Marktnachfrage und Verzögerungen bei der Entwicklung eines neuen Anlagetyps um neun Prozent auf 135,8 Mio. Euro.

Trotz der positiven Tendenz auf der Ergebnisseite: gerade der schwächelnde Auftragseingang macht hinter eine Investition in Aixtron ein dickes Fragezeichen. Man darf gespannt sein, ob es das Unternehmen schafft, im kommenden Jahr den endgültigen Turnaround zu schaffen.

27. Oktober 2015

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Philipp Ley
Von: Philipp Ley. Über den Autor

Philipp Ley ist ausgebildeter Wirtschaftsjournalist mit Stationen u. a. bei n-tv, Financial Times Deutschland, Rheinischen Post und der Aktien-Analyse. In den vergangenen zwölf Jahren hat er zudem als Kommunikations- und Investor-Relations-Berater zahlreiche Geschäftsberichte erstellt: für kleinere aufstrebende Unternehmen ebenso wie für Börsenschwergewichte.

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